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sich der Schloßgarten nur bis in die Hälfte des Weges aus, durch die andere Hälfte führte die große Irlicher Pappel-Allee, welche unter Friedrich Alexander gepflanzt, lange Jahre hindurch ein Wahrzei­chen Neuwieds gewesen war, aber 1836 niedergeschlagen wurde. Der Fahrweg nach der Nied, die Postverbindung mit den nächsten Dörfern und Linz, geht außerhalb des fürstlichen Parkes durch die Feldkircher Straße, zwifchen Gärten und Feldern hindurch.

Die stehende Brücke über die Wied ließ der Fürst August Carl 1818 erbauen. Die Aussicht auf den prächtigen Nheinfpiegel abwärts und die Wied aufwärts ist beachtenswerth. Die Eisen­bahnbrücke führt unterhalb der steinernen Brücke, in diagonaler Richtung, hinüber. Die Wied mündet hier, auf der scharfen Krümmung des Rheines. Ueber das freundliche Flüßchen und sein romantifches Thal werden wir uns im 5. Buche näher aussprechen.

Irlich ist ein ansehnliches Dorf, das sich am Berghange sanft hinauf zieht; an feiner höchsten Stelle erhebt sich die kleine, aber sehr freundliche Kirche, im Jahre 1823 erbaut, an einem der prächtigsten Aussichtspunkte dieses Thales. Die Bewohner nähren sich größtentheils von Gemüseban und vom Fischfang.

Irlich, ehemals Irloche genannt, kommt zuerst im Jahre 1022 vor, als der Kaiser Heinrich II. am 3. November das von Erzbischof Poppo von Trier ihm überlassene Gut zu Irlocha, im Engersgau gelegen, dem von ihm gestifteten Bisthum Bamberg fchenkte (cum arei», eckitwüs, aAris, vinLi», pi-ati«, inauoi- piis, utriusHne «exu» eto.). Zu weit von Bamberg entfernt, hatte es dafür nur geringen Werth und wurde theilweife als Lehen z. B. an die Grafen von Sann, an die Burggrafen von Hammer­stein, vergeben, während die Schutzherrlichkeit dem wiedischeu Gra­fenhaufe verblieb.

Aber schon im Jahre 1340 erhob der Graf Johann II. von Sayn Ansprüche auf Irlich, die den wiedifchen Rechten ganz und gar widersprachen. Als die gewählten Schiedsrichter den Grafen von Wied in seinen Rechten anerkannten, griff der Graf von San» 1343 zum Schwerte; doch wurde der Fehde bald gewehrt.

Nach Aussterben der Burggrafen von Hammerstein kamen dessen Besitzungen an das Erzstift, das auch im Jahre 1422 die übrigen, Bamberg noch gehörigen Besitzungen für 1500 rheinische Gulden erkaufte. . . Auch die Grafen von Sann erhielten 1433