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Kirch«! noch gar manches ordnen und von der Vorsehung geleitet werden, was das siebzehnte übrig gelassen hatte. Die Kirche zu Nordhofen stand wegen des Patronatrechts zwischen Nassau-Dillcnburg und Wied in Streit bis 1716, da der Graf Friedrich Wilhelm in einen Vergleich willigte, nach welchem Wied den Pfarrer anstellen, Dillcnburg aber die Bestätigung ertheilen sollte ?). Die Gemeinden Grcnzhausen, AnHausen, Honncseld, Nengsdorf waren wahrend des siebzehnten Jahrhunderts an das Kloster Romcrsdorf verschuldet, bis die Regierung zu Neuwied 1717 sich über diese und andere Streitsachen mit dem Abte ansein« andcrsetzte.
Die Kirchcngcbäude zu AnHausen, Nengsdorf und Honnefeld waren sehr baufällig, und wurden in den ersten Jahren des vorigen Jahrhunderts durch Collectcn ausgebessert. Das Kirchcngut der Anhäuscr hatte zu Ende des siebcnzchnten Jahrhunderts besonders auch durch schnell wechselnde Pastoren, als untreuen Haushalten!, gelitten. Die Kirchen Altwicd und Nicdcrbibcr, nach dem dreißigjährigen Kriege eine Zeitlang zn einer Pfarrei vereinigt, wurden gegen das Ende jenes Zeitraumes getrennt. In derselben Zeit waro die Kirche zu Drciftldcn ein Filial von Rückcrod, bis sie im achtzehnten Jahrhunderte einen eigenen Geistlichen erhielt. Die Kirche zu Obcrbiber, vormals dem Frauenkloster Dietkirchcn bei Bonn zustandig, ward erst 1796 ein Filial von Nicdcrbibcr. Bon ihren zwei Gothischcn Thürmcn war der zur linken Seite schon früher abgetragen. Dem Pastor von Biber blieb bis um 1770 die Verpflichtung, in der al'cn Wallfahrtskirche bei Melöbach, die Kreuzkirche genannt, von der nm die Mitte des sechszchntcn Jahrhunderts die Rede gewesen ist, jahrlich zweimal Gottesdienst zu halten. Seitdem ist sie in Trümmern zerfallen, das Brauchbare vertragen, und die Ruine mit dem Gehöfte des nahen Alaunwcrkcs verbunden worden.
Noch eine andre einzelne Kapelle an dem Hufe Nothhausen, die in der katholischen Vorzeit dem heiligen Georg geweiht, nach der Reformation wahrscheinlich zu andern Zwecken gebraucht wurde, ist mit dem alten Hofhausc erst in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts verschwunden. Von dem Hofgute, das um das Jahr 1667 im Besitz der Familie von Knopaus war, bekamen vorher und nachher die Geistlichen und Schullehrcr, sowohl in Altwied, als die Pastoren in Nicderbiber und Heddcsdorf, Korn und Wein, unter dem Namen Kapcllrentcn. Der Weinbau gicng auch da nach Alexanders Regierungsantritte ein.
Außer der Kirche zu Neuwied hatten die Lutheraner weder in der unteren, noch in der oberen Grafschaft eine ciaenc da sie vereinzelt in Dörfern, vornehmlich bei Hütten- und Hammerwerken, wie zu Ras- selstein Biber Honnefeld, Hummcrich, und auf Hosen wohnten. Jene um Dierdors, eine zu geringe Zahl als daß sie in dieser Stadt, gleich den Katholikcn, eine Kirche hatten errichten können, hielten daselbst, in der rcsormirten ihren Gottesdienst. Die in der Grafschaft Runkcl, bci dem Silber-, Eisen- und Blei- werke zu Weiher, und im Dicrdorf'schen bei dcn Kupfer- und Eisenwerken in den Kirchspielen Puderoach und Naubach, hielten sich an ihre nächsten Kirchen. Die zahlreiche Knappschaft an dcr Anxbach, bei dem Gute Alzau an der Wied, lud bis 1813 dcn lutherischen Geistlichen zu Neuwied jahrlich einmal zur Abcnd- mahlsfeicr dascldst ein. 3u diesem Zwecke kamen auch die jenseits des Rheins in dem Mcyfclde zcrsireutle- bcndcn Lutheraner nach Neuwied.
Erwünscht mußte demnach unter einer erleuchteten Regierung in dem neugewonnenen Teutschlands über dem Strome die Bildung neuer evangelischen Gemeinden, und auf beiden Seiten ein allgemein ermunternder Anlaß zur Vereinigung der Rcformirten und Lutheraner für viele von diesen seyn, die dadurch mancher Beschwerlichkeit überhoben wurden, unv in ihrem Glauben und Gewissen doch frci blieben. Eine solche wangelifche Gemeinde bildete sich 1821 in Mayen. Ihre feierliche Einweihung geschah von dem cvangc- lischreformirten Pfarrer Herrn Meß von Neuwied, im November 1822. In der Stadt Neuwied'war seit s'chzig Jahren zu einer evangelischen Einigung Vieles vorbereitet worden; die alte Eifersucht war beschwichtigt, der Sectengcist gewichen, häusliche, bürgerliche, und andere Bande der Liebe, wie des Verkehrs, hatten einen kirchlichen Frieden eingeführt, der unserm Orte den Ruhm, nicht mehr zu sagen, der Toleranz, son-
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7) Nrch, zu Nmw. Ni«l's Geschichte.
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