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einem Schreiben, aber ohne seine Unterschrift. Auch der katholischen Gemeinde wurde der 1632 ihr erlaubte Kirchenbau wieder untersagt; doch erließ er ihr die bedingte Zahl von 130 Haushaltungen "^). Zu einem

1693. reformirtcn Pfarr- und Schulhause wurde in Neuwied collectirt. Friedrich verglich sich (d. 27. Aug.) mir der Vormundschaft der Kinder seines Sohnes Georg Hermann Reinhard, und überließ ihnen die Grasschaft Runkel, und, nach rechtlicher Entscheidung zwischen Wieb und Frciherrn von Waldcrdorf (S. 1664), Isen- bürg, Schloß und Flecken, Mcyscheid und Meuth, die von nun an, nebst der Herrschaft Dierdors, bei der Linie Wicd-Runkel blieben. Fricdrich's ältester Enkel, Johann Friedrich Wilhelm (S. 1680. 1691) er­schien zur Nachfolge in der Regierung untüchtig, und sein Großvater hatte schon 1691 die Grafschaft dein zweiten Prinzen, Maximilian Heinrich (S. 1681) zugedacht. Aus Fricdrich's Beschwerden üocr die Ein­griffe von Kurtrier in die Allodialrechtc des Wicdischen Hauses auf das Schloß und den Flecken Dierdorf, gab Kurtricr in einem Vergleiche seine Stcuernahme in diesem Kirchspiele auf, und zog seine Besatzung zu­rück; der sogenannte Stein (die Burg) Runkel aber, gleichfalls kundbares Allodium von Wied, wurde dem

1695. Erzstifte zu Lehen aufgetragen ^), und Kurtrier übernahm die Befreiung von der Nassau-Dictz- und Bcilstcinschen Lehcnsabhangigkcit, in welcher einige Ortschaften der Grafschaft Runkel gestanden hatten '').

Der Graf Friedrich Ludwig von Wicd-Runkel (S. 1690) wiederholte die Uebcrgabc seiner Herrschaft an scincn Oheim Friedrich, durch einen Vergleich vor der kaiserlichen Commission in Frantsurt (d. 8. Novbr. alten Stils), nach wclchcm cr cin Iahrgeld für sich und für seine Gemahlin erhielt, mit der er nun wieder leben wollte; auch wurde ihm der Hof Eleonorcnburg (S. 1662) zur Benutzung überlassen. Die Commission übergab darauf die Verwaltung der Grafschaft dem Grasen Wilhelm Moritz zu Solms und August zur Lippe (S. 1688), welchen der Graf Anton zu Leiningeu-Westerburg seine Vormundschaft über Georg Hermann Nein- hard's Kinder übertrug. Unter der Regentschaft dieser Fürsten, im Namen des minderjährigen Maximilian Heinrich, foderte die Regierung von Hadamar, oder der Rath der Jesuiten daselbst, Bcssclicher Klostergütcr im Runkelschen zurück, wurde aber abgewiesen. Auch Nassau erhob, auf den Grund der, durch den Amtmann des Grafen Johann Ernst zu Runkel (S. 1654) irrig geschehenen Einsetzung des Schlosses und Fleckens Dierdorf m den Nassauischcn Lehnbrief, lehnsherrliche Ansprüche, die jedoch von den Vormündern beseitigt wurden '").

Die beiden Grafschaften hatten in den letzten zwei Jahren eine beträchtliche Anzahl kranker Hessen und Münsterschcn"Soldaten zu verpflegen, und in diesem Jahre wurde dieses verarmte Land nicht nur von Hessischem und Münsterschcm Volke, sondern auch mehrere Monate hindurch von drei bis viertausend Kurbran-

1694. dcnburgischcn Reitern, unter dein Generalmajor Dcwitz, bedrückt. In dem folgenden Jahre war unser Rhcin- thal in den Frühlingsmonatcn von deutschen Verteidigern, die nach den Niederlanden gezogen waren, eine kurze Zeit entblößt. Diesen Umstand benutzten Streifhaufen des Französischen Heeres, das unter dem Mar­schall de Lorges seit dem Mai 1693 an verschiedenen Orten verwüstende Ucbergänge auf das rechte Rhein- ufcr wagte und sielen aus dem Tricr'schcn, dcö Nachts in Neuwied ein, plünderten, rannten durch die Stra­ßen, zündeten Häuser in der Nheinstraße, und das neue Schloß, an, und verfolgten den Grafen Friedrich durch den großen Weingarten an dem Schlosse; cr entging ihnen glücklich. Von den fliehenden Bürgern der Stadt aber siclen den Feinden drei in die Hände, Johann Erbes, Johann Wilhelm Remagen, und Johann Daniel Später, wurden auf die neue Festung Mont-Royal (S. 168?) geschleppt, und schmachteten dort als Geißel zwei und zwanzig Monate in elender Gefangenschaft, bis sie gegen 2500 Thalcr Lösegeld freigelassen wurden. Friedrich gab ihnen cin Eoltectenpatent zur Vergütung. Zwei Jahre nachher verübten abermals Franzosen hier am sechsten Dccembcr Gewaltthätigkcitcn. In demselben Jahre verweilten noch zwei Baicrifche Drago- nerrcgimcntcr, die nach den Niederlanden gingen, in Neuwied und den nahen Dörfern. Fricdrich's Residenz hatte durch den Brand so sehr gelitten, daß cr scitdcm in einem Privathause der Stadt wohnte; außerhalb de

95) Ar-ch. zil Ncuw. 86) Fischer, N. cX^III. 98) Arch. zu Runkel.

9?) v, Mülmcnm I. c. Fischer, N. c^XXXVII.