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Im Jahre 1852 hat man, um einigermaßen Platz zu gewinnen, durch das ganze Schiff rund herum theatralische Galerien angebracht, aber auch diese letzte Verunstaltung hat keineswegs die Übelstände beseitigt; ein Neubau ist unabweisbares Bedürf­nis. Möge es recht bald dazu kommen!

Um die Kirche war der Begräbnisplatz. Das war altchristliche Sitte. Erst als mit der französischen Revolution ein dem Christentum feindlicher Geist sich verbreitete, der die Menschen nicht gerne an den Tod erinnerte, da mußten die Begräbnisplätze oder Kirchhöfe möglichst weit von dem Dorfe oder der Stadt entfernt werden, und um dies Gebühren zn rechtfertigen, brachte man das Märchen auf, die Kirchhöfe ver­breiteten ansteckende Krankheiten, verpesteten die Luft, verun­reinigten das Wasser und dgl. mehr.Z Durch ein Dekret von Kaiser Napoleon wurde bestimmt, daß überall neue Kirchhöfe anzulegen seien, welche wenigstens 40in vom Orte entfernt und mit einer Mauer von 2ui Höbe umgeben sein müßten, auch sollten sie der Nordluft ausgesetzt sein,damit sie zu keiner Zeit ansteckende Luft einhalten können." Nach einem Ausschreiben des Bezirksrats Derscheid zu Ober- Ingelheim sollte dieser Befehl auch alsbald für Algesheim in Vollzug gebracht und ein neuerTotenacker" angelegt werden.» Der Gemeinderat hielt für diesen Zweck am geeig­netsten den sogn.Kirschacker, 2 ) der mit hohen Mauern und Gräben umgeben und auch der Nordluft ausgesetzt sei, da er aber Domänengut bilde, so sei er bereit, in einen Tausch mit Gemeindefeld einzugehen." Sollte aber dieser Plan nicht genehm sein, so bittet der Maire,der so sehr verschuldeten Gemeinde Algesheim ihren alten Kirckhof gütigst zu belassen, da er so zweckmäßig am Ende des Ortes und zwar etwas hoch lieget, daß die Nordluft denselben sehr durchstreichet und keine Luft davon ins Ort komme und weil er nur ein paar Häuser auf der Ostseite hinter sich hat und merkwürdig seye

>) Die Haltlosigkeit solcher Behauptungen ist nachgewiesen in dem Schriftchen von vr. Schütz, die Leichenverbrennung, Frankfurter zeitge­mäße Broschüren 1882 , VI.

r) Es ist das hochgelegene Feld zwischen Schloß und Bach nach Nor­den von dem alten Stadtgraben und nach Süden vom Woog begrenzt.