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Kirche wurde teilweise verbrannt.') Jahrelang hausten die Schweden bei uns. Endlich, im Januar 1636, zogen sie von Mainz und Bingen wieder ab. Aber der Friede war damit noch nicht hergestellt, vielmehr wütete der Krieg in seiner ganzen Schrecklichkeit weiter. Deutsche Truppen mit den Franzosen vereint brandschatzten in den folgenden Jahren die Gegend. Wie groß das Elend und die Armut damals in Algesheim war, geht daraus hervor, daß im März 1643 die Schöffen mit Erlaubnis des Pfarrers einen Kelch und einen kostbaren Rosenkranz, welche der Kirche gehörten, verkauften, um die Kontribution, welche der Gemeinde auferlegt worden war, bezahlen zu können.?) H
Auch Mangel an Munition war eingetreten, so daß die Gemeinde am 5. Oktober 1643 Blei von der verbrannten Kirche nehmen mußte, um daraus für ihre Bürger Kugeln zu gießen.?) Denn jeder mußte auf der Hut sein, da er nicht wußte, ob er nicht jeden Augenblick überfallen und ermordet würde.
So wurde am 20. Oktober 1643 Charles Darbois de ^ Nanzon, ein lothringischer Hauptmann, welcher allein von ! Appenheim nach Bingen reiten wollte, auf dem Wege von Soldaten ergriffen und unbarmherzig niedergemacht.^)
Erst im Jahre 1648 ward der sehnsüchtig erwartete Friede geschlossen, nachdem der Krieg fast ohne Unterbrechung dreißig Jahre lang gewütet hatte.
Neues Unglück kam über die Stadt im Jahre 1666. Schon im Jahre vorher zeigte sich in mehreren Orten des Rheinstroms, namentlich in Köln, eine furchtbare Krankheit, die Pest oder der schwarze Tod. Tausende von Menschen wurden dahingerafft. Langsam zog sie den Rhein herauf. Schon anfangs Januar 1666 forderte sie in Münster bei Bingen ihre ersten Opfer. Bald darauf zeigte sie sich auch
0 Notiz im Pfarrarchiv.
2) Notiz im Pfarrarchiv mit dem Beifügen: »tomplo oum äooonti interosss rostituorv votunt vt prowisorunt."
Ebendaselbst mit der Bemerkung: „werdenS der Kirch gut machen, Habens mit Wissen des H. Pfarrherrn abgcholt."
Ebendas. Er wurde zu Algesheim in der Mitte der St. Johanniskirche begraben.
