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Prozession nach Ockenheim, woselbst das Bittamt stattfand, während die Ockenheimer nach Algesheim kamen und hier ihr Bittamt hielten. Am Mittwoch in der Bittmoche und am Feste des hl. Markus (25. April) ging die Prozession durch die Gemarkung. Sakramentalische Prozession fand seit alten Zeiten am Feste Christi-Himmelfahrt durch die Straßen des Orts statt. Auch am Feste des hl. Bonifa- tius (5. Juni) ging eine sakramentalische Prozession aus der Pfarrkirche in die Bonifatiuskapelle der Burg, woselbst der ganze Pfarrgottesdienst, morgens Amt und Predigt, nach» mittags feierliche Vesper, gehalten wurde. Am St. Laurentiusfeste (10. August) zog die Prozession wiederum auf den Laurenziberg- woselbst der Wallfahrtsgottcsdienst stattfand. Die feierlichste aber von allen Prozessionen war, wie auch jetzt noch, die Fronleichnamsprozession durch die Straßen des Orts.
An den Dienstagen der hl. Fastenzeit zogen viele Bewohner unter Gesang und Gebet unter Vorantragung des Kreuzes auf den Laurenziberg und ebenso wieder zurück, aber ohne Priester, doch las der Kaplan auf dem Berg eine-hl. Messe.-)
Am Sonntag nach Maria-Himmelfahrt wurde alljährlich das Kirchweihfest gefeiert.?) Das große Gebet dauerte 40 Stunden lang. Tag und Nacht ohne Unterbrechung, vom 14. Dezember 4 Uhr nachmittags bis zum 16. Dezember 8 Uhr morgens.
Bruderschaften bestanden bis zum Ende des vorigen Jahrhunderts drei: Die sakramentalische Bruderschaft, die gestiftete Armeyseelenbruderschaft und die Skapu- lierbruderschaft. Das Skapulierfest (16. Juli) wurde mit großer Feierlichkeit gehalten; an diesem Tage kamen die Karmeliten von Kreuznach und hielten den Gottesdienst, wo-
>) Planbericht vom Jahre 1790.
2 ) So war es noch 1790. Unter Napoleon I. wurden alle Kirchweihen im linksrheinischen Gebiete auf den zweiten Sonntag nach Allerheiligen verlegt. An diesem Sonntag findet noch jetzt die kirchliche Feierlichkeit statt, während die weltliche Feier noch stets am Sonntag nach Maria-Himmelfahrt gehalten wird, wie dies seit undenklichen Zeiten Brauch ist.
