t6
Nehmen wir zu Neuwied eine etwas erhöhte Stellung, etwa auf dem Felde hinter Neuwied, oder auf der nach Dierdorf führenden Straße hinter Heddesdorf, fo liegt uns wieder, wie besonders in der Marktstraße zu Neuwied, der Plaidter Humerich gerade gegen Westen, eine kleine Meile von dem Rheine entfernt: er hat eine kleine kraterförmige Vertiefung in der Mitte, die aber doch wohl kein Krater gewesen ist. Unmittelbar hinter ihm liegt etwas rechts in säst gleicher Höhe der Krufter Humerich oder der Korretsberg und dicht links, aber in der Wirklichkeit fast eine halbe Meile weiter, der niedrigere Tönchesberg, von dessen Kraterwalle noch sieben Achtel vorhanden sind, während das eine Achtel etwas nach Norden vorgerückt ist und als ein besonderer kleinerer Hügel erscheint. Eine viertel Meile nördlich von dem Plaidter Humerich erhebt sich aus dem flachen Felde noch ein viel niedrigerer, aus der Ferne kaum erkennbarer Rücken, aber mit der vollkommensten Kraterform, der Nikenicher Weinberg. Diese vier Kegel beweisen in allen ihren Verhältnissen eine große Ueber- einstimmung und find so ziemlich die am weitesten nach Osten vorgeschobenen Vulkane dieser an Vulkanen so reichen Gegend; sie sind unter dem Namen der Humeriche bekannt. Südlich von diesen Bergen bezeichnet ein tiefer Einschnitt die Richtung des Nettethales und von diesem steigt ein sanftes Gehänge in der Ausdehnung einer kleinen halben Meile bis zu einer Hügelgruppe und Kette hinan, die man die Gruppe der Wannen nennt und aus welchen sich vier fast gleich hohe zusammeuhäugende Kegel erheben: der vorderste ist der kleine, der zweite der große Wannen, dann folgt der langrückige Langenberg und endlich, der westlichste, der Michelsberg. In der Steigung, nördlich von dieser Hügelkette liegen noch einige einzelne kleinere Kegel, wovon der Taumen der vorderste ist, dann folgen die Lückenköpfe und endlich das fast zuckerhutförmige Eiterköpfchen. Es ist eine merkwürdige Gruppe, die sich kaum 20N Fuß über das umliegende Plateau erhebt, ganz aus Lavaschlacken besteht und mit Löß und zu oberst mit mächtigen Bimssteinlagen überdeckt ist. Alle sind durch große Steinbrüche aufgefchlossen, da die Lava in der ganzen Umgegend als sehr nützliches Baumaterial verwendet wird. Sie stellen sich in höchst grotesken Formen dar, deren Ansicht, auch ohne geologisches Interesse, schon eines Besuches wert!) ist.
