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halte». Nach Neitzenstein's Rückkunst traf der König Anstalt, den Feldmarschall Dann aus seiner Stellung zu treiben. Neuwied erhielt nochmals den Befehl zu einem Versuch, den General Haddik bei Dittcrsdorf zu um­gehen, und ihm nach Braunau zuvorzukommen. Am löten früh zog unser Gras von Trautcnau nach Ro- senau, wo Gablcnz sich mit ihm vereinigte. Hier gab ihm der König einen andern Befehl, nach welchem er den löten, von dem Feinde unbemerkt, in die Ebenen vun Schweidnitz rückte. Dann blieb auch auf diese Nachricht ruhig. Die Generale Neuwied und Mollendorf vereinigten sich bei Nothkirschdorf, wohin auch der König nachkam, der jetzt auf Schweidnitz etwas Entscheidendes wagen mußte, weil die Nüssen nach ihres Kai­sers Entsetzung abberufen wurden. Der Angriff auf Schweidnitz machte die Eroberung der steilen Höhen von Buckcrsdorf und Leutmannsdorf. nothwendig. Die Einnahme der letztern wurde dem General Neuwied auf­gegeben, der sie auch an: Listen, durch treffliche Anordnung und nach tapferen Anstrengungen, gewann. Un­ter den Befehlshabern der Oestcrrcicher, die hier überwunden wurden, befand sich auch der Graf Heinrich Georg Friedrich von Wied-Runkel.

In der Mitte des Augusts stand bei der Armee des Königs der General Neuwied mit den untcrgcgeb«- ncn Generalen Saldcrn, Braun, Knobloch, auf den Höfen von Henrichen, ").

Nach der Einnahme von Schweidnitz (d. 11. Vctbr.) rückte der König wieder nach Sachsen. Der General Neuwied führte das Schmcttauischc Corps. Er sollte auf der Straße nach Dresden fortziehen, und sich vor der Neustadt der Höhen bei dem weißen Hirsch und des Postens bei Wcißig bemächtigen. Bei Bi- schofswerda erfuhr der Graf, daß der Prinz Albert diesen Posten schon innc habe, wendete sich nun aeaen Gro- ßenhayn, und lagerte sich den 28stcn Octdr. bei Nadebcrg. Am 31sten setzte er unterhalb Meißen über die Elbe, und nahm am 1. Novbr. die Stellung des Generals Hülsen unweit Katewitz bei Schlcttan ein, um die Ge­meinschaft mit dem Prinzen Heinrich, bei Freiberg zu erhalten. Den 3ten ging er bis Wilsdrnff und nahm ein Lager bei Ncukirch, um den General Haddik zu beobachten und den General Kleist zn unterstützen. Als der König am listen nach Meißen kam, befahl er dem General Neuwied, auf den 7tcn mit seinem ganzen Corps gegen den General Haddik sich zu erHeden und ihn von den Höhen des Plauischcn Grundes, im Tharan- dcr Walde, zu verdrängen. Der Angriff gelang vollkommen. Es sielen ihm 4 Kanonen lind 400 Gefangene in die Hände. Am Lten sandte ihm der Prinz Heinrich Unterstützung, der Feind blieb aber ruhig, und Neu­wied bezog am Vten wieder die Stellung zu Schlcttau und chci den sogenannten Katzcnhäusern 2 6). Sein Winterquartier nahm er mit seinem Negimcnte zu Naumburg, wo er dasselbe vollzählig herstellte und einübte.

Kehren wir nun zu den Vorgangen in unserer Nähe während dieses Jahres zurück.

Am ein und dreißigsten Marztagc übergab der Graf Johann Ludwig Adolph von Wied-Runkel zu Dierdorf seinem Sohne Christian Ludwig (S. 1757) die Verwaltung dieser Grafschaft, und vollendete seine -Tage am achtzehnten des Mai's, im sieben und zwanzigsten Jahre seiner Regierung und gegen das Ende des sieben und fünfzigsten seines Lebens (S. 1705), nach wiederholten Schlagflüsscn. Er wurde in der Kirche zu Dierdorf beigesetzt. Dieser Landesherr hatte Nunkcl zum Sitz der Landesregierung und des Consistoriums, be­stimmt: dort blieb auch die Ncntkammcr und das Archiv; in Dierdorf war der Geheime Nath. Der Graf wohnte anfangs, zu Runkel und Eleonorenburg; diesen Hof (S. 1693) nannte er Ludwigsburg. Bei Urcach baute er ein Jagdhaus, Ludwigsruh; auch zu Lahrbach weilte er gerne. Unter ihm verlor das alte Isenbu'.ger Stammhaus die Bedachung, und wurde der Verwitterung überlassen, so daß es jetzt noch als Ruine an die entschwundene Herrlichkeit seiner erlauchten Geschlechter erinnert ^°).

Der nun regierende Graf Christian Ludwig, Graf zu Wicd, Isenburg und Krichingen, Herr zu Nun- kel, Saarwellingcn, Püttlingcn und Rollingcn, Erbmmschall des Her-ogthums Luremburg und der Grafschaft Chiny, vermahlte sich am drei und zwanzigsten des Junius mit des Grafen Alexander Ludwig zu Sayn und Wittgenstein Tochter, Charlotte Sophia Augusta.

34) Tempelbof, Th. 6. S, 82 ff. 145. 36) v. Mülmann I, c. .

25) Tempelhof, Th. 6.

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