Ziel/ solches zu beschirmen/ aufgetragen/ auch zu gleich einige Freyheiten oder Vortheil in der Stadt gelassn worden seyn/ und mag wol solches der erste Ursprung der Vorstädte bey Speyer/ und vielleicht auch andern benachbarten Orten gewesen sey»?. Weilen aber leichtlich in nachfolgenden Zeiten Ir- runaen und Zweiffcl vorgefallen seynd/ oder man be­sorgn haben dörffte/ daß durch Lange der Zeit nie­mand rechte Wistcnschafft behalten möchte/ was die­sem oder jenem Dorfs ciqcnciich zu bewahren/und zu vertheidigen gebühre/ so können / solchem zuvor zu kommen/ hernacher dcralcichen Mcrckzcichcn aufge­richtet worden seyn; dann gleichwie bey der Stadt Speyrlfthen Cantzelcy bekannt ist/ daß beyde Dorff- schafftcnGommcrshcim und Freispach/ (so auch ein paar Stund von Speyer cliclegeil/) sich gewisser Freyheiten berühmten/deren sie in der Stadt.? pcyr gegen Bewahrung einer Zinnen zu geniern hcitccn/ inmassen sie erst vor kursen Jahren in einer bey Rath überreichte!? Schriffc sich vernehmen lassen/ sie hät­ten Macht/ zu SverL zu kauften und zu verkauften/ gleich eineni gcsefstnen Burger von Speyer/ darum sollen sie/ die von Gonunershcim zu Nöthen denen von dreyer eine Zinnen bewahren/ und also ist gar glaublich/ daß vor Zeiten zwischen der Stadt Speyr und denen von Mutterstact ein gleichmäßiges möchte abgehandelt worden seyn / so aber nach der Hand wiederum in Abgang gerathen/ deßwegen man auch den Stein ausbrechcnund beyseite, legen lassen; Er ist im Jahr i) si. wie man alle Vorstädte an ihren Mauren vcrbcsscrt hat/ als ein vermcyntes uhraltcs Dcnckmal in die Stadt gethan/ anfänqlich an den Ort/ da der Stadt Sceinmckcn im Retschin gear­beitet/ gestcllet / und nachdcme man auf selbigen Platz des KeNurix und (^onrectuns Häuser zu ball­en vorgenommen/ mit denen meisten übrigen alten Klc,!^l!ne!ni5, wie hier gemeldet/eingemauert wor­den. Was sonstcn die Gothische Buchstaben be­trifft/ da solle l^Inla« ihr Bisthoff mklnlm circa

ammm <^!N'M 17 j, solche erfunden/ und mit dcncn- sclbcn die von ihm in die Gothische Sprach ver­setzte Bibel geschrieben haben/ welche Sprache sich dermasscn vcrwcicett und ausgebreitet/ daß Ol2U5

V^cn'Mi.iü m luci-anna K umcu ctzlich und dreyßig

Artcn Gothischer Alphabeten hervor gebracht.

Da« sünssce.

Ist ein grosser vicrccketcr Stein / daran des Ab­gotts Klel cuni, und zurück gegen über der Abgörtin l^li^i« sunt einer Eulen / und wieder auf einer Seiten des l lcrculi5, und auf der andern zurück der Abgöttin )mic»u5 mit einem Pfauen/ ausgehaucne Blldnüß zu finden/ ist ein fürnchmes Zcugnnß der Römer Anwesens in der Stadt Speyr.

Das i. Buch. Cap. vm. ,?

rl»via. derer ausdrückliche Meldung in Beschrei-

c>

das sicbsie.

Ist ein Bildnüß eines Römischen Reisigen/ der sich und sein Roß für seinem Obristcn zur Muste« rung gestellt.

Das siebende.

Ist im Jahr 1600. in der Sandgruben für dem ^cubürger Thor gefunden/ und ausgegraben/ aus dessenUberschrifft zu vernehmen/ daß l.^»« ^""

bung der Römischen Lezioncn beschicht/ zu Speyr bey Regierung Käyscrs ^uzulii, als Drulu« wider die Alemamüer gcjirittcn / in Besatzung gelegen/ 1^5. /»».,. <«^ //^. 2, /,//?. T^ec. Die Schlifft ist gantz/ und folgenden Innhalts.-

0. Kl.

6. V K. V I l' ^ I. I

1^111.. I.HQ. iiii. ri..

8111'. VII. VIXI'I'

^l^. x^. ^6KN8

Lxl'eoii'10»^

c; Z Kivl ^ K1 >e. ? i_. ^viv8 ?K0CQ

V 8 Kl l I.. l^L ci 8 8.

5Kcvnov8 «5K1^8

Das achte.

Ein steinern Sarck mit einem steinern Deckel/ so Anno 1572,. im Rich vor dem Weiden-Thor im Grunde gefunden. Samt etlichen schönen H'cyd- nischcn Trinck-Geschirrcn/ als Schalen kormiret / so im Sarck gestanden/ und Todtcn-Beinen. eI" In einem i^Hnulcri^in, welches ein Burger und Vlsircr zu Speyr/von Sachen/ die sich in der Stadt Zeit seines Burgerstandcs vom Jahr issi. b'.ßi6i2. zuqetragen haben/stehet. Im Hchr 1 s7 2. den 17. )H!,li2rii. hat man ein steinern Sarck gefunden im Rech vor dem Weiden-Thor/ wo man die Stiege 5. v. zum heimlichen Gemach gebet/waren darinnetz- liche Todtcn-Bem / und ein Heydnisches steinern Krüglein mit einemDeckel darüber, --p-

In, ???ünster innwendig über dem Thor gegen Nordm scynd drcn fnrnchmc^«ru» oder Bildnüß zun: Zcugnüß und Gedächtnüß der Römer Regie­rung dieser Stadt und gantzcn Landschafft des Spryrgaws eingcmaurtt.'

Inder äusscrn Mauren der Kirchen zu S. Ger­malt und Mauritim sindct man ein Xtuinu^encurn des Abgotts Klercuni, darvon das Bildnüß abge­schlagen / aber Stück von den Füssen noch daran/ und zwisihcn den Füssen eine sehr wobl postierte Schild-Kröte/ so den Kopffund die FüA> llntcrm Schild hcrfür strecket/ darunter diese Schlifft:

0^0 Kl^KcuKio

Am Wormbscr Thor im Allsgehcn zur linckcn Hand ist noch ein Kl unmnencum, daran man vor Jahren so viel gelesen:

VIKIV5 Kl^, VIX V^^I^KI. 0

O.

Man hat auch vor Iabren viele alte güldene/ sil­berne/ küpffcrnc/ der Lateinischen Römischen Käv- ser Müntz^amn hin und wieder im Feld-Bau ge­funden/ und werden bißwcilcn noch heutiges Tages gefunden. ^ Wie dann ^mor dieser vermehrten Chronick selber acht Stücke silberne Müntzen/ dar« C; unter