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Wanderung hereinbrach, welcher das morsch gewordene Römer- reich keinen Widerstand mehr zu leisten vermochte. Franken und Alamannen teilten sich in die Beute bis schliesslich auch die Alamannen durch den Frankenkönig Chlodwig bei Zülpich im Jahre 496 besiegt und dem großen fränkischen Reiche einverleibt wurden. Von dieser Zeit an gehörte auch Bingen und Umgegend zum fränkischen Reiche.
Ob aber auch schon damals Algesheim vorhanden war, läßt sich bei dem Mangel jeglicher Nachrichten nur annähernd bestimmen.. Zur Nömerzeit wenigstens scheint es noch nicht bestanden zu haben, denn man hat bis jetzt noch nichts gefunden, was den Gedanken einer römischen Niederlassung erregen könnte. Allerdings fanden sich in nächster Nähe einige römische Gräber, aber dieser Umstand spricht noch nicht für eine römische Niederlassung, da die Römer ihre Toten vielfach an die Heerstraßen begruben und die römische Heerstraße von Mainz nach Bingen über das heutige Algesheim führte.') Und nachdem die Herrschaft der Römi-r zu schwinden begann, und gerade in diesen Gegenden beständige Kämpfe stattfanden, und dann später im Sturme der Völkerwanderung war die Zeit auch nicht geeignet, Niederlassungen friedliebender Bürger zu gründen. Als dagegen durch den Sieg Chlodwigs in der Folge ruhigere und friedlichere Zeiten eiutraten und zugleich durch das Christentum Kultur und Gesittung sich verbreiteten, da" war auch der Augenblick gekommen, wo die Familien sich in ! festen Wohnplätzen sammelten, um den Werken des Friedens, vor allem dem Ackerbau sich hinzugeben.
Dabei dürfen wir uns aber nicht sofort Dörfer nach unseren jetzigen Begriffen, sondern zunächst nur große Höfe vorstellen, wie sie bei den germanischen Völkern überhaupt Sitte waren, 2 ) um welche sich dann die.Knechte, die den Hofherrn leibeigen waren, und welche sowohl den Feldbau als auch die häuslichen Arbeiten verrichten mußten, allmählich anbauten, und so zunächst geringere Weiler und erst später die größeren
>) vr- Keuscher in der Zeitschrift des Vereins zur Erforschung der rheinischen Geschichte und AUerthümer in Mainz. Band I, S. 391.
2) Daoitus, äs mor. üoriu. XVI.
