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ließ sich bei dem wachsenden Wohlstande der heiteren Gegenwart nicht ahnen. Zu gleicher Zeit Hegann die Brüdergemeinde ihren: bisherigen Andachtshause gegenühcr den Bau einer neuen Kirche. Jenes wurde m cm Wittwcnhauö verwandelt. °,^^.,.<- i-^
Die Stadt Neuwied wurde vom 26. Februar bis den 3tcn März des nächsten Fruhiahres von einer ^- Nbcinüberfchwemmung und einem Eisgange heimgesucht, wie sie und unser ganzes Rheinthal, so weit die Iabrbücher zurückzcugen, noch nie diese Naturbcgcdcnhcitcn erfahren hatten. Auch der dreimalige Austritt des Rheins 1740 und 1741 war weniger zerstörend vorüber gegangen "'). Die schwellende Fluth trieb die Menschen bis auf die Dachraumc hinauf, führte am ersten und zweiten Märztage un- qcheure Eisschollen und Baume mit reißender Schnelligkeit durch die Straßen, so daß viele Häuser erschüttert, mit dein Einstürze bedroht wurden, und die Bewohner von Speicher zu Speicher flüchteten, .höchst thcilnchwcnd und wohlthätig zeigte sich die Nachbarschaft, vornehmlich aber unser Fürstenhaus gegen
""'In'östlicher Entfernung von Neuwied, in höherer Ebene, die nur eine solche seltne Uebcrfüllung des Rbeins erreichen kann, war kurz vorher ein neuer Gottesacker abgegrenzt worden, der, die Brüdergemeinde ausgenommen, welche ihren Todtengartcn noch weiter gen Südost eingefriedigt hatte, fünf Christengemeinden vereinigt Die Juden in unserer Stadt werden auf der Höhe vor Obcrbibcr zu ihren Batern versammelt.
Ein erfreuliches Ereigniß für unsere Grafschaft war die Erhebung des ehrwürdigen Grafen Alcrander und seines nachblühcndcn Hauses zu dem Ncichsfürstcnrange, mit dem ihn der Kaiser am dreizehnten des ^il'nilis beehrte ")
Dem fürstlichen Erben, Friedrich Karl, wurde nach einem Jahre, den zwanzigsten des Augusts, i7»i. dcr S"bn Karl Emil Friedrich Heinrich geboren. Der 'älteste von Friedrich Karl's nun lebenden sechs Söh- ,vr der Prinz Clemens (S. 1781), ein sechzehnjähriger Jüngling, gieng in diesem Jahre als Lieutenant b""dem kaiserlichen Regimcnte Kaunitz nach Mcchcln in Brabant, und ward, nachdem die Irrungen zwischen Ocsterreich 'und den vcreiniaten Staaten über die Scheide, beigelegt waren, bei dem Regimcnte Prcuß Wien Hauptmann Sein jüngerer Bruder, Christian Friedrich (S. 1775), sollte in dcr Zukunft unter seinem Oheim, dem Fürsten Christian Heinrich zu Sayn-Wittgenstein-Berlcnburg, bei dem ncuzucrrichtcnden Rcaimcnt für'die Gencralstaaten, als Obcrstlicutenant angestellt werden").
Der Fürst Tlcrander wurde seit 1777 nach dem Tode des Burggrafen Wilhelm Georg zu Kirchbcrg, e'—< Neffen dcr Fürstin Carolina zu Neuwied, in einen Rechtsstreit verwickelt. Die Grafschaft Sann-Ha- cbenburg war da Wilhelm Georg mit seiner Gemahlin Isadclla Augusta nur eine Tochter Luise Isadella hinterlassen hatte 'au' seinen Oheim Johann August erblich übergegangen. Auch dieser hatte keine Nachkommen und die'stchnb<'fe erkannten, bei Erlöschung des burggraflichen Mannssiammes, das Recht dcrKirchber- mschen weiblichen Verwandten zur Erbfolge an. Folglich war. nach der Meinung einiger Publiken, d.e Fürstin Carolina, deren einzige Schwester Sophia Charlotte (des Graft: Mart.n zu Stoberg Gemahlm, des Grafen August,u Stolberg Mutter) bereits verstorben war. nach andern. der,eloen Nuchte d.e interlassene Tochter des Grafen Wilbelm Georg, die nächste Erbin ihres väterlichen Bentzthums. Nach darüber geflossenem Vergleiche, erbielt -jetzt der Fürst Alerander den Bann Marsayn; die fernere Auseinandersetzung gesthah ^ erst 1790 ").' Am 24. April des folgenden Jahres wurde dem Eroprinzen Fnednü) Karl der letzte Sohn
todt gcoo>«i.^^ ^^ dieses Jahres 178? führten für die Wiedischcn Lande wieder drei glückliche Er- 1787. eigniffe. und unter ihnen eins der seltenen herbei. Am vierten des S^tembers feierte der ^graf von Wied'N'ii'kel ^rl Ludwig Friedrich A^ander (S. 1762), nachdem er tbeüs durch hauoliche Lehnr, theüb I'.f dcr Universität zu Straßburg , itliche Bildung gewonnen halte, semc Vcrmähli.ug mit deZ öul-
4?) Non dies« Ucberschwcmmlmn spricht de.Z :ct,te Kapitel. 48) Arch. z» Nl'^r,
