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Stadt war sein Aufenthalt ,'n den letzten Jahren auf Braunsbcrg. Das verwüstete Schloß zu Neuwied neu und größer aufzuführen, war seinem Sohne und Nachfolger vorbehalten "). Graf Friedrich errichtete am dreizehnten des Decembcrs zu Brannsberg ein weiteres Testament, um den von ihm vorausgesehenen Strei­tigkeiteil zwischen den Kindern seines ältesten Sohnes und seinem Sohne ans der dritten Ehe, Friedrich Wil­helm, kraft des Erovergleichs von 1613 zu begegnen. Er setzte also, nach längstgesaßtem Entschlüsse, und laut seines Testaments zu Marburg, seinen Sohn Friedrich Wilhelm, nachdem er ihn aus der väterlichen Ge­walt gerichtlich entlassen, und unter die Vormundschaft des Grafen August von der Lippe gestellt hatte, förm­lich und feierlich als Erben der, noch sequestrirten, Nicdergrafschast ein, und übertrug bis zu dessen Volljährig­keit dem Vormunde auch die Landesregierung. Die Obergrafschaft nebst dem halben Kirchspiel Mcyscheid, be­stimmte er auf's Neue, zufolge des Vergleichs 1692, für seinen Enkel Maximilian Heinrich und dessen Geschwi­ster, nach seines Neffen Ludwig Friedrich Tode. Dieser letzte Wille Friedrich's wurde von dem Notarius Sieg­mund Reuter bekräftigt, und von Johann Heinrich Bardcl und Levin Fischer mit untersicgclt '°°).

Der Vormund und Rcgierungövcrweser, Graf August von der Lippe verhandelte mit Kurpfal; zu Frankfurt und verglich sich (d. 28. Aug.) über Aufhebung der Sequestration der unteren Grafschaft. Bei dieser Zusammenkunft erlangte die katholische Gemeinde, die abermals ans die ersten Stadtprivilegicn zurück­gewiesen worden war, durch Vermittlung des Hofs zu Mannheim, die Versicherung, daß ihr die Erbauung einer Kirche nicht verwehrt, die kaiserliche Bestätigung ausgewirkt werden, die bedingte Hauserzahl erlassen und Friedrich's Widerruf ungültig seun sollte. Davon in Kcnntniß gesetzt, besaht Graf Friedrich dem Herrn von Frans, die katholische Gemeinde zu freier Ausübung ihrer Religion so lange in einem schicklichen Hause zu unterstützen, bis ihre Kirche erbaut seyn würbe.

Dessen ungeachtet widersetzte sich der Errichtung dieser Kirche mit Frans die Geistlichkeit und sogar 1SZ5. das gefühlvollere Geschlecht der herrschenden Gemeinde. Jetzt half der gekränkten Gemeinde ein fremder Gön­ner, der Kurpfälzische Ncgicrungsrath Ncukirch zu ihrer öffentlichen Kirchlichkeit. Auch gegen die Privatleh­rer, welche katholische Familien angenommen hatten, kam das rcformirte Prcsbytcrium bei dem Landesherr« ein, aber ohne gewünschten Erfolg ').

Wegen der Erbfolge in der Grafschaft Wicd-Runkel hatten sich neuerdings zwischen Ludwig Fried­rich und den Vormündern Maximilian Heinrich's Zwistigkeiten entsponnen. Es kam jetzt zu einem Vergleiche, nach welchem die Sequestration der Grafschaft aufgehoben, uud die Regierung derselben, da die kaiserliche Bestätigung der llcbergabe erfolgt war, dem Grafen Johann Anton von Lciningcn-Wcstcrburg, Präsidenten des Reichskammcrgerichts, anvertraut wurde.

In Betreff der Grafschaft Sayn'XS. 168«) verursachte der Tod der ältesten Manderschcid-Eayni- schen Erbtochtcr Anna Luise (S. 1676) Fürstin zu Nassau-Hadamar, neue Vorgänge. Sic hatte nur eine Tochter nachgelassen. Ihre beiden übrigen Schwestern, die Gräsin zu Püttingcn, und Magdalena Christina, Burggräsin von Kirchberg, hatten von den Kirchspielen Kirourg, Maxsaun, Alpenroth, Birnbach, Selters und Burbach, Besitz genommen. Sie waren auch von den Erben des Gemahls ihrer Tante, der Herzogin Irhan- nctte von Sachsen-Eiscnach, unter Bedingungen zu Erben in den Saynischcn Kirchspielen Dadcn, Fricdcwald und Gebcrzhahn, erklärt worden. Der Vormund der Prinzessin von Hadamar aber, Fürst Bernhard zu Nas­sau, verklagte die beiden Gräfinnen in diesem Jahre wegen ihrer Besitznahme, bei dem Ncichskammcrgerichte. Magdalena Christina, Gemahlin des Burggrafen Georg Ludwig von Kirchbcrg, war seit 1683 Mutter Georg Friedrich's, welcher der Vater der Fürstin Caroline zu Wicd-Neuwied ward.

Die vormundschaftlichc Regierung zu Wied belehnte das freiherrlichc Haus von Dccren mit dem 1595, Schlosse Hartenfcls und mit der Iagdgercchtigkcit. Der mittlere Hahnhof war an das Nonnenstift auf dem «heinwörth, unweit von Koblenz, vcrlehnt. Die Aebtissm, Katharina von Metteinich, bat im December des

99) Archiv zu Neiov. 1) Arch. zu Neuw.

100) Fischer, N. cciH'XXVII.