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und sich auf eine, dem Handelsverkehr etwa günstigere Zukunft zu erhallen. Vemerkenswcrth ist unter die- stn auch die Reuschische Zichoricnfabrik inil ihren mechanischen Getrieben, und des Kaufmanns Nnnchi Bestreben, auf seinem reizend gelegenen Gute an der Ncitcmündung durch einsichtsvolle Anwendung zweckdienlicher Erfindungen die Landwirthschast zu vervollkommnen.
Vor den Übergangen der Franzosen zählte Neuwied über 6,000 Menschen; diese Summe verminderte sich um mehr als tausend, hat aber seit dem Ansauge dieses Jahrhunderts wieder zugenommen. Bedeutende Brauereien, Brennereien und Sicdercicn gaben, bis zu ihrer Beschränkung, mancher Familie Unterhalt. In den letzten Jahren hat endlich auch die Baulust wieder viele Hände in Thätigkeit gesetzt und Häuser errichtet, erweitert, verschönert.
Die fortwachscndc Bevölkerung, die sich in der Stadt und in den Wiedischcn Gebieten jetzt überhaupt über 46 000 Menschen bcläuft, bezeugen die neuen Wohnungen und die zu engen Schulhäuscr.
Die freie und durchgreifende Wirksamkeit unserer Grafen und Fürsten seit dem Westfälischen Frieden um ihr Land zu der Bildungsstufe des übrigen Tcutschland's zu erheben, ward ihnen durch cbeu diesen Frieden erst gegeben, der sie von Erzbischöflichcn und von Lehen-Fesseln mehr und minder erlöste, und ihnen durch die weite Verbindung mit dem (üorpuz LvanZelicornm, den Reichsgerichten und dem Kaiser, einen Wirkungskreis gestattete, dessen Ausfüllung unsere Fürstenhäuser des Dankes eben so würdig macht, dem die Geschichte Tcutschlaud's allen hohen Wohlthätern seiner vielen kleinen Thcile zu zollen^ hat. Die Ausscheidung dieser Häuser aus dem großen Bunde und Nathc des Vaterlandes ward durch fremde Tyrannei verübt, unter der alle Teutschcn Häupter erlagen, und läßt Wünsche für jenes altbcrühmte Geschlecht, die der neueste Staatenbund rechtfertigt, und Fragen übrig, die das Schicksal einst gerecht entscheiden möge.
Die Verhältnisse unserer fürstlichen Familie, waren in den letzten Jahrzehnten vor der Revolution mit mehreren entfernteren Höfen die glücklichsten, und die katholischen Fürsten und Abteien in der Nahe, besonders der edle Kurfürst Clemens Wcnccslaus von Trier, wenn er in dem Lusischlosse zu Karlich weilte, und der Prälat von Nomcrsdorf, pflogen mit unserm Hofe eine herzliche Freundschaft. Jenes schönes Schloß ,erstörten die Franzosen, Nomcrsdorf litt zum Thcil dasselbe Schicksal; die Kirche,.diese uralte Nuhchalle der Gräfe» von Isenburg und Wied, wurde verwüstet, die Abteigüter sielen 1803 dem Hause Weilburg zu, die katholischen Dörfer Ismburg, Weiß, Heimbach, Gladbach, sahen in diesem reichen Kloster eine Quelle wöchentlicher Wchlthatcn versiegt, und es blieben von allen Herrlichkeiten des reichen Stifts, außer dem schönen Gartcu"und den öden schauerlichen Zellen, nur in einem Saale, der von der Maurcrkunsi des Mittelalters 'cuqt noch schöm Säulen von Granit und Marmor; bis unter der Preußischen Regierung das kostbare Gut 1820 ein Eigenthum der Frau von Frege und der Familie von Stolzenberg geworden, und bereits durch nel!e Bauten, ökonomische Einrichtungen und heitere Verschönerungen umgebildet ist.
Auch in dem geistigen Leben, in dem sittlichen und gottcsdicnstlichcn Zustande, ist seit der Mitte des sieocnzehntcn Jahrhunderts in unserem Umkreise geschehen, was der Reformation im sechzehnten nicht gelang, und wohin Hermann von Wied, Kurfürst von Köln, zu früh arbeitete. Wie aber jener Geist nicht vergebens wider das Fleijch gestritten, die alten Formen zersprengt und sich einen lebendigeren, lichteren Leib zu freierer Vervollkommnung in der Zeit gebildet hat: so wird auch das, was jetzt noch wider den Geist aclüstct allmalia sich füge", und wer vielleicht nur ein halbes Jahrhundert später, das Gcsammtleben unseres Kreises überschaut und beschreibt, wird mehr und Erfreulicheres zu sagen wissen.
Da alle Geistesbildung ursprünglich von der Kirche ausgeht: so mußten auch in unscrm Bereiche seit dem Westphälischcn Frieden die Kirchenvcrfassung, der Geist der Religion, die Lehranstalten, die Bildung des^olks, die herrschenden Begriffe, der Zustand der Gemeinden, das gesellschaftliche Leben und Streben in allen^seinen Richtungen und Verhältnissen, sich anders gestalten und erweisen.
Die crzbischöfliche Gewalt wurde eingeschränkt, unsere Landesherren erhielten die oberste Aufsicht über die kirchliche Ordnung. Sie entschieden die Wahl der Geistlichen und Sckullchrcr, stellten sie unter ihr Con-
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