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Den Graft!, Alexander zu Wicd-Neuwied beglückte seine Gemahlin Carolina, nährend ihrer bei­derseitigen Besuchs auf dem Sayn-Kirchbergischcn Schlosse zu Hachcnburg, mit einem Eohnc, Friedrich Karl, de» fünf und zwanzigsten des Deccmbcrs. Wenige Tage darauf ereigneten sich in dcn Savnischcn Erblandcn ernsthafte Bewegungen. Es rückten am IN. Januar, nach dem Tode des unbeerbten Herzogs von Sachsen- 174Z. Eiscnach, Wilhelm Heinrich, Grafen zu Sayn-Altcnkirchcn, ?N0 Pfälzische Kricgslcute in das Hachenburgische; mit ihnen besetzte Sayn-Wittgcnstein das Schloß Schoneberg und mehrere Kirchspiele. Die Einwohner wur­den aufgefordert, der Pfälzischen Lehnherrschaft und dem Grafen zu Wittgenstein zu huldigen. Von dem Altenkirchcnsehen Antbeile und von dem Flecken Bcndorf hatte schon Brandenburg-Onolsbach Besitz genom­men, und die Kurkolnische Belchnung cmpsangcn. Pfalz und der Abt Benedict zu Laach beschwerten sich über die Wegnahme ursprünglichen Eigenthums. Der Burggraf Georg Friedrich von Kirchbcrg sollte ebenfalls in seinem Befitzthum geschmälert-werden. Er behielt gemeinschaftlich mit Onolsbach Hachcnburg, Marsayn, Flammersfeld und Bcndors; in dcn andern Ortschaften ließ Pfalz seine Patente anheften. Inzwischen wur­den die Pfalzcr zum Abzug gcnöthigt. Als hierauf ein Wittgcnstcinifchcs Commando in das Kirchbcrgische Gebiet einfiel, und Aufruhr unter dcn Bewohnern erregte: st sandte dem Burggrafen sein Schwiegersohn Alerander von Neuwied aus bewaffnete Mannschaft, Die Wittgensieinischen Soldaten wurden aufgehoben, die Ungehorsamen zu Nnhc gebracht, die Pfälzischen Anschläge abgenommen. Es kam bald nachher zu fort­bestehenden Vergleichen, namentlich auch 1744 über Bcndorf. Kirchbcrg behielt, nebst dcn mit Brandenburg gemeinschaftlichen Gütern, Hachcnburg, Marsayn, Flammcrsfcld, Altstadt, Kirburg, Albcnrode, Eeobach, Hamm, Höchstenbach, Schönebcrg, Bürcnbach, Burbach, Seele, die Voigtei Roßbach u. s, w. ^°), Eayn- Witgcnstein hat die Herrschaft Vallcndar in dcr ücucrcn Zeit an Kurtricr durch Verkauf völlig überlassen'').

Alerander's Bruder, ocr Gras Franz Karl Ludwig, war nach dem Regierungsantritte desselben noch eine kurze Zeit in Neuwied geblieben. Als 174U dcr Konig Friedrich II. den Thron von Preußen bestieg, kehrte er in dessen Dienst zurück. Gegen das Ende des ersten Schlcsischcn Krieges stand er in Wesel, wurde (d. 18. Apr. 1742) zum Obersten und Commandcur des gräflich Dohna'schen Füsclicr-Regiments ernannt, und war mit dcr neuen Errichtung desselben beschäftigt. Am 25. August führte er es vor dem Könige zu Wesel vollständig und wohlgeübt auf.

Als nach dem Friedensschluß zwischen Preußen und Ocstcrrcich zu Brcslau, die übrigen Gegner der lebten Macht dcn Krieg fortsetzten, sammelte dcr König Georg II. von England für Ocsterreich ein sogenann­tes pragmatisches Heer in den Niederlanden, und führte es im Frühlingc des nächsten Jahres an der Insel bei Neuwied über eine Schiffbrücke auf das rechte Nhcinufcr herüber, um die Franzosen an dem Main 1743. zu schlagen ^.

Der Graf Alerander hatte knrz vorher eine fliegende Brücke angelegt, unter Kurkölnischcm Beifall und Schutz. Allein Kurtricr fühlte sich dadurch beeinträchtigt, beklagte sich über Rechtsverletzung bei dem Reichskammcrgericht, und bewirkte, daß das nützliche Werk bald wieder durch Kurpfalzische Exccution einge­stellt, und die jenseitige Uferstraße, die Alexander von der Abtei St. Thomas erhalten hatte, von Trier ab­gestritten wurde l 5).

Seit dem vorigen Jahre fieng Alexander an, dcn Hof Nothhauscn in dem schönen Thale dcr Wieb um Niedcrbider (S. 1278), dcr in dem siebzehnten Jahrhunderte im Besitz dcr Familie Knopaus gewesen war, z» ei­nem anmuthigen Aufenthalt für ländliche und gesellige Vergnügungen einrichten zu lassen. Es ist sein Verdienst, daß dieser freundliche Ort, der in kleinem eingehegten Räume eine offene tuyle Grasebene mit schattiger Hainhöhe, stille Platze und Wege mit weiten Aussichten in die reizenden Umgebungen, und späterhin dnrch Wild und verschie­denes Geflügel belebt wurde, noch jetzt nach achtzig Jahren st Vieles darbistet, das die verschiedensten Gcmüths-

10) Moser, I. c. ) Unntli, ?!-uüic>m, Neik's Geschichte.

11) Konrad's Trier'schc Gesch, S. 13) Arch.

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