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Unsere sinnlose Schlaffheit macht den Gallier strotzen;
Drum, was er immer befiehlt, will er alsbald auch gethan.
Treu will ich scyn, so lang' ich noch lebe; die Lilie stinkt mir. Rühmt sich Eines mein Herz; Leopold! Dein sey der Ruhm.
Selbst mir ein freier Fürst des Reichs bin ich unter dem Kaiser; Was soll ein anderer Herr dem, der sein eigener ist?
Alles andre vertrau ich den Himmlischen, die, wo schon Alles
gänzlich verloren uns scheint, oft dann als Retter sich nah'n.
In dieser drangvollen Zeit erlangte der junge Erbe der Grafschaft Wicd-Runkel, Ludwig Friede- 1675. r,'Ä, (S. 1671), seine Großjährigkeit. Er vermählte sich zu Hachcnburg d. 10. Sept. mit der Gräfin Sa- lomc Sophia Ursula, vierten Tochter des Grafen Salcntin Ernst zu Manderschcid - Sann und Blanken- heim und der Gräfin Erncstina von Sayn (S. 1651. 165U). Der einzige Sohn dieser Aeltcrn, Maximilian Johann Ferdinand, war ohne Erden schon verstorben; die älteste Tochter derselben, Anna Luise, ward Gemahlin des Fürsten Moritz Heinrich zu Nassau-Hadamar, die zweite, Francisca Eleonura Clara mit dem Grafen Anton Leopold von Pöttingcn vcrchlicht; die dritte, Magdalena Christina war schon mit dem Burggrafen Georg Ludwig von Kirchbcrg vermählt. Die Ehcpactcn unterschrieben am 10. Septbr. neuen Kalenders Salcntin Ernst, Friedrich zu Wird, Ludwig Fricdrich's Mutter, Hedwig Eleonora, und Georg Ludwig, Burggraf von Kirchbcrg <").
Bor Ludwig Fricdrich's Regierungsantritt zu Wied-Nunkcl wurde der Vergleich von 1630 zwischen Trier und Runkcl dahin abgeändert, daß das Kirchspiel Dicrdorf zu drei Vicrtheilcn Kurtricr'sches Lehen, ein Nicrtheil Wicdischcs Erbburggrafthum seyn sollte. Wird bekam die Landeshoheit in dem Kirchspiele, und die Ausschreibung der Reichs- und Kreisstcucrn; die Landessteucr aber mit Trier; das Wicdische Eigcnthum blieb frei 6°). Diesen für das Wicdische Haus nachthciligcn Vergleich unterzeichnete mit dem Grafen Ludwig Friedrich seine Mutter, Hedwig Eleonora, Gräfin von Ebcrstein u. s. w.
Friedrich zu Wicd hatte zwei seiner Töchter, Sidylla Ehristina (S. 1650) und Sibylla Elisabeth 1675. (S. 1657), in Wien, wo sie Hofdamen der Kaiserin wurden. Sibylla Christina war, vcrmuthlich in einem Erziehungsstifte, schon katholisch, deßhalb von ihrem Vater, nach ihrem Vorgeben, mit Einsperrung bestrast, von ihrer Stiefmutter ein ungcrathcnes Kind genannt worden, und hatte ihren Vater bei der Kaiserin verklagt °2). Denselben Rcligionsschritt that Sidylla Elisabeth. Dic Kaiserin trug dem Kurfürsten von Trier, Johann Hugo von Vrsbcck, auf, — Karl Kaspar war d. 1. Zun. gestorben — den Grafen Friedrich wegen seiner Tochter zu besänftigen. Johann Hugo machte auch dem getäuschten Vater in einem Schreiben aus Ehrcnbrcitstcin, im Vctober, beruhigende Vorstellungen.
Friedrich benutzte die Antwort, dic er an die Kaiserin, Eleonora Magdalena, zu senden hatte, zu der Bitte, daß sie, eine Tochter des Pfalzgrafen Philipp Ludwig, sich für die Grafschaft Wied verwenden möchte, damit diese mit ferner« Kriegslasten verschont würde. Für die Ausnahme seiner jüngsten Tochter Sibylla Elisabeth, dankte Friedrich der Kaiserin in einem späteren Schreiben "). Sibylla Christina ehelichte nach dem Jahre 1690 einen Grafen Hannibal von Heister.
Fricdrich's noch einziger Sohn, Georg Hermann Reinhard, schritt jetzt zu seiner zweiten Ehe, mit des Grafen von Leiningen-Wcsterburg, Georg Wilhelm, Tochter, Johanna Elisabeth«,").
61) Fi'chcr, N, <ü<i:i.XXVlI. Unter dieser Urkunde steht auch ein Ludwig Graf zu Wied. Ich vermutbe, daß e« Fried- rich's jünastcr Sohn, Carl Ludwig, war; der Todestag desselben wäre dann in der Urkunde cllXlüIII. nicht 1673, sondern 1673 im December zu setzen.
LZ) u, Mülmann, a'ch. Collect. 6Z) Fischer, N. ccxllV. cllXllVIN. Arch. zu Neuw.
64) Fischer, It. <üllc!I.
