46

Winterschoor ein Paar Ochsen, auf 5 Morgen aber ein Ochs erlaubt wird und sodann auf 10 fl. monatliche Schatzung kann ein jeder eine Kuh und ein s. v. Schwein vor den Hirten treiben, bei 3 fl. Strafe, welcher dawiderhandelt."') Dann wurde noch am 11. Mai 1725wegen vieler Klagen vor rathsamb befunden, eine der gantzen Bürgerschaft zum besten gereichende Verordnung aufzurichten," in welcher es unter an­dern! heißt, daß demjenigen,wehr gahr nichts oder wenig­stens 2 Morgen guth hat, Kein Vieh zu halten erlaubt sein solle."-)

Über den Viehstand selbst finden sich kaum einige Notizen. JmJahre 1766 waren in der Gemeinde vorhanden 8 Pferde, 50Trückochsen," 300 Kühe und Rinder; 1776 waren es 12 Pferde, 60 Ochsen, 150 Kühe und 16 Rinder--)

Weinbau und Ackerbau nahmen die ganze Kraft der Bewohner Algesheims in Anspruch; die Ackerprodnkte brach­ten sie hauptsächlich auf den Wochen- und Fruchtmarkt nach Bingen, welch letzterer von Alters her an jedem Mittwoch abgehalten wurde, oder auch nach Ober-Ingelheim, woselbst jeden Donnerstag Fruchtmarkt stattfand. Im Orte wurde fast kein Handel getrieben, obschon auch dazu mehreremale der Versuch gemacht wurde. So legte der Kurfürst Lothar Franz, welcher nach den Schreckenstagen von 1690 so viel für Algesheim that, im Jahre 1698 zwei Jahrmärkte daselbst an, den einen am 5. Juni, den anderen am 20. August, aber sie konntenwegen Mangel der Krämern" nicht gedeihen^) und lösten sich in bloße Kirchweihtage auf.

I) Protokollbuch.

») Protokollbuch.

>) Notizen in den vürgermeisterrechnungen der betreffende» Jahre. <) Lokalaufnahme der Kellerei Algesheim vom Jahre 1780, im Ge­meindearchiv.