I. Geschichte.
Die Stadt Neuwied verdankt ihr Bestehen dem Grafen Friedrich III. zu Wied (geb. am i6. November 1618 „auf °em Berg zu Syeburgh auf dem neuen Hof", reg. von 1631 bis 1698). Die Grafen zu Wied treten mit dem Jahre 1093 als ein mächtiges Dvnastengeschlecht auf, das rechts und links des Rheines begütert, feine Vesihungeu bis auf die Höhen des Wester- waldes und der Eifel erstreckte und das, nach vorkommenden Taufnamen zu urtheilen, fchon zwei Jahrhunderte früher geblüht hatte. (S. 3. Abtheilung dieses Werkes).
In ihrem Besitzthume eine Stadt zu begründen, war fchon lange vor Friedrich III. ein eifriges Bestreben der Grafen zu Wied gewefen, denn fchon Wilhelm I., gest. 1383, hatte 1357 wn dem Kaiser Karl IV. die Erlaubnis; erhalten, Nordhofen in einer Stadt zu erheben. Die Ausführung war jedoch unterblieben.
Daß bei erweitertem Gesichtskreise es unseren Grafen in dem engen, abgelegenen Thale der Wied nicht fürder behagte, läßt sich leicht begreifen und daß Graf Friedrich, ein junger Mann von TlMkraft, schnell zur Ausführung des alte» Planes schritt, mag uns nicht befremden; doch wirkten die Drangsale des schrecklichen "leißigjähngen Krieges noch eine längere Zeit hindernd ein.
Die Grafschaft Wied hat aber am Rheine selbst nur e"e geringe Ausdehnung, die kaum eine halbe Meile beträgt, — °ul Theil derselben, Engers, war schon 1372 in einer unglücklichen Fehde mit dem Erzbischof Kuno von Trier an denfelben verloren ^gangen —, und fo war der Raum zur Gründung einer Stadt sehr beschränkt. Anfänglich ging der Plan des Grafen Friedrich °ahm, auf der Höhe hinter Fahr, in dem Kirchspiel Feldkirch, "lese Stadt zu gründen, wozu denn auch bereits sein neues
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