Das V.Buch Lap.IV.

«lMone lplcnäorem <^ul.n^m cnnc^mcx, lacies ruoicliu<^2, öc prolixior l?2i^.i, Ü^ Ii^c c^ncl,^ mo- lem 2nrl«uliin. ?c<Huz 1cunini5 quikuiclam l>?2r- ium jl>t,i5, vcnrcr commnc!l>5, incclll25 quonclam cirul, modo eravior, bioiruz s>acliu5 , öc l^m nun^uam lic perezrino uluz. ()uurl<.5c!Ln^ue Älicem tie of>u5 curon2 ^>«r^ncl2,j^unmm lem^cr pricecie^e, ^>ro vcro ti^icur.

Das ist:

Der Käyser war unter seinen Brüdern der äl« lest und best/ insondcrs gottöfürchtig / und m al­lem Thun standhafftig / neben der ^öniallchm Gravität gar anmuchig / milt / im Schlaff spar» sam / und pflegte allezeit im Schlaff zu reo.n / daß einer gemeynet/er wache ohn unterlaß / acgcn stine Freunde so getreu / als ein Mensch erfunden wer­den mag. Wir Habens gehöret / daß etliche bey ihm verklaqt/und der Mißhandlung überwunden worden/darmit sie sich gegen seine Person vcrgrif- sen. Er aber hat sie selbst versprochen / sin- sie ge­beten/und keiner Anklage oder Hci bi echung leicht­lich Glauben zugestellet. Und ist mit seinen Fun­den also umgegangen / als hatten sie ihm niemals Leids gethan. Eines sehr wunderbahiM hohen Verstands: Als sein erst Gemahl EdidislI' welche »eine Königliche Prmtzcssm aus Engelland gewe­sen/ und ihme im Jahr 5>;o,verlobt worden) °D verstorben / und er zuvor die Lateinische Sprach nicht studiret gehabt / ist er dem Smdircn mtt solchem Fleiß obgelegen / daß er das Latein lernen verstehen/ und bcncben der Slavonischen Sprach geredet / aber er hacs selten gebraucht. Mit Jagden hat er sich offt erlustiaet / auch im Brct gerne gespielet. Die Gestalt seines Leibes war ansehnlich / und seinem Kämglichen Grand gemäß / füuckclte schnelle Augen / oas AngciMt »öthlich/langen Barts/so damals von Alters nicht bräuchlich / in Kleidung hat er sich nach des Lan­des Brauch getragen/und sich niemals nach an­derer Melonen Manier bekleidet. Wanns die Zeit erfordert / daß er die Käyserliche Cron müssen austsetzen / hat er allweg den Tag zuvor pflegen zu fasten.

Das IV. Capitel.

N>as Gestalt die Fürsten / so wider den H.and-Frieden gehandelt/ um diese 3eie gestraffr: Und ein klar Zeugnuß /daß unter der Carolinisthen und Sächsischen ^sere und Könige Regierung / nie­mand die gemeine be<ct>ricbcne Römische Rechte studiret noch gebrauckr: Sampe einem Exempel des^ampss-Rechrens.

.Je Sächsische Fürsten und Stände haben "» sich dessn übernommen / daß derKönl- glicheStand von der CarolinerGcschlecht auf das Hauß Sachsen und ihren Stammen ge­langet/und deßnalbcn sich allen andern Fürsten des Reichs fürzuschiessen unterstanden/ v^cicb./<b.2. Diese Anmassung hat Hertzogen ^rnul^^um zu Bayern/ GrafElmharden zu Francken / und an»

