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l6Z7. In der Mitte des folgendenden Jahres sammelten sich unvermuthet be' Trarba5) an der Mosel, an

8,000 Franzosen, und machten auf der Höhe des Dorfes Traben Anstalt zu Anlegung einer Festung, die den Namen Moni Royal erhalten, und nach Durchstechung der Moselhalbinsel von dem Strome umflossen, die Französische Herrschaft sichern sollte. Aus der Umgegend mußten 5,000 Arbeiter das Werk rasch betrei­ben. Es wurde jedoch nicht vollbracht. Nach einem Jahre brach der Krieg aus, und 1L97 wurde die neue Beste ganz vernichtet °2). E^ es zu diesem Kriege kam, wurde in der Stadt Neuwied, die nun aus 130 Hausern mit 5 Gassen bestand, die reformirtc Kirche am 21. Dccembcr von dem Pastor zu Neuwied und Hcddesdorf, Johann Michael Brcnsing, durch eine Predigt über 1. Kön. VIII., 2731 die in Hcrbom gedruckt worden ist, eingeweiht. Die gräfliche Familie, Friedrich selbst, wohnten der Feier bei. Der Predi­ger rühmte die Gesinnung, Regierung und Wohlthatigkcit Friedrich'«, und gedachte in dem Gebete auch des Landgrafen von Hessenkassel, als Schutzherrn von Neuwied, der auch in seinem Lande für das reformirtc Schulhaus eine Collccte heben ließ «"). Dieses nun im dritten Jahre bestehende, und auf weitere Verän­derungen zielende Verhältnis; Friedrich's mit Hessenkassel, hatte ihn mit seinem Sohne Georg Hermann Rein­hard entzweit, so, daß dieser die Nnterthanen von seinem Vater abwendig zu machen suchte, und ihn bei dem Reichshofrathc verklagte, weil er den Erstgebornen von der Erbfolge ausschließen wolle, dem jüngsten Sohne Friedrich Wilhelm die ganze Grafschaft bereits in einem Testamente, das Friedrich wirklich im folgenden Jahre in Marburg errichtete, zugedacht habe, und sogar mit Veräußerung derselben umgehe. Georg Her­mann Reinhard bat dcßhalb um eine kaiserliche Seguestration der Grafschaft auf seines Vaters Lcbzcit, damit der rechtmäßige Erbe sein Recht erbalte, die Familicnglicdcr versorgt, die Veräußerungen verhütet, und die Gläu­biger befriedigt werden könnten. Der Rcichshofrath erkannte hierauf eine Sequestrations-Commission auf Kurpfalz, bis zu völligem Entscheide. Diese Behörde zerschlug seitdem die Verhandlungen Friedrich's mit Hessen »^).

Dem Grafen Georg Hermann Reinhard war den 1Z. Octbr. der Sohn Christian geboren worden. 16)3. Da Hcssenkassel für das Haus Wicd ein neues Rcichscontingent gestellt hatte: so machte es eine

große Rechnung, belegte die Grafschaft im Iunius ebenfalls mit Sequestration, und drückte die Nntertha­nen mit harten Pfändungen. Da begab sich Friedrich selbst nach Marburg, um sich mit der Hessischen Re­gierung zu vergleichen. Dort faßte er auch sein erstes Testament ab '"). Die Kurpfälzischcn Subsequcstcr, der Freiherr Friedrich von Neuhof genannt Lcv, und Johann Simon Zweifel, suchten die Klagen der Wie- dischen Landbewohner über die Gewaltthätigkciten der Hessischen Soldaten zu stillen. Ehe aber diese Uebel beseitigt werden konnten, ergossen sich durch den Ausbruch des Krieges in, Herbste neue Leiden über die ganze Gegend.

Frankreich erklärte im September an Kaiser und Reich den Krieg. Als eine der Ursachen wurde die von dem Kaiser und dem Papste versagte Anerkennung des von Frankreich begünstigten Bischofs von Strasburg, Wilhelm Egon von Fürstcnbcrg, als Kurfürsten von Köln, angegeben. Dieser war von dem Domkapitel mit mehr Stimmen, als Joseph Clemens von Baiern gewählt worden, mußte aber diesem wei­chen. Um sich zu behaupten, hatte ihm Frankreich Mannschaft zugeschickt, mit der er verschiedene Platze am Rhein besetzte. Die Stadt Köln aber nahm einige Tausend Kurpfälzer und Brandenburger ein, ohne auf die Französischen Drohungen zu achten. Der stärkste Beweggrund aber zu diesen, für die Rheinland« höchst ve«» Verblichen Krieg »rar der Zorn des Französischen Ministers Louvois über den königlichen Verweis wegen eines schiefen Fensters zu Klcintrianon, dessen Bau Louvois leitete. Um den König von der Vcmlust abzuhalten, ficng der Minister Krieg an »?). Ehe noch die Kriegserklärung Frankreichs gegen den Kaiser und das Tcut-

35) Wyttend. Gesch, v. Trier. N. IV. Konrad'i Tliensche Geschichte S. 180. Ein andere« M«nr°val od« M«N5«l,

an der Elze, war eine Vicnenburg'sche Beste cmö dem 13, Jahrhunderte. 84) Arch. zu Neun,'. 85) v. Mulm. Cell. Arch. ?,u Ncuw.

86) Arch. zu Neun». Fischer, N. 001.XXXVI. g?) Wyttend, 1. c. B. IV.