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»vesen, hätte er weniger sclbstsiandig gehandelt, und seinen Unterthanen, die ohne Unterschied bei ihm Gehör fanden, sich entzogen: so würde weniger wider ihn geredet worden scyn. Doch der Undank ist verstummt, das Andenken an den Fürsten, der ein großes Reich beglückt hatte, und der Achtung seiner hohen Zeitge­nossen in Teutschland sich versichert hatte, lebt in allen Besseren unter uns fort, und sein Name wird in Neuwied immer mit preisender Verehrung genannt werden.

In demselben Jahre verlor die obere Grafschaft an, ein und dreißigsten des Octobcrs ihren Regen­ten Christian Ludwig, in seinem sechzigsten Lebensjahre, im neun und zwanzigsten seiner Negierung (S. 1732. 1762). Er hatte kurz zuvor die Ncichsfürstenwürde erhalten. Seine würdige Gemahlin, Charlotte Sophia Augusta (S. 1762) überlebte ihn bis 1803. Ihr ältester Sohn, Karl Ludwig Friedrich Alexander (S. 1787), trat mit dem Anfange des Dcccmders die Regierung an, als Fürst zu Wieb, Graf zu Isen- burg, Herr zu Nunkel und Ncuerburg, Erbmarschall des Herzogthums Luxemburg und der Grasschaft Chi- ny, Ritter des Polnischen weißen Adlerordens.

Am fünfzehnten desselben Monats vollendete auch sein Oheim, Graf Franz Ludwig (S. 1734), königlich Französischer Oberst von dem Ncgimcnte Nojal-Bavi<re, sein Leben in Dierdorf. Seit diesen letz­ten Monaten füllten die Flüchtlinge aus Frankreich unser Nhcinthal so sehr an, daß in Neuwied fast jedes entbehrliche Zimmer an einen Emigranten vcrlehnt wurde. In dem Schlosse fanden die Franzosen, wah­rend noch Alexander lebte, wenig Zutritt, desto unbeschränktere aber unter seinem Nachfolger, dem Fürsten Friedrich Karl. Man schätzte um diese Zeit die Anzahl der Französischen Adclichcn in Neuwied, Koblenz und benachbarten Orten über 42,000. Außerdem sammelten die Königlichen ein Heer in der Umgegend, das aus 60,000 Mann, mit 80 Kanonen, bestand.

Die von außen noch ruhige Zeit benutzte unsere regierende Fürstin Luise (S. 1766), mit ibrer mütterlichen Freundin, der vcrwittwcten herrlichen Carolina,-innig vereint, und ihren Kindern, den Wissen­schaften und den schönen Künsten lebend, auch zu gelegentlicher Furtsetzung der Nachgrabungen unter den Römischen Trümmern dci Nicdcrbidcr (S. bei 16 nach Chr. Geb.), wo Alexander schon 1759 hatte nach­suchen lassen, und verschiedene Münzen, Gefäße, Werkzeuge u. f. w. waren gefunden worden. Der dama­lige Pastor Cäsar zu Hcddcsdorf hatte den Landesherrn auf die Römischen Alterthümcr in der Umgegend überhaupt in einer kleinen Abhandlung aufmerksam gemacht, in welcher er auch den, bei dem Jahre 60 nach Christi Geburt gedachten, Fcldbrand bei Köln in die Nahe von Hcddcsdorf versetzen wollte ^°). Jetzt entdeckte der Ingenieur Hoffmann, Lehrer der fürstlichen Kinder, bei Niedcrbibcr ein Mauerwerk in Form eines Rechtecks mit abgerundeten Ecken, 631 Fuß breit, 840 lang, eine fünf Schuh dickc Bcrthcidigungs- nnn:er, und vor den Ecken Grundlagen von Thürmen. In dem Innern fanden sich ein Adzugskanal des Bades, Götterbilder, unter welchen ein Genius von Bronze mit Inschriften sehr beachtungswcrth ist, Adler, Steine mit Legioncnzahlen bezeichnet, und vieles Andere '2).

52) Arch, ,!! Ne,!w,

5H) Das fürstliche Cabinet, wo alles bei Nisberbtter A>'sg!>sm!bene, von dem verstorbenen Hauptmann Hossmann ge- ««uet, aufgestellt und Rcistnden von Hrn. von Knorc',^ ne e>c,t wird, bednrf ein>i besonderen Beschreibung. Ei«l Übersicht gieb: d,ii- kleine Schritt: Ue!,'er die Zerstörun, d<-r Nöwc st>dte an dem Rhei,'«, zwischen Lahn und Wieb ». f. w. Neuwied bei kichtfers und Faust 182s. Mit Sttindruckze'ichuungen,