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Jahre 1502. Am 28. Mai dieses Jahres schrieb der Erz­bischof Berthold an das Kapitel des Mainzer Albanstiftes dem Vikar Niklas Kraus zu St. Alban, seinem Keller zu Algesheim, zu erlauben, daß er ohne Verlust seiner stiftischcn Einkünfte die Kellerei noch ein Jahr versehen dürfe, weil er noch zur Zeit seines Dienstes nicht entbeh­ren könne.')

Unter den Amtskellern der spätem Zeit müssen wir einen besonders erwähnen, Elias Becker, welcher während der 33jährigen Amtsthätigkeit in Algesheim (16851718), die gerade in die Zeit fiel, als die Franzosen die Stadt verbrannten, sich in hohem Grade die Liebe und Achtung der Bewohner erwarb. Seiner gedenken die Sterberegister mit den ehrenden Worten:Gewissenhaft verwaltete er sein Amt und machte sich wohlverdient. Er war bei allen beliebt, fromm und auf­richtigen Herzens und ein unermüdlicher Wohlthäter der Kirche des hl. Laurentius in Bergen."») Sein Grabstein steht in der Kirche an der Kommunionbank.

Bei der neuen Ämterverteilung unter dem letzten Mainzer Kurfürsten Friedrich Karl im Jahre 1782 wurde Nieder- Olm dem Vicedomamt zu Mainz einverleibt, während Alges­heim fortan nur durch einen Amtskeller und einen Amts­vogt verwaltet wurde. Die zum Amte Algesheim gehörigen Orte waren außer der Stadt selbst: Dietersheim, Dro­mersheim, Ockenheim, Büdesheim, Gau-Böckelheim, Sarmsheim, Laurenziberg und Gaulsheim.s) Mit der Kellerei war eine Fautei verbunden, zu der nebst Algesheim die Dörfer Ockenheim, Dromersheim und Dietersheim gehörten.^) Der Faut hatte besonders für die Handhabung der landesherrlichen Rechte in Betreff der leibeigenen Untcrthanen zu sorgen.

Alle diese Verhältnisse erreichten infolge der politischen Umwälzungen im letzten Jahrzehnt des vorigen Jahrhunderts

1) Schaab, Gesch. d. St. Mainz, III, 447.

2) Bergen ist der alte Name für Laurenziberg.

2) Schaab, im Archiv für Hessische Geschichte. 1. Band, 2. Heft, S. 180. 0 Schaab, Gesch. d. St. Mainz, III, S. 430.