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den achten des Dctobcrs, beschloß er durch einen unglücklichen Schuß sein rühmliches Leben, eilf Tage vor der Vollendung seines fünf und fünfzigsten Jahres ^').
Zu Dicrdorf wurde dein regierenden Grafen Christian Ludwig am acht und zwanzigsten Maitage der Sohn Friedrich Heinrich Wilhelm Ludwig geboren, aber schon am 17tcn Mai durch den Tod wieder entzogen.
Des Grafen Alexander einziger Sohn, Friedrich Karl zu Neuwied, nun vier und zwanzig Jahre alt (S. 1741), sorgfältig erzogen, durch eine umfassende Untcrrichtsordnung und durch eigenen Fleiß mit vielfachen Kenntnissen bereichert, von seinem Erzieher W,. C. C. Beckmann 1760 nach Göttingen, 1762 nach Erlangen, wo er seiner wissenschaftlichen Tüchtigkeit wegen in die Tcutsche Gesellschaft aufgenommen wurde, dann auf Reisen nach Rcgensburg, Wien, Mailand, Rom, Paris, Amsterdam, begleitet, war 1766 zurückgekcbrt, und wurde am sechs und zwanzigsten des Januars mit der Gräfin Maria Luise Wilhelmina, des Grafen Ludwig Ferdinand von Sann-Wittgenstein zu Berlenburg, Herrn zu Homburg, Vallendar, Neumagen u. f. w., Ritters des Schwedischen Scravhincnordens, ältesten Tochter, die 1747 am dreizehnten des Maies geboren war, zu festlicher Freude des Landes vermählt ^°). Die Mutter dieser jungen Erdgrasin zu Wicd-Neuwied wm eine geborne Gräsin zu Iscnburg-Birstein, Fricderika Christina Sophia. Friedrich Karl hatte, nach seines Führers Zeugniß, von Jugend auf einen Hang zu Sonderbarem, zu Gcwisscnsängsilichkcit und zu religiösem Trübsinn. Sein Vater wies ihm nun bei den Landcscollcgien den Vorsitz an.
In dem Jahre 1769 wurde ihm am ein und zwanzigsten des Deccmbcrö der erste Sohn gegeben, Clemens Karl Friedrich Ludwig Wilhelm.
Kurz darauf, am neun und zwanzigsten des Januars, erhielt der regierende Graf zu Wied - Runkel in Dierdorf den dritten Sohn, Friedrich Ludwig; und am ersten Maitage des folgenden Jahres erfreute sich die Erdgrasin zu Neuwied einer Tochter, Maria Carolina Christina.
In diesem Jahre endlich wurde dem Hause Wicd - Runkel, nach einem über hundert Jahre lang anhängigen Vindicationsproccssc über veräußerte Güter (S. 1755), auf mehrere Urtheile des Rcichskammerge- richts das Dorf Obcrdicfenbach und Anderes völlig wiedergegeben *").
Dem Grafen Christian Ludwig zu Dierdorf ward den sieben und zwanzigsten des Februars der vierte Sohn, Wilhelm Ludwig geboren, der aber am cilftcn Octobertagc wieder starb.
Ein fünfter, Christian Friedrich Ludwig, erblickte die Welt 1773 den neunten des Decoders.
Am eilften Maitage desselben Jahres war das hochgräflichc Haus zu Neuwied durch die Geburt der zweiten Tochter, Luise Philippina Charlotte, beglückt worden. Ihr Vater Friedrich Karl hatte seit dein vorhergegangenen Jahre, als Alexander sich zu Schwalbach befand, durch Verwaltung der Regierung, Beifall und Zutrauen gewonnen.
Alexander hatte seit 1770 die alte Rechtssache wegen Irlich, welche lange wieder gcrubr hatte (S. 1746), bei dem Ncichshofrathc in neue Anregung gebracht, und wurde jetzt durch einen Beschluß desselben veranlaßt, alle seine Beschwerden genau anzugeben. Die Regierung wollte aber erst die Erlangung des Besitzes, dem Rcichsfricdcnsschlussc gemäß, erwirken, und die Hoheitsgercchtsame wieder gewinnen. Jene Rcichsbehördc schien indeß die Ernennung einer Commission, wie es vormals geschehen, nicht für angemessen zu halten. Die Sache gelangte an die Universität Göttingcn. Alexander ließ bis 1777 eine urkundliche Darstellung der Rcch:e Wicds au Irlich abfassen und drucken "").
Der Mcnnonitcngcmcinde in Neuwied, welche auf Alcxandcr's Antrag eins der ältesten Stadtgcbaude, dem Schlosse gegenüber mit dem Platze am Rhein-, 1768 angekauft und ein neues Haus aufgeführt hatte, das zu ihren gemeinschaftlichen Gottcsvcrehrungen eingerichtet und mit mehrern Familicnwohnungen verschen war, crthcilte er am fünften Juli den Befehl, dieses Haus die Mennonitenkirche zu nennen. Die Kirche, im Innern dem heiligen Zweck angemessen, hat übrigens weder eine Orgel, noch einen Thurm mit Geläute "d^
W) Fischer, N. cocXXIII.
ch1> v. Mülmann I, c,
,40) Fischer, N. cdllXXV. 43') Arch. zu Neuw, 4^) Ebendas«!bst.
