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ter einem Kreuze an der bemoosten Mauer aufgetürmten Schädeln, hingen wir schweigend unfern Empfindungen nach. In dieser ernsten Pause fühlten wir es recht lebhaft, wie viel der Reisende entbehren lernen muß, wenn er hinausgctrieben von der unwiderstehlichen Sehnsucht nach Erweiterung seiner Kenntnisse, sich in einer fremden Welt einsam stehen sieht. — Unser Auge strebte vergeblich, die wunderbar verschleierte Zukunft zu durchblicken, und vor ihm lagen beunruhigend alle die Beschwerden, die noch überwunden werden mußten, che wir hoffen konnten, über den weiten Spiegel des unermeßlichen Dccanö zu den heimischen Gestaden zurückzukehren." Die Wanderung wurde über den Paraibastrom zu den Indianerstämmm der Puris, Coroados und Coropos in Urwäldern fortgesetzt; ein junger Coropo diente, als guter Jäger, auch zum Doll- metscher. Die Gesellschaft kehrte im November zu der Villa de S. Salvador zurück, wurde da durch die Kunde von dem Siege dcr^Prenßen und Engländer (d. 18. Iun.) bei Belle-Alliance erfreut, folgte dem User des Paraiba bis an die See, und drang dann in die Wildnisse der Botocudos am Rio Do«. Im Januar
1816. kmn der Prinz an die Flüsse Matthäus und Mucuri, nach Villa Vi>osa, von da im Junius nach Caravcllas, wo er die reichen Sammlungen nach Rio abgehen ließ, und von da neue Bedürfnisse erhielt. Nach vier Wochen setzte er die Reise fort, lernte die Patachos-Indianer am Rio do Pardo und die Machacans kennen, gelangte an die Flüsse Porto Seguro und Santa Cruz, im August an ocn Bclmonte, von wo er mit seinem Gefolge in die Hauptsitze der Notocuden zog, diese merkwürdig?!! Wilden genauer beobachtete, um sie lehrreich zu beschreiben ' ^), und kehrte nach Belmonte zurück. Nach einem Aufenthalte von vierthalb
1617. Monaten daselbst brach er am Ende des Jahres nach dein Rio dos Ilhcos auf, bahnte sich drei Wochen lang durch Urwälder Wege in das Innere der Capitania von Bahia an die Grenze von Minas Geraes, durchreiste einen Theil der Capitania von Bahia, besuchte in den großen Waldungen die Urbewohner Camacons, von den Portugiesen Mungojoß genannt, schiffte darauf über die Bahia de todos oö Santos/kam im April in die Hauptstadt Bahia glücklich zurück, begab sich am zehnten Maiabcnd an Bord des Schissfahrers Princcsa Car- lota, langte mit Anfang des Julius zu Lisboa an, verließ am zwölften Portugal zu Schiffe, erreichte am zwei und zwanzigsten Falmouth, am sechs und zwanzigsten London, und traf mit den beiden Gefährten, nebst einem jungen Neger und einem Votocudcn, zu großer Freude der Scinigen im August wieder zu Neuwied ein, wo ein Theil seiner Naturschätze schon angekommen war, ein anderer nachfolgte.
Der Verfasser der vorliegenden Geschichte unseres Fürstenhauses sprach damals in der Stille seine und gewiß aller verständigen Neuwicder Gefühle in diesen Worten aus:
Freudig eili sie heran durch der Gebirge Reih'» Deine Weda, und ruft: Scy mir willkommen, Freund! „Dreimal heilig gegrüstt, herrlicher Fürstensohn!" rauscht's auf heimischen Eichenhöh'n. „Sey willkommen, o Prinz! Zierde und edler Stolz meines Namens!" so ruft Deiner Erhabnen Werk "); , liebend war ich um dich lange besorgt; Du bringst
hohem Ruhm mir und Heil zurück. ,,Sey willkommen, o Du meines vollendeten Helden Nruder!" so ruft freudig Dein Neutschcs Land!
Heil, begeisterter Freund heil'ger Natur, o Heil Dir und unserer Wissenschaft! Dank dem ewigen Gott, der auf den Wogen Dich zu ersehntem Gestad' reicher Atlantis trug,
und aus brennendem Strahl reizender Nüstcnem unterm Himmel Dich wieder schenkt!
Die hohe Bescheidenheit des Prinzen theilte in demselben Jahre, aus Verlangen, eine kurze vorläufige Beschreibung seiner Reise und ihrer Ausbeute, öffentlich in einer Zeitung ^) mit, deren Herausgeber
13) Im zweiten Bande 1821. 14) Neuwied. 15) S. Isis oderEncyclopadische Zeitung 1817. N«. 190—191.
