Das Vi. Buch. Tap. xii. 617
len geschehen / daß man von einer Zeit zur andern in etlicher Massen fürkommen/und in künfftigen Zeilen
Acht genommen/ was denselben nothwendig /für, in Besserung gebracht werden möchten; <o tonnen
lMlich/ ehrlich und löblich seyn wolle. Beyder sie in ihren besten Aernunssten und Ginnen genaue»
Stadt Speyr befindet man/daß sie ums Jahr i ? z'. re und genießllchere Wege nicht finden / dardurch
8tlcl?lte weltliche Leute zu der Stadt Advocaten wir baß wiederkommen loilcn uno mögen/ dann
und jhrer Cantzeley in Bestallung angenommen/ durch die/ so hernach folgen. Zum ersten/ so mey»
^-HenrlchvonFulda/ beyder Rechten Profcssom/ ncn sie/ daß alleZunffle hiezu^peyr fürbaß nicht
M. Ulrich von Wegesode, M-Werner von Landau/ mehr dann zwölss seyn sollen/ und wollen auch diclel-
u>»d M. CunradLamp / welche innerhalb wenig be auffs beste zu>ammen ordiniren ; wofern nun die
Jahren nacheinander beym Rath und der Stadt in Minderung der Zünffte gut und nutz seyn mag/ daß
bellst sich eingelassen- ' eine sonderliche grosse Nothdurssl »ep/ daßzugleich
Von solcher Zeit hat man angefangen derselben auch die drey Räthe gemindert wei den / dann es wol
Handlungen und Sachen mit mehrerm Fleiß zu be- mercklich ist / daß wenig Personen einen ^ath siä-
'chmbel!/Zechen-Bücher über die Einkommen und tigs zu besitzen in allen Sachen mehr Ernst und
Mz^ben zuhalten, die Gericht und Richter.Amvt Fleiß haben/ und auch haben müssen / die Stadt
vcMl>oigcr zu blstcllcn- Welcher Gestalt aber im und Gemeinde zu vcr>orgen/ alo deßglcichcn in viel
>»ahl l 423. die Zahl derZünfflc eingezogm/dieNc- andern fürnehmcn Stadien die :> äthc besetze seynd;
s'"ung der drey Räthe verbessert / die Mängel / die so haben die Räthe, oarauff eine Ordnung früge«
^bcy gespült/ abgeschafft worden das hat man aus nommen / die sie meynen daß sie nutzlich und gut
Sender Copcy deß hierüber aussgerichten Blicffs seyn soll/ also/ daß man fürbaß aus den zwolff
""Mindig mit mchrcrm zu vernehmen. Zünfften zwolff Personen auff den !^yd k,esen soll /
U.,stre Herren von den bäthen haben fleissig zu die zu ewigen Tagen den ^alh als e,n halber Räch
^.tt^ügenommen den trefiichen Schaden/welcher besitzen sollen/ und obmander zwölss Mann eu.S.
U"'^>:adt und Zünfften leider widerfahren ist/und theils in euer und andern Zu, M mel thaben «och
noch täglich widerführet / zum ersten in dem/daß viel bekommen möchte / so soll und mag man c >e aus
'Mare Rathbare/ undfast wolhabende Lcut von den andernZm-fflen/wo man sie h>! cu nwg. suc! cn
s,.^l abgangen / und theils von der Stadt gezogen und wählen / und dieselbe zwolff Peizonen »oller,
^"o. damit bißher dcr Rath und die Stadt Hp.yr dann m die Zünffte getbellt werden / als daß jhr
""w'g ichund wol besetzt gewesen- Zuwandern/ jeglicher von dcr Zunfft trcgcn / darum er g.tnmel
^"ft oic Enderungcn der Rathe und auch die Mm» ist/ den Nach besten ,oll. zu gleicher We>ß/ als ob
»e der Personen des Raths/ weil in jedem Rath er cns derselben Zmisst zum öi^lhmann erkoren
^'6chssen/ der Stadt und männiglich fast Un» und gewählt worden wäre. W^nn ^uch derstl»
N'tten gebracht hat/ und täglich bringen möchte / in den zwölss Personen einer odcr mehr von Todes
^ daß sich mancherley Sach vor einem sitzenden wegen abgehen / oder ihren .^ach .uftgeoen, so soll
X^th erbeben /die doch anderer Zufällen dergrosscn man in den ncchstm acht Tagen va/nach andere
^lchassr und Schaden halben vor demselben Rath Rctthleut in dcr abgangenen ^ rate suchen / wäblen
Mtzu Ende kommen mögen. Und alssichsolche undtiesen/ bißdieZahlderzwölst Personen dcßewi»
Aachen von einem Rath auff den andern verzie» gen Raths erfüllet ist.
