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widrige Verfahren gegen ihn an das Niederrhcinischwesiphalische Collegium. Was von Münzgul noch vorhanden und von den Gewaltthätern nicht aufgefunden wurden war, ließ er spater in andern Münzstatten ausmünzen. In dem Jahre 1759 wurde das Neuwiedischc Geld in Frankfurt und in Köln conftscirt und verboten. Im^Iunius hob der Graf Johann Ludwig Adolph in Dicrdors seine Münze, die bisher unangefochten geblieben war, nach einem Krcismonitorium selbst auf. Nach genauer Untersuchung des Ncuwicdcr Münzwcrthes ließ man in der Folge die meisten wieder gelten, und verwarf nur Funfzchnkrcuzcrstücke aus dem Jahre 1756. Alexander ließ daher 1760 in die Zeitungen folgende Bekanntmachung einrücken: „Nachdem "durch eine allcrhöchstkaiserlichc Verordnung vom 6. Nov. 1769 die hier gemünzten M mit dem Zug, vom Jahre 1756 für geringhaltig erkläret worden: als wird hiermit bekannt gemacht, daß wer dergleichen besitzet, solche auf dahiesiger Hochgraflichen Nenthkammcr, gegen andere Münze vor den ausgeprägten Wcrth zum Auswechseln bringen könne. Neuwied den 17. April 17ÜU. Hoch-Graflich Wicdische Rcnth-Cammcr." . Nun suchte aber der Neichssiscal die Rechtfertigungen der beiden Wicdischcn Hose nicht nur auf schnöde Weise zu widerlegen, sondern trug sogar in einem langen Bericht an den Kaiser 1761 auf eine außerordentliche Bestrafung an. Die ganze Schrift gelangte an unsere Landesherren, und wurde in dem folgenden Jahre durch eine zwiefache überzeugende und kraftvolle Antwort so gewürdigt, daß die ganze Sache niedergeschlagen wurde, Johann Ludwig Adolph's Rcgierungsnachsolgcr seine Münzstätte neu einzurichten begann, Alexander auch in dem Jahre 1764 wieder prägen ließ, und sich mit dem Westfälischen Grafcnverein 1765 über eine gemeinschaftliche Münzstätte bcricth, aber späterhin von seinem Münzrcchte wenig Gebrauch mehr machte, wozu ihn vielleicht auch die Entdeckung eines falsche,: Münzwcrkes oder Tafchcnwerkes bestimmte, das in den Weiher bei Dahlhausen war geworfen worden -').
In demselben Jahre, da Neuwied die erzählte Mißhandlung erfuhr, wurde der katholischen Gemeinde daselbst die Annahme eines eigenen Schullehrers gewährt. Die katholischen Pastoren waren von dem Noroertiner-Orden. Das Recht aber, einen Weltgcistlichen zu berufen, gab die Herrfchaft nicht auf, und erkannte auch das Ordinariatsrecht, das Kurtricr ausüben wollte, nie an. Das Recht, einen Geistlichen zu präsentiren, verlangte die Gemeinde nicht °'). ^. . ^ .«
Der Graf Franz Karl Ludwig von Wieb-Neuwied stand in der Mitte des Märzes mit 8 Bataillonen in Schlesien, um Landshut. Am dritten des Aprils ward er Gencrallicutenant, rückte am dritten des Mai's mit dem Rcaimcntc Münchow vor Littau in Mahren, und vertrieb die kleine Besatzung; er wohnte dann der Belagerung von Olmütz bei, und sein Regiment deckte (d. 27, Mai) die Eröffnung der Laufgräben. Den Rückzug der Preußen aus Mähren unter dem Feldmarschall Keith (d. 6. Jun.) hatte der General Neuwied (wie er nun gewöhnlich hieß), ">t 8 Bataillonen, 5 Scbwadroncn Dragoner, und 400 Husaren, als Nachhut, -u decken, und führte die zweite Abteilung des großen Wagenzugö. Zwischen Krenau und Glasdorf bestand er den 7.'Iun. einen hitzigen Kampf mit Kroaten, die ihn ferner nicht aufhielten. Am 25. August nahm er Theil an der Schlacht bei Zorndorf. ^. . o, « ,
Der Oestcrreichische Gencrallieutenant Graf Heinrich Georg Friedrich von Wied-Runkel wurde zu Ende dcs^Octobers von dem Marschall Daun mit 9 Bataillonen Infanterie. 10 Grcnadicrcompagnicn und 4 Regimentern Reiterei dem General Harsch zur Unterstützung gesandt, der die Festung Neisse belagerte. General Wicd kam den 24. Novbr. an, Harsch aber verließ bei dem Anzüge des Königs den Ort.
Unserm Nhcinthale kündigte sich der siebenjährige Krieg nur durch jährliche Durchmarsche und Einquartierungen von Franzosen an, die im Anfange zwar immer lästig wurden, aber seit dem Jahre 1753 ihre Bedürfnisse meistens mit sieh führten, andere bezahlten und sehr strenge Mannszucht übten. Man verdankte dieß noch Alerander's Verdiensten um Frankreich. In den ersten Monaten dieses Jahres war das l.nke Kolnische Rheinufer und das dießseitigc von der Lahn bis an den Main von Französischem Knegsvolk, unter dem Prinzen Soudise und unter Clermont besetzt. In den letzten Maiwgen rückte der Herzog Ferdinand von
1753.
29) Arch. zu Neuw.
