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Dkcn dann so fortfahrt: „Was S. D. der Prinz Max. von Neuwied hier, um nicht zu scheinen, nicht hat mittheilcn wollen, finden wir uns verpflichtet, nachzutragen. — Ohne Rast wurden von einem Duzend Menschen, Pflanzen und Inletten gesammelt, Vögel, Säugthiere und Lurche (Amphibien) geschossen, jene eingelegt, getrocknet, die andern aufgesteckt, diese ausgenommen, ausgebälgt oder in Branntwein gesetzt; so d,,ß der Prinz, der alles zu leiten, die Gegenstände zu bestimmen, den Ort ihres Vorkommens, Lebensart, Geschrei, vergängliche Farbe, Geschlecht, Namen u. s.w. auszuzeichnen hatte, fast nicht zu Athen, kam. Bedenkt man, daß es in Brasilien fast beständig regnet, daher man Abends, statt sich zum Schlafe niederzulegen, nun eine Hütte baueu, die Sachen am Feuer trocknen muß; bedenkt man die vielen Tausend Gegenstände, die dennoch mitgebracht worden, so begreift man nicht, wie solches menschliche Kräfte ertrugen, wie es möglich gewesen, die vielen Dinge, die vielen Geschäfte in die Zeit von zwei Jahren einzuschieben. Auch blieb keiner von Krankheit frei. Monate lang hatten sie sich mit dem Fieber zu schleppen, während dem doch gearbeitet wurde, was möglich gewesen. So etwas war nur in's Werk zu setzen, durch den festen Willen des Prinzen, durch seine Einsicht in den Wert!) der Naturgeschichte, durch die großen Aufopferungen, die er dem gemäß nicht gescheut hat.
Zu Aufstellung der gesammelten Naturseltenhciten aus allen Thierklasscn, der eingetauschten Waffen und Gerathschaften von Wilden, und der stets noch wachsenden Menge von Thiercn aus andern Welttheilcn, wurde seitdem das sogenan,tte Fasanericgebaude eingerichtet, und dem häufigen Besuche von Fremden, welchen das schöne Cabinet täglich offen steht, verdankt Neuwied einen vielfachen Gewinn.
Der unermüdliche Prinz aber arbeitete in den nächstfolgenden Jahren sein, ebenfalls in Brasilien geschriebenes Tagebuch zu dem großen Werke aus, das seit 1820 erscheint. Die vielen auch von ihm selbst an Ort und Stelle entworfenen Zeichnungen, Landschaften, Mcnschengruppen, Gesichtbildcr, wurden von seinen Geschwistern, der Prinzessin Luise (S. 18NS) und dem Prinzen Karl (S. 1805), für den Kupferstecher vollendet. Nicht leicht also möchte sich ein Werk finden, das, für die Wissenschaft so wichtig, durch seine Gediegenheit und Kunstvollkommenheit so ausgezeichnet, fast ganz und allein von fürstlichen Personen dargestellt worden ist.
Kurz vor Marimilian's Rückkunft, am neunzehnten des Julius, kam unseres Fürsten zweite Tochter,
Luise Wilhclmina Thccla, zur Welt.
Für die Stadt und den Kreis Neuwied ward der dritte Tag des Augusts, der Geburtstag unseres Landcsobcrhaupts, des Königs Friedrich Wilhelm II>. von Preußen, durch die feierliche Eröffnung einer von S. Majestät gestatteten fliegenden Brücke denkwürdig. Die Mitglieder des Actienucreins, durch den dieses Unternehmen zu Stande kam, haben sich um Stadt und Land ein desto größeres Verdienst erworben, je tiefer, ohne diese wohlthätige Anstalt, Ncuwied's Fall würde gewesen scyn. Sehr wichtig und erfreulich, vornehmlich für unsere Nheinlande, war die königliche Erklärung in dem folgenden Jahre vom 18. Octbr. daß zu Bonn eine Universität, mit evangelisch- und karholisch-theologischen Facultäten, eröffnet werden sollte.
Unser Fürstenhaus erfreute am dreißigsten des Septembers die Geburt eines zweiten Prinzen, Otto
Friedrich Albrecht.
Der Fürst Johann August Karl wurde von dem Könige zum Chef des neuevuchtetcn Koblenzer 1219
Landwehrregiments ernannt.
Nach kostsuieligen Unterhandlungen über die Verhältnisse der Wicdischcn Hauser zu dem Königlich- 1820 Prcußiscken Staate, erschien d,,s, die Pflichten und Rechte aller mediatisirten Fürsten, Grasen und Herren in der Preußischen Monarchie betreffende Edier vom 30, Mai — eine Instruction wegen Ausführung des königlichen Edicts vom 2l. Juni 1815 "). , .^ ^ .
Zu Annahme der in diesem Edicte zugestandenen Ncgierungsverwaltung entschlossen, sah der Fürst 1822, zu Wicd-Neuwied auch die fortgesetzten Unterhandlungen über die Ansprüche seines Hauses an den Dorf-
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15) S. Gesetz-Sammlung für die königlich Preußische:, Staaten. N. 9, 1820.
