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es besonders, da der hiesige Schul-Rektor schon allbereit bis 26 Jahr mit seiner Familien 6 Personen auf diesem Kirchhof wohnet und sogar in krasirenden Krankheiten noch nie keines von ihnen krank geworden ist und überhaupt so gesunde Menschen sind, als in der ganzen Gemeinde sich befinden." Diese Gründe scheinen für stichhaltig gehalten worden zu sein, da die Gemeinde ihren Kirchhof noch über 25 Jahre lang behalten durfte.
Auf dem Kirchhof aber war, wie auch vielfach anderwärts, ein sog. Beinhaus (oMarium) angebracht, in welchem die Gebeine aufgehäuft wurden, die sich noch vorfandcn, wenn alte Gräber geöffnet wurden, um für neue Leichen hergerichtet zu werden. Über dem Beinhaus war eine Kapelle errichtet zu Ehren des hl. Erzengels Michael, welcher als besonderer Beschützer der abgeschiedenen Seelen angerufen zu werden pflegt. Diese Michaelskapelle stand an der Stelle des jetzigen Schulhauses. Der Altar in derselben war ursprünglich fundiert, aber schon in einem Pfarrbericht vom Jahre 1719 heißt es, daß sie seit undenklichen Zeiten verwüstet sei. Bei der Erbauung der Schule, 1826, wurden Kapelle und Beinhaus beseitigt, die Gebeine teils am Platze selbst, teils in der südwestlichen Ecke des Kirchhofes neben der Schulscheuer begraben.
Außer der Michaelskapelle hatte Algesheim noch eine Johanniskapelle, eine Nikolauskapelle und eine Boni- fatiuskapelle. Die St. Johanniskapelle stand „an der Stadtmauer," teilweise an der Stelle, wo das neugebaute Schulhaus (frühere Scheuer) auf der Langgasse steht, teilweise in der jetzigen Straße, der Johannisturm stand daneben.>) Sie wird zum erstenmal erwähnt im Jahre 1341.r) Es war für dieselbe ein eigener Priester angestellt, der die Pflicht hatte,
1) Der anfangs Mai dieses Jahres (1883) in Gaulsheim verstorbene Herr Werner, dessen Eltern die Schulwohnung mit Scheuer und Garten gehörte, von welchen sie die Gemeinde bei Errichtung der vierten Schule, 1845, kaufte, wußte sich noch recht gut zu erinnern, daß er als Knabe dabei war, wie namentlich in der Gegend der Thoreinfahrt starke Fundamente ausgegraben wurden, und daß die Arbeiter sagten, das seien die Fundamente der Johanniskirche und des Johannisturmes.
2 ) Baur, Hessische Urkunden, III, v. 1129.
