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Gebete daselbst sei es ihr gewesen, als wenn ein Schlößchen! j in ihrer Gurgel aufgesprungen wäre, wonach sie sogleich wieder^ habe reden können. Gedachte Frau trug auch ein Zeugnis von dem Kaplan zu Ober-Wesel bei sich.
Infolge dieser und anderer wunderbarer Erhörungen nahm die Verehrung des Bildes täglich zu. Beständig brannten Kerzen, manchmal acht, vor demselben, auch wurde eine neue Ampel dahin geschenkt. Die Beter steckten Sträuße als Zeichen ihrer Verehrung an das dem Bilde zum Schutz dienende Ge- gitter. Um das Bild herum hingen sie kostbare Gegenstände, Rosenkränze mit silbernen Bollen, Herzen, Kränzlein von Silber, sechs Ringe von Silber und von Gold. Auch Wachs und Geld wurden reichlich geopfert; so sollen allein in der letzten Septemberwoche 150 Gulden an barem Gelds gespendet worden sein.')
Das Heuthor, durch welches der Weg nach dem Heiligenhäuschen führte, blieb des Nachts offen, 2 ) denn die Ortsbewohner gingen am Abend zur Verrichtung ihrer Gebete dorthin, was wenigstens bis 12 Uhr nachts währte. Vier Männer hielten die Wacht bei dem Häuschen.
Wie dem Pfarrer mitgeteilt wurde, kamen während des Tages oft Leute, welche Tücher an dem Antlitze des Marienbildes anstrichen, das eigene Gesicht oder schadhafte Teile des Körpers damit berührten, zum deutlichen Zeichen, daß sie durch Fürbitte der allerseligsten Jungfrau vor diesem ihrem Bilde aus besonderen Gründen Erhörung in ihren Nöten, des Leibes und der Seele, hofften.
Doch bald kam es anders. Die erzbischöfliche Behörde zeigte sich bei diesem Anlässe überaus ängstlich und fürchtete eine Beschädigung des Ansehens der Kirche gegenüber ihren Feinden. Um allen vermeintlichen Schwierigkeiten und Ver-
0 Die Gemeinde vereinnahmte das Opfergeld, welches laut erzbischöfl. Verordnung vom 16. November 1789 wie das Opfer in der Kirche gehoben und verrechnet werden mußte. Wie Rechnungen ausweisen, bezahlte später die kurfürstliche Regierung Kriegsschulden damit; der Fürst von Löwenstein hatte nach dem Neichsdeputations-Hauptschluß die Gemeinde Algesheim dafür zu entschädigen. Falk, Heiliges Mainz, S. 128, Anm. 3.
2 ) Sonst wurden die drei Thore des Abends um 9 Uhr geschlossen.
