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bei Edrenbreitsiein einen Tisch. 1681 den 14. Februar riß der Wicdfluß, durch die Höhe des Rheins an­geschwollen, bei Altwicd eine steinerne Brücke hinweg, die unter dem Grafen Friedrich erbaut worden war. 1687 gicng die Gefahr eines Eisganges, als der Rhein seine Decke, über die man mit schweren Wagen ge­fahren war, gesprengt hatte, schonend vorüber. 1709 und 1711 waren geringere und kurze Ueberströmungen. 1740 überfüllten die Schnccgewässer den Rhein so sehr, daß er dm I l.Deccmber in die Stadt trat, am 13. zwar wieder siel, aber am 18. wiederkehrte, und bis auf den 23sten die ganze Stadt durchströmte; kaum abgelaufen, ergoß er sich abermals den 28. in die unteren Straßen, und verließ sie am 2. Januar 1741, um nochmals am 4. Januar die Stadt zu umfluthcn. Am 7. kehrte er in sein Ufer zurück. 1744 gieng das Eis zu Ende des Februar's unschädlich ab; aber der Strom schwoll, und überzog die niedrigsten Thcile der Stadt bis auf den 8., siel dann und stieg wieder am 12.; am 17. verlor er sich. 1751 den

18, März erreichte die Fluth beinahe die Höhe, wie 1740. 1753 am 15. Decembcr, gieng der Rhein nur einige Schuh über. 1758 drang der Strom, von Schweitzerschnce vergrößert, den 29. Juli in unjcre Fel­der und Straßen. 1760 ergoß er sich am 30. Januar von Engcrs her durch die, nachher genannte, Luisen­straße, und führte von den hier befindlichen, nachher zugeworfenen, Weihern das Eis hinweg. 1763 am 8. Januar war der übergetretene Rhein so fest zugefroren, und die Kälte stieg bis zu Ende des Monats zu dem Grade, daß Lastwagen über die Eisbrücke giengen, und Trinkgescllschaften sich auf dem Strome ver­sammelten. Am 7. Febr. gieng das Eis ab. 1764 trat das Wasser am 1. Januar in die Stadt, und versagte noch am 4, den Zugang zu dem alten lutherischen Gottesacker. 1767 war der übergegangene Fluß bis in die Mittclstraßc gefroren, und man fuhr acht Tage lang zu Wagen auf das linke Ufer. Be­deutend war auch die Überschwemmung 1769 vom zweiten Wcihnachtstage bis zu Ende des Jahres; eben so zu Ende Novcmber's 1770, und 1778 am 26. Januar.

Bon der höchsten Wassersnot!) und Eisgcfahr, die Neuwied bisher erlitten hat, ist bei dem Jahre 1784 erzählt worden. Im Jahre 1788 schloß das Eis den Rhein am 17, Decembcr, trug Wagen bis den

19. Januar 1789 und gieng bis den 3l. ruhig weg. 1795 war die Stromstäche bei Neuwied vom 24. bis 28. Januar zugefroren. 1799 stieg der Rhein zweimal, am 4. und 23 Febr., aus feinem Ufer in die näch­sten Straßen; 1807 wurden diese am 2g. Februar mit Nachen befahren, dasselbe geschah 1809 vom 27. bis 31. Jan. Der großen Fluth 1784 kam die 1819 in den Wcihnachtstagcn am nächsten, da sie mit ihren Eistrümmern mehrere Straßen überschüttete, verschiedene Häuser durchbrach und untergrub, Saatfelder zer­riß, und von größeren Zerstörungen in dem nördlichen Theile der Sladr nur durcb di>> Dammstraße abge­halten wurde, die, ein sehr schätzbares Denkmal der Nassauischen Regierung von Neuwied, über Engers nach Tbal Ehrenbrcitstein läuft, und durch fortgesetzte Erhöhung und Befestigung eine große SchWwebr für Neu­wied werden kann. Ein zweiter Damm ist im Herbste 1823 in der Nähe der Stadt und auf Kosten dersel­ben, von einem höheren Punkte jener Landstraße bis an den Rhein aufgeworfen worden. Die jüngste Ge­fahr drohte uns der gewaltige Strom im Januar 1823, nachdem er seit dem Anfange des Jahres, bei an- baltendcr strenger Kälte, an mehreren Stellen, und am 11. und l2. auch bei Neuwied mit stehenden Eis­massen sich bedeckt hatte, die gegen Ende des Monats sich bei Koblenz und weiter aufwärts festsetzten. Ein Fußweg führte an der Stelle der fliegenden Brücke zu beiden Ufern. Am 30. nach langen Erwartun­gen und ängstcnden Nachrichten von Koblenz, trug der Strom Nachmittags 2 Uhr seine Eiülast still vorüber, uns ein rührendes Zeichen der göttlichen Erbarmung, für die wir noch an demselben Nachmittage in öffent­licher Kirchenversammlung dankten. Desto schrcckcnvollcr aber war der Aufbruch der Mosel bei Koblenz, welche schon am frühen Morgen, che das Rhcincis dort wich, mit furchtbarer Gewalt sich an ihrer Mündung entlud, auf dem Rhcinrückcn aufwärts drang, und bis über 22 Fuß anwachsend, in die Stadt stürzte, die hohe Balduinsbrückc. bestürmte, an 50 Schiffe zertrümmerte, und, indem sie den cdclmüthigen Sinn der Menschen wohlthatig angefeuert hatte, ihren Abzug nahm.

Außer diesen vorübergehenden Ucbeln schlugen auch in diesem Zeiträume Unfruchtbarkeit, Thcurung Hunger und Seuchen unser Land, In dem Jahre 1665 griff eine Seuche mit der Ruhrkrankhcit in Vcrbin-