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Die jetzige Kirche ist geweiht den hl. Märtyrern Kosmas und Damian.i)
i) Die heiligen Kosmas und Damian waren Brüder aus „Arabien, welche die Heilkunde, die sie in Syrien erlernt hatten, zu Ägäa in Kilikien mit dem glücklichsten Erfolge und zwar sowohl zum geistigen wie leiblichen Wohle ihrer Mitbürger unentgeltlich ausübten. Als die diokletianische Verfolgung ausbrach, ließ sie der Präfekl Lysias mit ihren 3 Brüdern ergreifen und ins Meer werfen. Gott beschirmte sie vor dem Untergange in den Fluten wie auch später vor dem Feuertode. Sie wurden daher enthauptet ums Jahr 303. Ihr Fest feiert die Kirche am 27. September. Sie wurden in der Kirche stets hochverehrt. Sie kommen im Kanon der hl. Messe vor, wo außer den Aposteln nur wenige Märtyrer erwähnt werden, ebenso in der Litanei von allen Heiligen. Zu Konstantinopel baute Justinian, der nach Anrufung der Heiligen von schwerer Krankheit genesen war, zum Danke eine prächtige ihnen geweihte Kirche, zu Nom geschah„das Gleiche durch Papst Felix II. Sie werden als Patrone der Ärzte und Apotheker verehrt und ihre Abbildungen haben als Attribute meistens Arznei- gläser und chirurgische Instrumente. Ihre Gebeine ruhten zuerst zu Cyrus in Syrien, von da kamen ihre Häupter nach Bamberg, und ihre übrigen Gebeine nach Bremen. Letztere wurden am 8. Mai 164S nach München übergeführt, wo sich bereits seit 1606 die Köpfe der Heiligen befanden. Sie wurden in der damaligen Jesuitenkirche, jetzigen St. Michaels-Hofkirche beigesetzt, ^.et. 68. Lolland. tom.VII 8ext. p. 428 ff.
Sie ruhen noch jetzt auf einem Altäre in der genannten Kirche» Die Häupter sind überaus kostbar gefaßt. Den Reliquienschrein kaufte laut noch vorhandener Urkunde Kurfürst Maximilian I. um 200 Goldgulden. Briefliche Mitteilung des Präfekten der St. Michaels-Hofkirche, Herrn Sebastian Mall, vom 15. August 1882.
Wann die Algesheimer Kirche zu Ehren der beiden Heiligen geweiht wurde, läßt sich nicht bestimmen. Die beiden ältesten Nachrichten kennen nur eine Martinskirche; die eine sagt ausdrücklich, die Kirche sei konsekriert zu Ehren des hl. Bischofs Martinus. Erst im 18. Jahrhundert begegnet uns zum erstenmal« die Nachricht, die Kirche sei geweiht zu Ehren der genannten Heiligen. Wenn es in der ältesten Nachricht heißt, im Jahre 1501 seien die Häupter der beiden Heiligen in der hiesigen Pfarrkirche gewesen, so weiß die Geschichte davon nichts, denn der Jesuit Stilting, welcher in den ^,ot. 8o.not.8spt. tom.VII das Leben der beiden Heiligen genau beschrieben und alle Nachrichten, welche sich auf die Reliquien derselben beziehen, gesammelt und eine ausführliche Geschichte derselben be-gefügt hat, sagt nichts davon, daß die Häupter der beiden Heiligen jemals in Algesheim waren. Das schließt aber nicht aus, daß sonst bedeutende Reliquien derselben, auch Teile ihrer Häupter, in Algesheim sich befanden, daß dadurch ihr Festtag am 27. September besonders feierlich begangen wurde und so allmählich wegen dieser Reliquien sich die Gewohnheit bildete, die Kirche selbst
