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Alcx.mdcr wendete sich dcßhalb jetzt auf's Nene an das Rcichskammergcrichi, mit der Bitte um ei". Mandat zu Wiederherstellung der vollständigen Gerechtsame Wicd's in Irlich, zufüge der Rccessc 165N und 1552. Sein Sachwalter schlug aber nicht den zweckmäßigen Weg ein. Nach drei Jahren wurde nur von dem Ncichshosrathc ein Schreiben au Kurtrier c^egewi^t, daß es alle Tätlichkeiten in Irlich unterlassen sollte. Wied hatte sieh keiner Abhülfe zu erfreuen ^).
Alexander gründete in den folgenden Jahren (1748 bis 1762) an dem Rassclstein einen neuen Hüttenbau, Bleehhannncr, und die sogenannte kleine Fabrik, in Neuwied die Blcchfabrik, welche das sogenannte Pfauenblech verarbeitete (175!); in dem Schlosse und in dem Ncdenbau Fricdrichsiein versuchte er eine Spinnerei und Tuchweberei, mit einer Zucht- und Amren-Anstalt. Er legte ferner am Nassclstrin eine Seil- veterhüite und Pulvcnnühle, eine.Bohrmühle zu Flintcnläusen und Kanonen, und em< Scharl-achsarbcrci an, die aber nicht lange bestanden. Auch eine Potafehcsiederci wurde eingerichtet (175l). Zn Neuwied entwarf er den Plan einer Tontiue (1749), um Personen bis zum siedcnzigstcn Jahre eine Leibrente zu sichern l«). Auch dieser Gedanke kam nicht zue Ausführung..
Am 18. März ward ihm ein zweiter Sohn, Alexander August geboren, der aber nach zwei Jahren, 1748. 1760 d. 27. April, wieder starb ^°).
Sein Bruder^ Franz Karl Ludwig, Oberst des Riedesel'schcn Regiments Füseliers in Wesel, hatte sich 1747 d.- 8. Sept. mit Sophia Luise, Tochter des Burggrafen und Grafen zu Dohna-Carwindcn, Friedrich Ludwig, Gcncralfeldmarschallö und Obersten, seines Oberen im Preußischen Dienste, vermählt. Diese gebar ilmi (d. 23, Jan.) in Wesel die Tochter Sophia Luise Lcopoldina Carolina Amalia, starb aber de» 1719. 14. März, und bald darauf, den 27. Iul., auch die Tochter. Er vcrehlichtc sich nun nicht mehr. Im September (d. 28.) ernannte ihn der König zum Gcm-ralmchor der Preußischen Infanterie -«).
Alexander'ö Hauptsorge, in seiner Stadt Neuwied Ordnung, Zufriedenheit, Wohlstand, zu befestigen, i'M- und die MißHelligkeiten zwischen den verschiedenen Gemeinden auszugleichen, war nach zwölf Jahren seiner Regierung noch keineswegs befriedigt. Den Katholiken wurde die 1724 von dem Kaiserlichen Hofe erhaltene Bestätigung noch bis jetzt von' dem Kanzleidirector Thalmann zu Neuwied angefochten. Sie wandten sich deß- halb wieder (S. 1738) an Kurtricr und Köln um Beistand. Diese Höfe drangen nun in Alerandcr, den Irrungen ein Ende zu machen. Sein ernstlicher Wille aber zum Besten jener Gemeinde wurde auch dießmal noch nicbt ganz befolgt. Es war daher natürlich, daß Neuwied und Dierdorf bei den katholischen Reichs- standen verhaßt wurde« ^)- In der obern Grafschaft erfuhren die katholischen Einwohner zu Dierdorf und in den zu diesem Kirchspiele gehörigen Dörfern eine Zurücksetzung in anderer Weise. Sie baten um Oessentlichkcit ihrer Religionsübungcn. Johann Ludwig Adolph gestattete sie, unter Bedingungen, die die bürgerlichen und geistlichen Rechte des Ortes sicherten, und die Katholiken stellten einen Revers aus. Der Graf sab sich jedoch durch die laute Unzufriedenheit seiner rcformirten Untcrthancn genöthigt, die gegebene Erlaudniß zu widerrufen ")-
Alexander crtheiltc auch einer 1750 hier aufgenommenen kleinen Colonic sogenannter Französischer 1751, Herrnhuter (d. 6. Aug.) vorlausig eine Gencralconccssion. Die Colonic nannte sich Unitatsbrüdcrgcmcine ").
Die lutherische Gemeine hatte noch immer Ursache, mit der Behandlung von rcformirten Vorgesetzten muufricden 'U scyn, so offenbar der gute Wille der Herrfchaft war. Ihre Armen hatten mit denen der rcformirten Gemeine bis 1745 aus den Almosengcldcrn der letzten Gaben empfangen, weil die Lutheraner ihre Beiträge zu diesen lieferten. Es wurde nun aber eine jede „Pfarrei" angewiesen, für ihre Armen allein zu sorgen; dennoch aber wurde den Lutheranern nicht gestattet, zu diesen: BeHufe auch ihre Abgaben an die Almoscnkasse für sich zu behalten; man verwies sie auf die alte Ordnung. Ein anderer Grund der Unzufriedenheit lag in d« Behandlung s die sie bei Beerdigungen ihrer Todten auf dem reformirtcn Kirchhofe
1?) Rcchiliche Erweis. Jahrgang, 1778,
18) Arch. zu Neuw.
10) Ncucste Rcllgionsbegcbenheiten. (Ohne Druckort.) Z3 5
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