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1699.
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teren Pfalz in den ersten vi« Monaten dieses Jahres. In dem Kn'fürstcnthum Köln eröffnete der KuOrst, Friedrich von Brandenburg mit einem zu W'scl versammelten geübten Heere, an welches sich noch Münster- sche und Holländische Mannschaft anschloß, den Feldzug, nicht ohne Vortheile. Im Mai errichtete der Kaiser mit den v, reinigten Niederlanden ein Bündniß gegen Frankreich, besonders in Betreff der Thronfolge in Spanien. Der siegreiche Heerführer der Kaiserlichen und des Reichsheeres, Herzog Karl von Lothringen,, näherte sich, nach der Einnahme der Stadt Mainz im September, unserer Gegend, um sich mit dem Kurfürsten von Brandenburg im Kölnischen zu vereinigen. Die Franzosen verließen nun Andernach, nachdem sie es an mehreren Orten in Brand gesteckt hatten; dasselbe widerfuhr anch der Burg Rheincck. Am zwölften des Octobcrs mußten sie auch Bonn räumen, welches von Brandenburgern belagert worden war.
Während die Franzosen am linken Rheinufer aus unserer Nähe wichen, und desto arger landeinwärts, namentlich um Trier, das der Verwüstung Wim entgieng, alles mit Raub und Brand erfüllten: hatten die Erben der Grafschaft Saun Zeit, ihre Gerechtsame genauer zu ordnen. Nach dem Tode der Gräfin Salome Sophia Ursula, Gemahlin Ludwig Friedrich's zu Wied-Runkel, der vierten Tochter Salcn- tin Ernst's zu Manderscheid, Sayn u. (S. 1675, 1679), hatten ihre übrigen drei Schwestern mit dem Grafen von Wicd-Ruukcl einen Vergleich getroffen; 168ä errichteten sie einen neuen Theilungsvertrag. Am ersten Tage des Jahres 1636 verglichen sich die zwei Grafen von Sayn und Wittgenstein zu Sayn, beide gleiches Namens, Karl Ludwig, Enkel Wilhclm's zu Sayn und Wittgenstein (S. 1606), der ältere von dessen Sohne Ludwig Albert und der Grasin Iohcmnctte Maria von Wieb (S. 1648), der jüngere von dessen Sohne Christian, daß sie zu Wiedererlangung ihrer altväterlichen Lande für einen Mann stehen wollten. Karl Ludwig der Acltere hatte mit seiner Mutter schon viele Kosten aufgewandt, und an dem kaiserlichen Hofe einige Vortheile gewonnen. In dem Jahre 1689 wurden die nun vcrwittwcte Herzogin von Sachsen- Eisenach, Iohannettc, Tochter des Grasen Ernst, ältesten Sohnes von Wilhelm zu Sayn (S. 1625), für sich, und ihrer Schwester Erncstina Gemahl, Graf Salcntin Ernst zu Manderscheid für seine Töchter: Anna Louise, Francisca Elconora Clara, und Magdalena Christina (S. 1676), von dem Kurfürsten zu Köln Joseph Clemens, mit der Burg und Stadt Hachcnburg, und mit der Stadt, dem Schlosse und Amte Alten-
tirchcn belehnt"). ^ , , .^ ,
Der zwei und siebcnzigjährigc Graf Friedrich zu Wieb-Neuwied wiederholte auf Braunsbcrg, den 24 März sein 1688 gemachtes Testament, daß seinem jüngsten Sohne Friedrich Wilhelm (S. 1684) die mindere Grafschaft sanunt Land und Leuten verbleiben, Schloß und Stadt Neuwied, der Hof Schöneren, das Haus Friedrichstcin, das Haus Secburg mit erkauften und angelegten Weihern, die zwei Mühlen am Nasselstein und in der Tonnen, nebst den Höfen auf dem Hahn, zu Melsbach und Auch, nicht ausgeschieden, die versetzten Höfe gelegentlich einlösen, und alle Mobilien, die seiner Gemahlin ausgenommen, erhalten sollte. Sein« Enkelin von seiner verstorbenen Tochter Sophia Elisabeth, Gräfin zu Sayn und Wittgenstein (S 1669) zu Berleburg, und seiner, wider seinen Willen vcrheirathetcn Tochter Julian« Er- nestina. so wie der noch unverehelichten Sibylla Christina (S. 1670, 167 6) sollte sem Nachfolger zuweisen, was ihnen nach der Stammucrcinigung^ von 1613 rechtmäßig gebühre ").
Friedrich's Erstgeborner, der Graf Georg Hermann Reinhard, erlebte die durch Sequestration gesuchte Regierung der Grafschaft nicht. Er starb am 7. Iul. zu Altwied, zwei Tage vor dem Ablaufe seines fünften Lebensjahres, und hinterließ mit seiner Gemahlin Johanna Elisabeth« (S. 1676). vier Söhne: Johann rri^nch Wilhelm lS. 1680). Maximilian Heinrich (S. 1681), Ke.rl (S. 1684), und Christian (S. 1687). und drei Töckter: Sophia Sabin« (S. 1677). Wilhclmina Ernesiina (S. ,68'.), Anna Sibylle, (S. 1666) eine vierte kam nach seinem Tode, den 20. November, zur Welt, Sophia Amalia.
Die Väter jetzt noch lebend« Greise in Altwied haben durch Erzählungen von dem freundlichen und mNdthät-gen Verhalten, von dem witzigen und munteren Geiste, von dem liebenswürdigen Wesen d.chs
90) Moser, 1, <-.
91) Fisch", N. LQI^XXVI.