?"' / so wi, d derselben ctwan anderer Unmuß hat- Zu dcnlclben zwölffPersoncn des ewigen Raths
den vergGn/ also / daß der ausic^ehende Rath dem soll alsoann jegliche Zunfft jegliches I hrs auffden
l'ngcbcn^n nicht so eigentlich sc'buie belichten und zwölfften Tag nach Weihenachten zween ehrbare
iu WM« thun nug/ als es noth wäre. So scynd Mann/ die dnnLand und der Stadt die ehrlichste/
vanr, die ^eisonen/ die den Rath besltzensolten/ zu friedlichste und nutzlichste ftynd / unter ,hncn auffjh»
"mmai,, nlit ihrer eigenen Unmuß beladen / und re Eyd kiesen / und die dem Rath nennen und »er«
t>W' sich auch etwan einer auff den andern / also/ zeichnet geben / ausser denselben zweyen Personen
l."'^"»erwchnet/ der ander werde in Rath ge- mag der Rath den einen kiesen/ der den Räch milch.
An/damit unsern Bünmn/ Anwohnern / und an- nen dasselbe Jahr auß bcsitzen soll- Und wann dcrsel.
^ bcn einer mit Tod abgchet, oder seinen Ralhseß auff»
X^^^ über in^S chaden gebracht werden' 'So gegeben hat/ so soll dieselbe ?Miff: aw zwcen andere
arm Ü ""l> z'chm ab von Tag zu Tag viel reiche und dargebcninden nechsten acht Tagen darnach/wann
^me ieut/davon unser Schoß und andere unsere es an sie gefordert wird / darauß dcr Rath eine!»
^emengimmdert werben- So ist dann besonder zu sich mag erwählen, also daßaller Personen zu,
d" U"dM von etlichen Hünfftcn geklagt wor- sammen vier und zwantzig seyn sollen/die den Raih
"ln/ och ,hrcr wenig und nicht eine Zunfft seyud besitzen. Aue denselben 24. Personen sollen jedes
ni.«»"^"h als eine Zunfft dienen können/daß Jahrs zwcen Bürgermeister gewählet werden.
' «n da, zu sehen/ und ge'dencken wolle/wie man di: Wann nun des zugehenden halben ^'aths 5l°hr
'rre,str„ / und zu gemeinem Nutzen bringen möch- außgehet/ welches geschickt aust den zwö-sslen Tag
' ab ,rch aber anders nicht, dann Unmuß halben nach Weihenachten/ so sollen dieZünffce,cde,n.
v'lder verzogen hat. " sondcrhcit zwey Mann geben / darauß soll der sitzen.
gross,'.. ^""? ^"^re Herren von den Räthen mit de Rath von jeder Zunfft einen wählen auff den
und ' , E^ >n solche obgeschricbene Gebrechen/ Evd das Jahr den Rath zu besitzen ungefehrlich /
hen ,,^'andere/die nicht alle zu iHrcibenseynd/gest, also daß d:eyRäthe seyn und werden sollen/ und
H<m!, °"b getreulich bedacht , was Wege für doch daß in allen den dreycnRathen mcht mehr Per-
" ^ nchnlen wäre/ dadurch solchen Gebrechen sonen seyn sollen/ dann) 6. Wann der zwolff Pcrso,
