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Den hohen Aeltern z» Dierdorf starb in diesem Jahre eine Tochter, Wilhelmine Luise in zarter Kind- heii. Jene» zu Neuwied wurde am achte» Märztagc Christian Friedrich geschenkt, dem schon jetzt die An­wartschast zu dem Ritterorden der Valley Utrecht crthcilt ward "').

Am cilstcu Octobertagc des nächsten Jahres folgte die Tochter Antoinette Charlotte Victoirc. die aber im dreizehnten Monate schon starb.

Den ruhigen und scheinbar zufriedenen Fortgang des öffentlichen Lebens in unscrn Grafschaften ^'äbrend der letzten neun Jahre unterbrach von nun an wieder so mancher Vorfall, der thcils an die al­te,/ auf Enkel und Urenkel, die nicht erkannten, was sie hatten, fortgepflanzten, Uneinigkeiten mit der Herr­schst erinnerte, theils Vorspiel zu neuen künftigen Mißhelligkcitcn zu scyn schien. Es ist bei dem Jahre 17Z5 der Unzufriedenheit gedacht worden, welche die den Capucincrn gestattete Aufnahme in Dierdorf cr- rcate. Der Graf Christian wiederholte diese Erlaubnis! seines Vaters d. 21. Sept., und gestand den Capuci- nern'die bereits mehrere Häuser inne hatten, zur Erweiterung ihres Klosters den Ankauf des Haufcs zum Ritter zu. Dagegen kam die Geistlichkeit und Bürgerschaft auf's Neue ein; sie wurden aber an das c°r. pr>5 Nvnnßelicm'um gewiesen. Inzwischen siengen die Capucincr im Februar des folgenden Jahres einen neuen Vau an, den die Dierdorfer mit Gewalt zu hindern suchten. Aber weder Vorstellungen an das <2°r. r>u5 ^-in^lil^ruin, noch Unruhen in Dierdorf vermochten die Conccssion des Grafen zu entkräften und dic Capuciner zu verdrängen, die bei dein Reichshoftath Schutz fanden, und Hände in der nahen Tnenschen Grenze. Die Mönche verloren sich von selbst in den folgenden kriegerischen Zeiten.

Die Verhältnisse der katbolischen Gemeinde in Neuwied waren noch immer nicht in völliger Ord- mina Ungeachtet ihres Privilegiums von 1682 und spater erlangter Verfügungen, war ihnen die Anschaf­fung einer Kirchenglocke noch nicht gewahrt. Im August bat sie um Erlaubniß, ihre Kirche erweitern, und eine ^rgei aufstellen zu dürfen ").

" Doch hatte diese Gemeinde Ursache, für ihren Zustand Gott zu danken, als sie die benachbarte des statischen Fleckens Cunostein-Engcrs, der in diesem Jahre, am vierzehnten des August's, durch eine Feuers­brunst beinahe ganz verzehret wurde, ohne Heimath sah. Der Kurfürst von Trier, Johann Philipp, Graf von Waldcrdorf, batte kurz zuvor daselbst den Bau ocs neuen Schlosses aufgeführt, das unter seinem Nach­folger Clemens Wcnccslaus vollendet wurde, und eine Zierde unseres Rheinufers geblieben ist "°).

" 5>as eine Meile unterhalb Engcrs an dem Rheine gelegene Wicdische Schloß Friedrichstein gedachte ein verr^Faulconnicr in diesem Jahre zu kaufen, einen neuen Ort an der hohen Lcye anzulegen, und dem graflichen Hause nicht allein die Gerichtshoheit, sondern auch, falls die Familie Faulconnier erlösen sollte, das Gut zu überlassen. Der Kauf kam jedoch nicht zu Stande "").

In Neuwied vollendete die lutherische Gemeinde jetzt ein neues Pfarr- und Schulbaus, wozu die regierende Gräsin Carolina einen Beitrag, Alexander eine Collect« vcrwilligt, und die Gemeinde noch aus ei­gnen Mitteln acsteucrt hatte. Der Vau war seit 1772 betrieben worden.

5>ie seul cr weniger als in Neuwied ersprießlichen Verhältnisse zwischen der Landcsherrschaft und dm Untcrthanm in ^ erdorf wurden in diesem Jahre großcnthcils berichtigt. Die Bürgerfchaft hatte sich näm­lich aus Privileg aestützt, die Johann Ludwig Adolph ihr crtheilt habe, und nach welchen sie auf verschie­be 3^en Ansprüche gemacht, und von Frondiensten, Lieferungen Feld- und Waldrügen und andere Verbindlichkeiten frei zu st')>' behauptet hatte. D>e Regierung legte ie c selbst e.nen vergleich vor, der von den, kaiserlichen Reichskammcrgerichte bestätigt, und von der Bürgerschaft angenommen wurde.

3m Gm en Christian Ludwig wurde in Dierdorf am vierzehnten des Septembers der Sohn W.I- belm Ludwia acbor n der zweite dieses Namens; er lebte nur bis den 6tcn Januar 1783.

^, 3^wied ordnete der Graf Alexander, schon viele Jahre hindurch mit Verbesserung der Land- wirthschast beschäftigt, um diese Zeit eme monatliche Zusammenkunft der Landschultheißen m.t seinen Rachen

1775,

1776.

1776.

42.) Arch. zu Neuw. 43) Arch. zu Neuw. 44a) e°gc'z NheinMe. 44b) Arch. zu Neu«.