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mens gestützt hatte, sieng an zu sinken, da er, bei dem Ausbruche des Türkenkriegs im Februar, als kaiser­licher Hauptmann (S. 1785), durch körperliche Uebcl, die selbst seine Geistcsthätigkeit schwächten, das Heer bei Scmlin zu verlassen gezwungen wurde, und krank nach Neuwied zurückkam °").

Unter solchen Umstanden konnte unser Fürstenhaus den Inbcltag der Ehe Alerandcr's und seiner Gemahlin Carolina (S. 1739) am zweiten des Januars, nicht mit der vollkommenen Freude begehen, zu welcher er sonst geeignet war.

Am ersten Märztage, es war der Sonntag Invocavlr, erfreute sich die lutherische Gemeinde der Thcilnahme ihrer hochverehrten Herrschaft, als ihre neue Kirche, die zwar von Außen noch nicht vollendet, aber doch im Innern zum Gottesdienste eingerichtet war, von dem angehenden Prediger Schcllcnberg einge- weibt wurde, dessen Vorgänger, Kirchcnrath Engel, nach Straßdurg zurückgegangen war.

Der Prinz Clemens fühlte sich jetzt bewogen, in einem von ihm selbst Französisch verfaßten Auf­satze, zu Gunsten eines seiner jüngeren Brüder auf die Negicrungsanwartschaft zu verzichten. Er übergab ihn, d. 2, Mai, unterschrieben und besiegelt, erhielt die Erlaubniß, eine Seereise zu machen, begab sich nach Amsterdam, und in dem folgenden Jahre nach Surinam.

Unterdessen ward unsere Rheingegend, in Folge des Ausbruchs der Revolution in Paris, seit dem 14. Iul., eine Zufluchtsstätte des Französischen Adels. Der Gras von Artoiö, der nachhcrige König Lud­wig XVIII., der Prinz von Cond« und sein Sohn, der Herzog von Bourbon, kamen 1791 im August nach Koblenz, um da ein Heer zu sammeln, und ihnen folgten Tausende, die an beiden Nheinufem in den Städten und Dörfern Wohnungen miethctcn.

In diesem Jahre hatte Alexander und seine Gemahlin das Vergnügen, ihre die Grafschaft Saun- Hachenburg bctrcsscnde Erbschaftssache, die seit 1786 weiter verhandelt worden war, dahin befriedigend aus­geglichen zu sehen, daß sie, nach des Grafen Johann August zu Kirchberg Tode, welcher 1799 eintrat, den Bann Maxsayn mit den Dörfern Maxfayn, Zürbach, Freylingcn, Wölfcniugcn, den Hachcnburgschcn Antheil an dem Dorfe Stcincbach das Gut Belle bei Stcinebach, Zehnten von verschiedenen Dörfern und den Höfen Schöncrlcn, Kaulbach, und von dem Hause Nassau-Wcilburg, dessen Fürstin die Kirchbcrg'sche Gräfin Luise Isa­bella geworden war, 3ll0,UNl) Fl. Entschädigung erhalten sollten. Nach dem Reichsdeputationshauptschluß 1803 wurde dieser Gegenstand vollends berichtigt").

Nicht lanac mehr mußte Alexander von dem Andränge leichtsinniger Fremdlinge Zeuge scyn, die seiner Stadt zwar Geldsummen zuführten, ihm aber auch eine vcrhängnißvolle Zukunft voraussehen ließen. Ei entschlief an Alttrschwache den siebenten des Augusts, im neunten Monate seines fünf und achtzigsten Jah­res. Den Ruhcort seiner Gebeine auf dem neuen gemeinsamen Gottesacker bezeichnet ein Denkmal mit den Worten:Zu groß ersetzt, zu gut vergessen zu werden. Seine Thaten schützen sein Andenken."

Was man von der Stadt Neuwied gerühmt hat, und was sie noch, nach langer zerstörenden Zeit. Gutes und Einladendes enthält, das ist Alcxander's Werk;'bei den oft wiederholten Ueberschwcmmungen der Stadt bewies er stets, in Vereinigung mit dem Stadtrathe, die väterlichste Freigebigkeit und die wei­seste Sorgfalt; was die Dörfer und Höfe und Gefilde seines kleinen Landes an Veredelung gewonnen ha­ben, es ist von ihm ausgegangen. Er unternahm viel, und sirengte die Kräfte und sprach die Mittel an, oie aufzubringen waren, zu guten Zwecken für das Ganze, mit einer Freiheit, die den veralteten Neichsge- setzcn allerdings nicht unterlag, und mit einer so vieljährigcn Beharrlichkeit, welche der hergebrachten Volks­weise, die sich nie von selbst zum Vollkommenen erhebt, nicht zusagte. Die Uebertreibungen, Verdrehun­gen und Erdichtungen, mit welchen Landgemeinden, von einzelnen Friedensstörern gereizt, ihre Klagen vor dem Reichsgerichte anbrachten, und zu deren gehässigen Zusammenstellung ein auswärtiger Anwalt sich er­kaufen ließ, um den Fürsien noch am Abend seines Lebens zu kränken, sind von der Zeit widerlegt wor­den. Es mag sich jener Umtriebe jetzt wohl Niemand freuen. Ware Alexander minder groß und gut ge-

1789.

1791.

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50) Arch. zu Neu».

3ic<«'i Weschichlt.

5!) Ueber diese Tr«n§«cti°n, s. Arch. zu Neun,.

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