Anhang.
' Die Weiterentwickeluug der Stadt Neuwied seit dem Jahre 18K5 bis zum Jahre 1891.
^ Soziales.
Wenn man heutzutage nach der Bedeutung eines Ortes forscht, so gilt die erste Frage wohl der Zahl der Einwohnerschaft. Die Freizügigkeit erlaubt es Jedem, seinen Wohnsitz aufzuschlagen, wo er will; die alten, beengenden und hemmenden Bestimmungen sind gefallen, ob zu dauerndem Segen oder zum Nachteil des großen Ganzen, bleibe hier unerörtert. — Eine Folge dieser dargebotenen Freiheit ist die Abnahme der Landbevölkerung zu gnnsten der Städte, wo mehr und lohnenderer Verdienst bei angenehmerem Leben lockt. Eine gewisse, begrenzte Grundfläche kann unter gemissen Bedingungen und Voraussetzungen nur eine gewisse Anzahl von Menschen dauernd und lohnend ernähren. Wird diese Zahl überschritten, so tritt entsprechend dieser Überschreitung Mangel ein und mit ihm Unzufriedenheit und lebhafte Sehnsucht nach Besserem. Dieses wird in den Städten erhofft, oft auch gefunden, und daher schreibt sich die oft rapide Zunahme der Stadtbevölkerung.
Die Einwohnerzahl Neuwieds, im Jahre 1868 sich auf 8694 belaufend, stieg in dem Jahrzehnt bis 1878 auf 914«), gewiß eine geringe Zunahme in so lange,» Zeiträume. Die Kriegsereignisse im Jahre 1870—?1 entvölkerten die Pensionate und ähnliche Anstalten. Der Stillstand des Walzwerks Germania trieb viele Arbeiter mit ihren Familien im Jahre 1875-76 wieder in ihre Heimat zurück, so daß ein zeitweiser Rückgang in der Bevölkerungszahl zu bemerken ist. Die Volkszählung im Jahre 1885 ergab ein Resultat von IN 192 Ortsanwesenden; die vom 1. Dezember 1890 sogar die Zahl von 11055, gewiß eine erfreuliche Zunahme, welche noch größer gewesen wäre, wenn das freundnachbarliche Heddesdorf durch
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