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gestört fortgesetzt werden konnte. In dem nächsten Sommer rückten die Franzosen auch wieder nach Trier, 1684, um die Festungswerke und Graben der Stadt zu zerstören, weil es, nach ihrem Vorgeben, die Sicherheit der Französischen Grenze erheischte ''), Nach vier Wochen verließen sie das Tricr'sche Gebiet wieder, und Ludwig l V. sicherte seine geraubten Besitzungen in dem uneinigen Tcutschen Reiche durch einen sogenannten zwanzigjährigen Waffenstillstand mit dein Kaiser und dem Könige von Spanien. Aber nach kaum zwei Jahren entzündete sich ein neuer Krieg zwischen Teutschland und Frankreich, der für unsere Rhcinlande äu­ßerst verderblich ward.

In dieser ruhigen kurzen Zwischenzeit gedieh in Neuwied die Kirche der reformirtcn Gemeine zu ih­rer Vollendung. Auch die Lutheraner hatten einen Kirchcnbau angefangen, und der Graf Friedrich gab ih­nen den l2. Juni, zur Fortsetzung desselben, wie auch zu Errichtung eines Schulhauses, ein Collecte-Privi­legium "). Dem Grafen Georg Hermann Reinhard, Friedrichs Sohne, war 1683 den 26. Juni der Sohn August geboren worden, kurz darauf aber wieder verstorben. In diesem Jahre (1684), den 2l. Octobcr, erfreute er sich eines andern, Karl, der in Westcrburg zur Welt kam «°). Friedrich selbst wurde von seiner dritten Gemahlin, Maria Sabina, am fünften des Novembers, zu Friedrichstein, noch mit einem Sohne Friedrich Wilhelm, gesegnet; aber das Leben dieses Prinzen, der die fürstliche Linie Wied-Neuwied erhalten sollte, hatte den Tod seiner Mutter zur Folge, am neunzehnten Tage des nächsten Jahres. 1653.

Die Grafen Friedrich und Ludwig Friedrich zu Wied Nunkcl (S. 1676) hatten ihre Contingente und Zahlungen für den Türkenkricg noch fortwahrend zu besorgen. Ludwig Friedrich war damit im Rückstände geblieben, und wurde setzt von Hcssenkafsel nicht nur zur Leistung ermahnt, sondern auch sein Land durch drei Compagnicn Hessischer Dragoner mit Erccution belegt. Friedrich schloß sogar mit dem Landgrafen ei­nen Erbtaufcontract in Bttrcff der Stadt Neuwied und der nächsten Ortschaften ab «').

Die Stadt Neuwied gewann seit dem October, da der König Ludwig XlV. in Frankreich, das, hun­dert Jahre für seine protestantischen Untcrthanen kräftige, Edict von Nantes aufhob, und eine halbe Million derselben zur Auswanderung nöthigtc, einige dieser nützlichen Familien, die auch hier, wie überall, wo sie Aufnahme fanden, den Gewcrbfleiß belebten.

Dem Grafen Georg Hermann Reinhard zu Wicd gab seine Gemahlin, Johanna Elisabetha (S. issi6. 1676) am achten des Aprils die dritte Tochter, Anna Sibylla.

Sein Vater Friedrich vermählte sich zun, vierten Male den fünften des Junius auf seiner Seeburg, mit der neun und dreißigjährigen Tochter des Grasen Moritz von Benthcim-Teklenbnrg, Stcinfurt und Lim­burg, Conradina Louise, Frau zu Rhcda, Wcvclinghovcn, Hoya, Alpen und Hclfenstein, Erdvoigtin zu Kbln?c. ?-), die ihn kinderlos überlebte.

Der Friede in unscrm Rhcinlande wurde in dieser Zeit durch verschiebe Vorgänge gefährdet. Frankreichs Verfahren gegen Teutschc Ncichssiände und Besitzungen bewogen den Kaiser, den Kurfürsten von Baiern, die Sächsischen Häuser, den Baicrischen, Fränkischen, Oberrheinischen Kreis, und die Könige von Spanien und von Schweden, zu Augsburg den 9. Iul.. einen großen Vcrthcidigungsbund zu knüpfen, der ihnen bei einem Angrisse von Frankreich -um Schutze gereichen sollte., Mit Mühe konnte der Kaiser den darüber aufgebrachten König von Frankreich beruhigen. Dieser suchte inzwischen Streit und noch weiteren Eingriff in Tcutschland's Sache, seit dem Tode des Kurfürsten Karl, des letzten von der Linie Pfalz-Sim- mcrn (l685), dessen Schwester Charlotte Elisabeth, mit Ludwig's XIV. Bruder, dem Herzoge Philipp von Orleans vcrchlicht, gegen den Nachfolger ihres Bruders, den Pfalzgrafcn Philipp Wilhelm von Ncuburg, als Mobiliarcrbin Ansprüche auf Pfälzische Besitzungen am Rhein erhob, die diesem wenig übrig ließen. Endlich erlaubte dcr^ König von Frankreich seiner Schwägerin, eine Entschädigungssumme von Pfalz anzunehmen.

78) Wyttcnb. Gesch. v. Trier. B. IV. 79) Arch. zu Neiiw.

81) Arch. zu Neuw. 82) Fischer, N. ll^XXXIV. Arch. zu Ncuw.

Vlcck's Geschichte.

80) Flacher, N, 056XVI.

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