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In Neuwied verstarb am fünf und zwanzigsten des Novembers die nachgcborne Tochter des'Grafen Georg Hermann Reinhard zu Wicd (S. 1690. 1713), Sophia Amalia, vcrwittwete Grafin von Stein. Dieser wohlthatigcn Frau verdankte die Kirche in Altwicd eine Orgel; sie ist auch daselbst begraben.
Der Graf Alexander zu Neuwied legte in diesem Jahre aus dem Hofe Nhcinau, dem Dorfe Weißen- thurm, am Rheine, das in der ersten Halste dieses Jahrhunderts entstanden war, gegenüber, wo schon ein Hof- Haus sammt Wirtschaftsgebäuden war, eine Manufactur iu Baumwollcnzeuchcn und Siamoisc an, und ließ um dieselbe Zeit in dem herrschaftlichen Hause bei dem Schlosse Friedlichstem Bcrlincrblau und andere Farben bereitem
Als Aeltestcr des WiedisH.'n .Hauses suchte und erlangte er von dem Kurtrierschcn Hofe die erneuerte Belehnung mit der Herrschaft Iscnburg sammt Zugehörungen, mit der Burggrafschaft Dierdorf und andern Lchngütern ").
Zwischen Nunkel und Kurtricr wurden neue Gränzbcstimmungcn zu Ehrenbreitstcin und Dierdorf ausgefertigt.
Dem Grafen Christian Ludwig wurde zu Dierdorf am neun und zwanzigsten Scptembcrtage der Sohn Karl Ludwig Friedrich Alexander geboren. Es war das frohe Fricdcnsjahr, das durch den Vertrag zu Hubertsburg einem siebenjährigen Kampfe in Teutschland ein Ziel setzte.
Zwei Tage nach dem Friedensschlüsse, den 17. Febr. versammelte der General Graf Franz Kar! Ludwig zu Wieb-Neuwied, in Merseburg alle Wcstphälischcn Regimenter. Das Regiment Neuwied führte der Generalmajor von Tcttenborn in das Standquartier nach Minden zurück. Der Graf begab sich nach Neuwied, wo er den 15. April kranklich eintraf, reis'te nach kurzem Aufenthalte nach Potsdam, und kam im August, von seinem Könige beurlaubt, hiehcr zurück, um seiner Gesundheit zu warten. Seine Muße wendete er, unter andern gemeinnützigen Beschäftigungen, auch zur Ausführung eines wohl langer gehegten P.'ans, auf dem Gute Scelurq (1618), wo er gerne war, durch Erbauung ländlicher Häuser, w die er Baucrnfamilicn zog, ein neues Dörfchen zu Stande zu bringen. Die ausgedehnte Haide umher bot Ackerland dar, und die fischreichen Weiher bedurften Fischer. Der Graf ließ auch für sich ein neues Haus daselbst aufführen, und legte an den Weihern Bamnpfianzungen an. Allein Zwanzig Jahre später wurden diese Denkmähler seines wohlmeinenden Sinnes von Baucrrottcn, die sich beeinträchtigt glaubten, bis auf wenige, zerstört. Jetzt ist das Wohnhaus des Försters das ansehnlichste.
Am ein und zwanzigsten Juni des folgenden Jahres beschloß sein vierzigjähriges Gcschäftsleben als kaiserlicher Gelvmlerath und Reichska:nu-.c.;,'vicht^Präsident zu Wetzlar, in beinahe achtzigjährigem Alter, der oftgenannte Graf Karl zu Wicd-Runkel ") (S. 1684) Seine älteste Tochter, die Gräfin Friedens Amalia Topbia (S. 1708) lebte in Wetzlar; sein Sohn Heinrich Georg Friedrich, aus der Geschichte des siebenjährigen Krieges bekannt, kaiserlicher Kammerherr, Gencralscldzeugmcister, commandirendcr General eines Böhmischen Infanterieregiments, Großkreuz des Maria-Theresia-Ordens, starb als Gouverneur zu Mailand; der jüngste Sohn Karl Heinrich (S. 1716) war Oberst der Gcncralstaatcn und Ritter des Kurpsälzischen Löwenordens.
Der General Graf Franz Karl Ludwig zu Neuwied, dessen Genesung der König von Preußen m freundschaftlicher Zuschrift wünschte, fand sie weder in dem vorigen noch in diesem Jahre. Eine Krankheit des Unterleibes, die sein Gemnth in immer tiefere Melancholie versenkte, behauptete sich bei aller arftlichen Sorgfalt und wiederholtem Gebrauche der Heilquellen. Die aufheiternde und der Gesundheit so zurrägliche Sommerwohnung auf Montrcpos konnte ihm eben so wenig, als viele andere angewandte Mittel, was er bedurfte, herbeiführen. Zuweilen suchte er in den Waldungen daselbst sich zu vergnügen. Auf einem solchen Iagdgcmge,
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1764.
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3?) Fischer, N. ^c-llXXVI. W) Fächer, N. c<^XVI.
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