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Laur. Lubcns 1740, Iac. Mcsen 1776, Ad. Dittmar 1792, Em. Kronendergcr 1805, Bausch 1810. Bei der Brüdergemeinde: PH. H. Molter, Ierem, Nislcr, Iac. Düvcrnoy, Chr. Fr. Gregor, Bcnj, Reichet, Lu- dolfFabricius, I. Ehr, Sch'art, I. Ludw. Herbst, PH. Iac. .Röntgen. In Dicrdorf war der letzte katholi- jche Geistliche um 1547 Ioh. Traudes. Auf ihn folgten die evangelischen: Ioh. Alstorp um 1564, Jos. Alexander von Gicsen um 1531, Dionyf. Franzius 1630, Caöp. Hipp 1665, Fried. Duilius, I. Herm. Alt- gcld 1703, Iac, Schcllwald 1707, And. Iac. Weidenbach 1729, Mor. Iac. Schellwald 1741, I.Dan. Grimmcl 1760, P. El. Heddaus 1762, Fr. Amad. Iac. Böhme 1771, I. G. W. Stahl 1776, Fried. Aug. Schild 1814.
Die Zunahme der Gemeinden in unscrn Grafschaften und besonders in Neuwied, erheischte auch Verbesserung der Schulen. Zu Altwied bestand bis in das achtzehnte Jahrhundert eine Lateinische Schule, über die der Pastor als Ncctor, und um 1700 der Pastor Preußing von Heddcsdorf als Inspcctor gesetzt war. Die Gemeinde des Dorfes Melsbach wünschte 1692 für ihre Kinder, die nach Altwied gewiesen waren, eine eigene Schule. Bis gegen die Mitte des vorigen Jahrhunderts wurden alle Kirchspiele mit den nöthigcn Schulen versorgt; der Gehalt der Lehrer bedarf freilich noch jetzt, wie überall, der Verbesserung, und der Wille der Acltercn eines edleren Eifers. Unter Friedrich Wilhelm entstand 1716 eine Lateinische Schule in Neuwied, die, ungcachtci ihrer Beschränktheit, bis in die letzten Zeiten Vielen eine gute Vorbildung gegeben hat. Die Brüdergemeinde errichtete eine Anstalt für Knaben und eine für Jungfrauen, die noch beide, auch durch viele fremde Zöglinge, blühen. Es entstanden in der Stadt noch andere Institute für Jünglinge, und wnrdcn von der Landcshcrrschast begünstigt. Das bedeutendste war bis 1813 das Schellenbcrg'sche. Eine Töchteranstalt der Fräulein Mctzler wirkt viel Gutes im Stillen. Unsere städtischen Elementarschulen hatten mehrere verdienstvolle Lehrer, und der höhere Geist des Tcutschcn Schulwesens ist vorzüglich jetzt in der Stadt und auf dem Lande nicht zu verkennen. Nur die Schulsale werden, bei der wachsenden Kindermenge, ein dringender Gegenstand allgemeiner Sorge. Seit fünf Jahren besteht in Neuwied ein königlu chcs evangelisches Schullehrer-Scminarium, unter seinem ersten Dircctor Braun musterhaft eingerichtet. Auch ein königliches und fürstliches Gymnasium erhob sich 1818, wozu eine Anzahl wohlthätiger Einwohner der Stadt durch beträchtliche Schenkungen ein geeignetes Haus, das ehemals Röntgcnsche, kauften, und königliche, fürstliche und stadtische Beitrage die Lchrcrbesoldungen bestritten. Es dauerte aber nur zwei Jahre, aus Ursachen, die hier nicht zu beleuchten sind. Das Gebäude hat die Regierung dem Seminarium angekauft. Dieß war desto mehr zu beklagen, je angelegentlicher eine solche wissenschaftliche Anstalt von den Freunden höherer Bildung gewünscht, und je tiefer die Nothwendigkeit der festen Begründung derselben von der Landesregierung, und der duldsamsten Durchführung in Neuwied, empfunden wurde. Sie konnte eine reichliche Nahrungsquelle für den Ort, und, unter einer christlichwcisen Leitung ein durchwirkendes Mittel werden, den allgemeinen Sinn und Geist der Einwohner zu läutern und zu vereinbaren.
In dieser letzten Absicht und Hoffnung wurden die Elementarschulen der beiden größeren evangelischen Gemeinden 1821 im Juni verschmolzen; allein der Mangel an Besoldung tüchtiger Lehrer für die allzustarken unteren Klassen, die Vereitelung der Versuche, das beiderseitige Gcmcindcvcrmögen, durch welches allein die Anstalt erhalten, und in dem nächsten Jahre ein gemeinschaftliches Schulhaus erbaut werden mußte, so zu vereinigen, daß die junge innigst verbundene Schulgcmeinde sich auch kirchlich durch kein ausfchlicßcne des Interesse gespalten sähe, und endlich die Gefahr, sich zu erschöpfen, und Schulden zu häufen, machte für die, sonst lutherisch genannte, Gemeinde 1823 die Abänderung nöthig, nach der ihre Schuljugend mit dem Scminarium, welches einer Ucbungsschule bedarf, unter landesherrlicher Bestätigung, hinfort ge- thcilt wird.
Zu Dicrdorf besteht, außer einer gewöhnlichen Elementarschule unter einem Lehrer, keine höhere in einem eigenen Hause, obgleich der zweite Prediger als Rector eine Lateinische Schule in seiner Wohnung halten kann, und früherhin auch mancher Jüngling dort zu höheren Anstalten vorbereitet worden ist.
In der jenseitigen Nachbarschaft hat die königlichprcußische Regierung das Schulwesen schon bcdeu-