Kays. Otto I. 341

dere fürnchmc mächtige Fürsten des Reichs/so aus dem Stamm (^roN Kl.igni hcrgcko.nmell/ zube- schwerlicher Ungedult bewegt/und ist ihnen schmertz« lich zu Gemüth gegangen/ daß die Königliche Hoch» heil und Ehre von ihnen und ihrem Stamm vcr» ändert / und auf em ander Geschlecht erwachsen/ und dcßhalben ihr Ansehen und Namen gering­schätziger wollen gehalten werden. Indem nun die Sächsische Fürsten über andere mächtiger und hö­her zu werden sich bearbeitet / die Fränckische Für­sten hingegen ihr uhraltes Ansehen und erlangtes Lob zu erhallen getrachtet / scyno aus dieser Wider­wärtigkeit ichwerc Kriege zwischen den Fürsten un­ter sich /und wider Aciyscr Qcconcm selbst entstan-

den. kiebanr mulra netaliz a iecllcioüz , Komici- oia, pc^urig. cl»^,of»ulacione5 , incencii» , «ciuw« ^r2Vliln<.^!<:,s2n^um, !Mf>nim, ju5 cli«:ou5 paricer

f>luceclcuanr. /b«/, Graf Eberhard bekrieget des »)scrs Bruder Herzog Heinrich / ward seiner mächtig / und legt iim gesänglich / den hat der Käyser mit Kr« gs- Gewalt wieder erlediget. Berührter Graf belagert auchHertzog Urunizno, die Stadt Elmcr,bczwangsic/undlicßalleInwohner/Manns- uud Weibs Personen/ Jung und Alt/darinn durchs Schwerdt ^"richten. Käyser Ott beruffl die Fül­lten und Stände des Reichs auf gemeine Versam- lung/cililer auch dahin Graf Eberharten/und alle seine Hclffcr/ daselbst wegen Erregung innerlichen Kriegs/ sur Fürsten und Ständen Rede und Ant­wort zu geben- Demnach dieselbe erschienen / und ihre verübte Kriegs-Empörung nicht können mit Grund entschuldigen/ hat der Käyser/ samptFür- sten und Ständen oes Reichs erkennt / daß Graf Ebcrhard/sampt andern Fürsten seinen Gehülffen/ iy die orllin2ri Straff der Land-Fried-Brecher gefal­len/das ist/ daß sie von einem Ort zum andern Hunde auftm Rücken tragen sollen /welcheStraff dieselbe würcklich zu vollstrecken angehalten worden. Graf Eberharten hat der Kciyser wegen seines uhralten yoyenStammes/ und grossen Ansehens im Reich °Z° (dann er war/wie gedacht/Käyserscuina<iii. " Bruder) °Q mit angeregter Straff verschonet/und um eine stattliche Summ Pferde /die er dem Käy­ser Müssen lieffcrN / gestrafft. Kcx con^emnavic LberliÄrclum ceuium calenelz «rlHimacion«: eouo» rum> omnaz^uc l'lloci^cs milnum, qm eum acl boc s»cinu« juva!Mnr>lleclacore c2num,ouo5 uorcaoanr ul<^lie 2cl urbeiu reßiam, <^ugm vocamu« Xl2ßicie-

liur^.vc/icick. /,b. 1. HZ- Mit welchem auch filier.«

m« l2ranc^iu5 in 5^x. /li. j.c. Is. übereinstimmet/"

oder viel mehr zu sagen/es aus Ihm genommen hat/" dennoch wurde der Eberhard an statt des Ban-" ckens dermassen hierdurch bewogen / daß er mit" des Käysers Halb-Bruder Danckwerten/ und" Schwägern Hcrtzog Gistlberten/ im Jahr 9; 8." den Käyser bekrieget. "°D

Um diese Zeit ist im Reich in Erbschafft-Sachen hin und wieder Streitigkeit in solchem Fall entstan» den.- Wann ein Vattcr.>rbcn gehabt/die sichver- heprather/ und in der EbeKinder erzeugt/ deren Vat- ter bey Leben dcsAlt»V'tters Todes verfahren /ob die Enckcl den Altvatter / bencbcn ihren Vettern oder Gatters Brüdern sollen erben? Der rnehrer Theil hats dafür gehalten/ daß die Cricket an ihres U u 3 Alt-