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Auch in der Folge sind die Nachrichten spärlich. Im Jahre 1616, am 13. August, wurde „ein neuer Lettner oder Bortkirch der Kanzel gegenüber aufgeschlagen" und 1610 zwei neue Stühle für denselben angefertigt und zugleich „um den Hochaltar ein Gegitter mit Tralgen gemacht/")
Ehedem hatte der Kurfürst von Mainz als Zehntherr das Chor zu bauen und zu unterhalten, das Schiff dagegen und den Turm die Gemeinde. Der Turm ist nicht ausgebaut und gewährt deshalb keinen schönen Anblick. Er hat einen starken Glockenstuhl, welcher im Jahre 1701 unter dem Ober-Schultheiß Joh. Phil. Hetlinger und dem Unter- Schultheiß Quirin Wallau errichtet wurde.?)
Der Glockenstuhl trägt drei Glocken. Die älteste ist die sog. „Halbmcßglocke;" sie hat die Inschrift: „Niob bat
ckis Aomoin ^lAkslioiin rni elman äsr unbslloaütsn matter Lottes Uariae giesen lassen. 1670 Avss inieb Oasp. Ilotli in Llaintr.« » Die größte und die kleinste sind jüngeren Da-
als eine den beiden Heiligen geweihte anzusehen. Auch die Annahme, die Kirche sei vielleicht bei der Einweihung nach dem teilweise» Neubau vom Jahre 1539 oder auch später den beiden Heiligen geweiht worden, ist nicht stichhaltig, denn es widerspricht das dem Gebrauche der Kirche, welche auch bei einem Neubau oder einer durch andere Umstände hervorgerufenen Neueinweihung stets die ölten Patrone beibehält.
Wie sehr dis Verehrung der beiden Heiligen in das Volk gedrungen war, zeigt unS der Umstand, daß besonders der Name Kosmas sehr oft als Vorname und zwar als alleiniger Vorname gewählt wurde. Bei den Firmlingen des Jahres 1614, deren Namen uns noch ausgezeichnet sind, kommt kein Vorname so häufig vor, wie gerade der Name Kosmas, und auch in den Taufregistern der folgenden Jahre begegnet .er uns überaus häufig. Besonders zeichnet sich dabei die Familie Ockstadt aus. Jetzt trägt unseres Wissens nur ein Algesheimer den Namen Kosmas und dieser hat ihn nur als Beiname. Es ist der Polizeidiener Philipp Kosmas Kleisinger. Wie schön wäre es, wenn diese Sitte sich wieder von neuem einbürgern würde!
Notiz im Pfarrarchiv. Weiter heißt es darin: „Das Holz zum Lettner wurde in Gauisheim geholt und unentgeltlich herbeigefahren, so daß er in allein an ausgelegtem Gelds gekostet hat 27 fl. 6 alb. sä 2 kr.), wovon aber wieder durch Wohlthäter 12 fl. 17 alb. 4 H gespendet wurden, so daß der Kirchenfabrik nur 14 fl. 12 alb. 4 A zur Last fielen. Dagegen kosteten die 2 Stühle 10 fl. 16V, alb. und das Gegitter 8 fl.
?) Eingemeiselte Inschrift am Glockenstuhl.
