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verspricht und dafür dasDorf Algesheim" verpfändet, wogegen der Graf Schutz und Schirm der armen Leute des Erzbischofs bis zur Tilgung der Schuld übernimmt.')

Doch scheint diese Verpfändung nicht lange gewährt zu haben, denn nach einer Urkunde, welche sich im Binger Stadt­archive befindet, bekennt am 7. Juni 1365 Erzbischof Gcrlach, daß er Schultheiß, Schöffen und die Gemeinde zu Bingen in seinen Anteil des Ungcldes?) daselbst gegen 750 Pfund Heller^) eingesetzt habe, wovon sie zur Ablösung desDorfes Algesheim" 565 Gulden an Joselin von Würzburg, Jakob, seinen Bruder und Kallmann von Frankfurt zahlen sollend)

Nach dem Tode des Erzbischofs Theodorich (1459) entstand, wie sooft, eine zwiespältige Wahl. Die eine Partei wählte Diether von Isenburg, die andere Adolf von Nassau zum Erzbischof. Jeder von beiden suchte seine An­erkennung beim Papste nach. Der Papst bestätigte Diether unter genau vorgeschriebenen und von ihm eidlich angenom­menen Bedingungen. Doch erfüllte er keine derselben und zeigte sich selbst hartnäckig, als der Papst ihn wiederholt durch eigens geschickte Legaten dazu aufforderte. Da entsetzte er endlich 1461 Diether seiner Würde und verlieh dieselbe an Adolf von Nassau. Allein jetzt entstand zwischen diesen beiden und den mit ihnen verbündeten Fürsten ein erbitterter Streit, welcher dem Lande harte Wunden schlug. Algesheim ergab sich gleich anfangs an Adolf, aber kurz darauf, am 30. September verpfändet er dem Markgraf Karl von Baden Schloß und Stadt Algesheim zum Ersätze für alle Kosten und Schäden, die er bei der Hülfe wider Erzbischof Diether erleiden würde.5)

') Gegeben zu Byngen am Samstag vor St. Gallen-Tag. Im Auszug mitget. Usg. Loio. VIII, 402. Scriba, Nsg. III, Anhang i>. 5610.

2) Ungeld oder Umgeld war eine städtische Abgabe für Früchte, Wein, überhaupt Nahrungsmittel, was wir heutzutage ungefähr unter Octroi oder Accise verstehen, b) Ein Pfund Heller ist gleichbedeutend mit .ein kleiner Gulden von Florenz.' Vergl. Anm. 3. Seite 7..

H Weidenbach, Regesten der Stadt Bingen, S. 31 n. 323.

. b) Kremer, Geschichte des Kurfürsten Friedrichs I. von der Pfalz, W...251. Die Verpfändung fand statt auf Mittwoch nach St. Michaelis. Am 21. Januar 1462 wurden auch noch Dromersheim, Ockenheim und Kempten verpfändet. Ebendaselbst.