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1683.

erkennen, daß ihre und der andern unirten Stände Verbindung mit dein Kaiser gegen Frankreich sehr bc. dcnklich sey '").

Friedrich betrieb seit dem Nymwegcr Frieden seinen Rechtsstreit wegen Isenburg wider Kurtrier, hatte eine kaiserliche Commission auf Kurköln erlangt, und darauf den Kurfürsten uon Köln gebeten, Kur­trier vorzuladen, damit die Sache durch Austrage entschieden werden könnte. Allein auch dieser Gegenstand wurde in den folgenden Jahren voll Schrecken und Verwüstung, von einer Commission zu der andern, von Köln auf Hefsenkasscl, dann auf Pfalz-Neuburg hingeschoben, und nicht erledigt ^).

So blieb denn Friedrich und sein fortdlühender Stamm, durch oft noch wiederkehrende Wettcrschläge des politischen Himmels, an gesetzlicher Ausbreitung gehemmt, auf das beschrankt, was er schon besaß. Desto mehr wuchs er an innerem Leben.

Für sein freundliches Neuwied, das sich den Vorüberreisenden immer mehr empfahl, erkannte Fried­rich jetzt das Nachteilige des ersten Satzes der Privilegien, die er der Stadt gegeben hatte (S. 1662). So manche nichtrcformirte Familie bezeigte Neigung, nach Neuwied zu ziehen; manche aber hatte den Vor­satz aufgegeben, manche sich wieder entfernt, und manche erklarte auch jetzt, daß sie zurückbleiben müsse, weil ihr der eigene öffentliche, mit den Reformirten gleich berechtigte Gottesdienst versagt sey. Dicß ge­schah namentlich von vielen auswärtigen Lutheranern. Da hob Friedrich jenen Satz am achten des Sep­tembers auf, und erlaubte jeder Gcmcine, wenn sie stark genug wäre, sich ein öffentliches Andachthaus mit Glocken zu bauen. Bereits am acht und zwanzigsten des Aprils gestattete er den Lutheranern, für deren angewachsene Gemeine ihr gottcsdienstlichcs Haus zu klein ward, ein größeres zu errichten, jedoch noch mit dem Zusätze, daß sie ihre Religionsübungcn im Stillen halten, und das Abendmahl viermal des Jahres, an den drei großen Festen und zu Michaelis feiern sollte. Aber am acht und zwanzigsten des Septembers genehmigte sein sclbststandiger Sinn den Lutheranern noch besonders den Aufbau einer Kirche und einer eig­nen Schule. Ware doch von nun an der unduldsame Geist Wicdischcr Näthe auf immer beschwichtigt wor­den, wie viel mehr würde bis über die Mitte des achtzehnten Jahrhunderts Neuwied gewonnen, wie manche Ursache des mangelnden Gcmcingeistcs würde nicht obgewaltet haben?

Eben so gewährte Friedrich der katholischen Gemeine, in einem Erlasse vom 1. Septbr., eine Kirche bauen zu dürfen, wenn sie 130 Hausgenossen zählte, und 65 Häuser aufgerichtet haben würde. Aber Pro- cessionen durch die Gassen zu halten, und geheiligte Gegenstände an Feldwegen aufzustellen, blieb ihnen untersagt.

Am vier und zwanzigsten des Novembers verschied Fricdrich's zweite Gemahlin, Philippina Sabina (S. 1663), für ihn und für das Land ein schmerzhafter Verlust. Am zwölften des Septembers in dein fol­genden Jahre vermählte er sich zum drittenmale, in dem Schlosse Friedrichstcin, mit der Gräfin Maria Sa­bin« zu Hohensolms, Tochter des Grafen Philipp Reinhard zu Solms-Lich in Hohcnsolms, Herrn zu Münzenbcrg, Wildenfcls und Sonncnwald; in Gegenwart ihres Bruders, Grasen Ludwig zu Solms, und des Grafen Georg Hermann Reinhard zu Wicd ?«). Diese Gräsin zu Wieb war vor dem Jahre 1644 geboren.

In den ersten Monaten dieses Jahres beschäftigte den Grafen die Waffcnübung seines Contingcnts, das er mit Zelten, Wagen und Zahlung wohluersehcn, zu Folge der Bestimmungen des Grafen Georg Fried­rich zu Waldeck und des Landgrafen zn Hesscnkasscl, nach Wetzlar zu senden hatte ?"), von wo es mit einer größeren Ncichshülfc nach Oestcrreich gieng, welches von den Türken bedroht wurde, bis diese vor Wien den 12. Sept. von dem Könige Johann Sobiesky von Polen geschlagen wurden^ Der Herzog von Lothringen Karl v. setzte den Krieg in Ungarn noch mehrere Jahre mit Glück fort. Dieser Krieg war von Frankreich veranlaßt worden, damit die Schmälerungen des übcrrhcinischen Tcutschland's durch die Reunionskammer un-

74) Arch. zu Neuw. 77) Arch. zu Neuw.

75) Arch. zu Reuw.

76) Fischer, N. ci^XXXIII.