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Florentina (S. 17ZN) hattc seit den letzten Jahren das Schloß Nunkel verlassen, sich nah Attenkirchen zu- ^758. rückgezogen, und starb daselbst in dem Jahre 1758; ihre Leiche aber wurde in der Kirche zu ^unk,'l beigesetzt. L ie. zeichnete sich dl rch Einsicht, Geist und Kraft in einer schweren und langen Regentschaft aus, wahrend welcher sie den Hausordcn pour la liclllliiQ» stiftete ^«).

Graf Alexander zu Neuwied hatte 1757 auf der Gcbirgshöhe über Altwied, dessen alte Burg seit dieser Zeit in ganzlichen Verfall gerieth, bei dem Hahnhofe, den Bau des Iagdschlüßchcns Montrepos begon­nen, und setzte ihn bis 1762 fort "'). Dieses reizend gelegene Haus wurde in den spateren Jahren mit an- muthigen Naldanlagcn verbunden, deren schattige Gange in vielfacher Thcilung und irreführenden Durchkreu­zungen, von Buchenlaubcn unterbrochen, verschiedene überraschende Gegenstände der Belustigung darboten, und bis zu dem herrlichen Fricdrichsthale sich erstrecken. Diese Anlagen haben zwar wahrend der Franzosi­schen Umwalzungszcit, manche Zerstörung erlitten, aber unter der Pflege von Alcrander's Enkel an natürlicher Schönheit wieder gewonnen, und sind noch nebst dem Schlosse eine Zierde der Gegend.

Eine andere Zierde an dem rechten Nheinufer zu Engcrs, nämlich den Thurm jener Burg, die der Erzbischof Euuo von Trier 1372 erbauet hatte (S. 1035), ließ Kurtrier jetzt niederreißen, um einem neuen Schlosse Platz zu machen. Es lief an diesen! Thurmc auswendig eine Schncckentreppe hinauf. Der ihn umgebende Graben wurde ausgefüllt. Nur ein Stück dieses alten schonen Werkes blieb noch einige Jahre in dem Hofe des neuen Schlosses stehen ^^).

In Neuwied hatten, trotz den Verfügungen Alcrander's, zwischen den Unterbehörden seiner Regierung und der katholischen Gemeinde die Spannungen (S. 1761) fortgewährt; diese hatte ihre Klagen bei den be­nachbarten katholischen Höfen wiederholt, und die Stimmung der letzten war gegen Neuwied höchst ungünstig geworden. Daß man nun jede Ursache ergriff, die sich zur Rechtfertigung eines nachtheiligen Verfahrens wider unfern Hof darbieten mochte, war natürlich. Eiuc solche Ursache fand sich in der Neuwieder Müuzc lS. 1744). Alcrander's erster Münzmeister war abgegangen: der nachfolgende gab dem Ncuwiedischen Gelde einen schlechteren Gehalt, doch aber war cs noch von besserem Korn und Schrot, als dieses und jenes Rcichs- gcld, wie nachher erwiesen wurde. Große Summen waren hier ausgeprägt worden, dic nach attcn Rich­tungen giengen. Kurköln verbot die Ncuwicdcr Münzen zuerst schon 1762. Einige Iahrc spater wurdcn sie auch im Trierischcn und in Frankfurt verschlagen. Man beschuldigte die Regierung zu Neuwied, dic al­ten Frankfurter Batzen und andere gute Reichsmünze aufgekauft und in geringere umgeprägt zu haben. Gc- .gcn das Ende dcs Iahrcs 1767 vcrhängtc der kaiserliche Rcichshofrath über dic Münze in Ncuwicd cinc sis- calische Untersuchung, und übertrug an Knrpfalz die Exccution, welche so geheim gehalten wurde, daß man hier von dem ganzen Vorgange nichts erfuhr. Erst am zehnten Märztage dcs folgenden Iahrcs gelangte das Gerücht hicrhcr, daß von Düsseldorf aus kurpfälzischc Mannschaft nach Neuwied gehe. Alexander sandte ihr einen Nath entgegen, um sich nach der Wahrheit und Absicht jenes Besuchs zu erkundigen. Der Pfäl­zische Commissarius aber, Keiftnheiin, ein zu allem Schlechten brauchbarer Mensch, der, nachdem nndcrc rechte lichc Männer den Auftrag abgewiesen, sich allein bereit erklärt hatte, gab, so wie auch der Pfälzische Ofsicicr, eine ausweichende Antwort. Am vierzehnten dcs Märzes rückten früh um 6 Uhr 660 Mann Commaudo und 10U Grenadiere in Neuwied ein. Der Commissarius ließ sofort das Schloß, die Münzstätte, und den Schloßgartcn besetzen, die Kriegerhaufen in dem Schloßhoft aufstellen, und cröffnctc nun dcm Grasen den Zweck dcs Ucbcrfalls, dcr abcr dic Kurpfälzischc Vollmacht, dic Münzc in Ncnwicd zu schlichen, auf eine em­pörende Weise überschritt. Alexander gebot der Stadt Ruhe, und scincn Leuten Folgsamkeit, und ließ cs ge­schehen, daß die Münzstätte durchsucht, und verwüstet, die Werkzeuge zertrümmert, Stämpel und Vorräthe von Kupfcrplattcn, 18,283 Thaler an Wcrth, zu Schiffe wcggcführt, dic Soldaten in dcr Stadt vcrtheilt wur­dcn, und. wie sich diese Katholiken ausdrückten, die Ketzer fünf Tage lang mit schadenfroher Willtuhr belästigten. Dann zogen sie ab. Alexander erklärte sich vorläufig gegen dcn Rcichshofrath, und bcrichtcte das rcchts-

26) v. Mühlmann

I. o.

27) Nrch. zu Ncnw.

25) Lange's Nyeinreife.