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Recht schwer hat Algesheim unter den Folgen gelitten, welche die Empörung der Rheingauer, zu denen die Alges- heimer damals auch gehörten, im Jahre 1525 ihm verursacht hat. Beim Beginne des sechszehnten Jahrhunderts war eine bewegte Zeit in ganz Deutschland in religiöser und politischer Beziehung, überall gab es Unzufriedenheit und Aufruhr; be­sonders waren schon längst die Bauern mit ihrem Lose unzufrieden und suchte» durch wiederholte Empörungen ihre Lage zu verbessern, aber immer wieder waren diese Auf­stände mit Waffengewalt unterdrückt worden. Jetzt, nachdem sie das Wortvon der evangelischen Freiheit" vernom- meu, fahtcn sie neuen Mut, erhoben sich überall in ungeheue­ren Massen und fielen in wildem Ungestüm über die höhe­ren Stände her. Der Aufstand brach zuerst im südlichen Schwarzwald aus und verbreitete sich mit großer Schnelligkeit über einen großen Teil Deutschlands, besonders auch über die Rheingegendc». Auch in Mainz brachen Unruhen aus. Die Aufrührer ließen von den Türmen die Geschütze holen, der Magistrat mußte ihnen die Schlüssel der Stadtthore übergeben, die Gefängnisse wurden erstürmt, die Gefangenen befreit. Erst, nachdem dasDomkapitel eineAnzahl ihmvorgelegterForderungen bewilligt hatte, wurde die Ruhe wieder hergestellt.

Von Mainz verbreitete sich der Aufruhr in den Nhein- gau, nicht ohne kräftige Aufmunterungen und verlockende Ver­sprechungen, l) Auch hier verlangten die Bauern vom erzbi­schöflichen Statthalter, Bischof Wilhelm von Straßburg, 2 ) und vom Domkapitel die Annahme einer Reihe von For­derungen, welche sie Ende April in einer Versammlung im Beisein des Vicedom») ausgestellt und demselben übergeben hatten. Es waren 29 Artikel.^) Unter anderm sollte darnach jeder Fleckeneinen gelehrten Prediger und Seclen-Versorger

>) Vgl. Janssen, Geschichte des deutschen Volkes, Bd. II, S. 51L und Bodmann, Nheingauische Alterthümer, S. 48S, Anm. 6.

2 ) Er verwaltete während der Abwesenheit des Erzbischofs Albrechb von Brandenburg die Kurmainzer Lande.

b) Der höchste erzbischöfl'che Beamte im Nheingau.

Schunk, Beyträge zur Mainzer Geschichte, Bd. I, S. 174 sf. Di« nachfolgende Schilderung über den Ausstand entnehmen wir zum Teil auszugsweise dem Schriftchen von S ch me lz ei s, Nüdesheim im Rhein­gau, S. ISO ff.