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Friedrich's Bemühungen und Unkosten bei der Aufdringung des obengedachten Regiments für Spanien, waren ihm bisher noch nicht vergütet worden. Er sandte eine Berechnung, auf 10,UU0 Thaler, an den Kurfürsten von Trier, und bat diesen um seine Fürsprache bei dem Gcneralgouvcrncur Ducqua de Villa Hermosa, in den Niederlanden. Ob Friedrich entschädigt worden scy, ist unbekannt. In dem folgenden
1677. Iah« wurde ihm von der Spanischen Behörde ein Regiment, unter guten Bedingungen angetragen, um es gegen Frankreich zu führen; Friedrich lehnte es ab, suchte aber Dienste bei Holland «°). Inzwischen wurden zu Npmwegcn Friedcusunterhandlungcn angefangen.
Da die kriegerischen Unruhen sich entfernt hatten: so nahm sich Friedrich wieder seines Landes und seiner Stadt Neuwied mit ungetheiltcrem Eifer an. In Neuwied hatte Herbert Hachenberg ein Haus an dem Marktplatze erbaut, und ein Stück von den Weingarten dazu gekauft, die hinter demselben ausgebreitet lagen. Friedrich bezeugte ihm sein Wohlgefallen, und befreite das Haus von allen Lasten. Hachenberg legte noch neu andere Hauser an °"). Der Bau der reformirten Kirche, der in den Kriegsjahren nicht betrieben werden konnte, wurde wohl wieder begonnen, litt aber in den nächstfolgenden Jahren abermals Unterbrechungen. Ein eigenes Kirchenbuch für die Einwohner der Stadt wurde seit diesem Jahre gehalten l^). Im August ließ der Graf Kirchenvisitationcn anstellen. Als man (d. 29. Aug.) damit in Niedcr- biebcr beschäftigt war: kam ein Franciscanermonch von Andernach, Peter Teklenburg, dahin, und bat die versammelten Geistlichen um Schutz und Aufnahme in die evangelische Kirche. Sein inständiges Begehren wurde in weitere Bcrathung genommen. Am folgenden frühen Morgen lauerten etliche Franciscaner mit Soldaten von Andernach, zwischen Heddesdorf und Neuwied, um den Entwischten zu fangen. Da sie ihn aber nicht fanden, sielen sie den Hofprediger und Inspector, Hermann Dahlhausen, Pfarrer zu Heddesdorf, an, der nach Neuwied ging. Er enteilte ihnen. Der Pater Ncmigius ließ durch einen Soldaten auf ihn schießen, doch traf der Schuß nicht. Friedrich wollte sich „mit dem Bcttclorden nicht weiter einlassen," verbot ihm aber das fernere Betteln in der Grafschaft. Auf anhaltendes Bitten des Ordens nahm er endlich auch dieses Verbot wieder zurück ^").
Seinem Sohne, dem Grafen Georg Hermann Reinhard, der seinen Sitz auf der Burg Wicd hatte,
1678. wurde d. 10. November eine Tochter, Sophia Sabiua, geboren, und nach 11 Monaten ein Sohn, Friedc- rich Wilhelm, der aber früh starb.
Der Graf Ludwig Friedrich zu Wied-Nunkel verlor d. 29. Zun. seine Gemahlin, Salome Sophia Ursula (S. 1675), ohne von ihr einen Erben zu haben. Daher konnte der 1676 von den vier Schwestern geschlossene Erbucrtrag, daß einer jeden ältester Sohn den mütterlichen Anthcil erhalten sollte, nicht mehr 1673. stattfinden. Sie verglichen sich zu Ende des folgenden Jahres (d. 13. Dccbr.) mit Ludwig Friedrich in Betreff des Nießbrauchs, der in dem Schwestervertrag bestimmt war, zum Besten der Gemahle der übrigen Saynischcn Erbtöchtcr von der Mandcrscheid-Blankcnheimischcn Linie ^'). Zwischen Sayn-Wittgenstein und Kurtrier entstand 1681 ein Vertrag wegen der Herrschaft Vallendar, nach welchem Trier die Landeshoheit behielt.
Ludwig Friedrich zu Wicd vermählte sich (d. 13. Iun.) zum zweitenmale mit der cilften Tochter des Grafen Johannes zu Nassau - Idstein und dessen Gemahlin Anna, Gräfin zu Leiningen-Dachsburg, Dorothea Amalia ?°).
Ludwig Friedrich zog dadurch, daß er die Hohcnfeldschcn, Schützischen und Frcysenscrischen Güter zu Kriegs- und Vrandgeldcrn collcctirte, sich und seinen Nachfolgern von der Wettcrauischen Reichsrittcr- schast bei dem Rcichshoftathe einen Proceß zu, der viele Jahre dauerte ").
65) Arch. zu Nemo. 65) Neuw. Arch. 67) Fi'cher, N. 66I.XXXV.
68) Arch. zu Neuw Der Franciscanerordcn war 1616, anstatt der vormalige» Minoriten, in Andernach aufgenommen
worden (S, 1255!. 69) Moser.
70) Fischer, N. Llll.XXVIII. 71) ». Mülm. Arch. Collect.
