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testen Grausamkeiten gegen die benachbarten, namentlich geistlichen Fürsten. 0 Alle Vermittlungsversuche halfen nichts. Die Waffen mußten entscheiden. Wieder durchstreiften Freund und Feind unsere Fluren, überall Not und Elend zurücklassend.
Am 26. September kam es zwischen Ockenheim, Dromersheim und Büdesheim zur Schlacht. Zwischen 6 und 7000 Pfälzer fielen und wurden in den nächsten Tagen daselbst begraben. Aber noch nach Wochen fand man die in Verwesung übergegangenen Leichen in den Weinbergen.?) Erst im folgenden Jahre kam der Friede zustande.
Doch bald wütete von neuem die Kriegsfurie. Mordend, plündernd und brennend zogen in den Jahren 1688—90 die Franzosen in unseren Gauen umher. Unbarmherzig brannten sie Städte, Dörfer und Schlösser nieder. Noch jetzt sehen wir gar viele Zeugen um uns her, welche die furchtbare Verwüstung von damals zurückgelassen hat. Zu Anfang des Monats Juni 1690?) griffen diese mordbrennerischen Horden Algesheim an, trieben die darin gelegene schwache Besatzung und die Bürger in die Burg, legten aller Orten Feuer an und zogen sich dann zurück, die Stadt ihrem Schicksal überlassend, weil . sie Hülfe aus Mainz fürchteten und die Burg nicht so geschwind s zu überwältigen hofften.^) Nur die Pfarrkirche und einige ! wenige Häuser blieben vom Brand verschont.^)
Groß war die Not der Einwohner. Der Kurfürst Lothar Franz, der „mit ihrem Unglück ein billiges Mitleiden trug," befreite die Stadt ein Jahr lang von jeder Schatzung und bewilligte Zollbefreiung auf das zum Bauen nötige Holz.6) Aber die Stadt lag immer noch in Ruinen. Mit dem Wiederaufbau wollte es nur langsam vorwärts gehen, denn die Bürger waren teils ausgewandert, teils fehlten
0 K. A. Menzel, Neuere Geschichte der Deutschen, 4. Bd-, S. 345 ff. ?) Chronik des Pfarrers Gebhart zu Planig, mitgeteilt im Archiv für Hessische Geschichte, Band XV., Heft I, S- 121.
2) Nach einer Notiz in den Taufregistern, geschrieben vom damaligen Pfarrer Kremer, geschah es am 9 Juli 1691. i) Nkeatrum Lnropaomv XIII, 1043. s) Schaab, Gesch. d. Stadt Mainz III, 450.
°) „Protokollum und Verzeugnuß des Algesheimer Gerichts." Im Gemeindearchiv.
