172 Erste Periode.
Älteste Zeit bis inm Erlöschen dtt ursprünglichen Geschlechts 1243.
Im Jahr 1093 gründete der Pfalzgraf Heinrich II. bei Rhein die Abtei La ach (s. S. 72). Die Stiftungsurkunde ist von einer großen Anzahl rheinläudifcher Dynasten als Zeugen unterzeichnet, von welchen die »leisten hier zum ersten Male in ihren vollständigen Namen, »ach ihren Stammsitzen, erscheinen. Unter ihnen befinden sich auch „Meffrid, Graf zu Wied" und „Richwin von Kempenich, sein Bruder". Es ist dies die erste sichere Nachricht — zwar wird auch die Aechtheit der erwähnten Urkunde von einige» Geschichtsforscher» in Zweifel gezogen — welche wir über die ältesten Grafen von Wied vorfinden.
Veide Herren waren Besitzer bedeutender Landstriche ans beiden Nheinsciten, sowohl im Engers-, als im Eifelgau und wahrscheinlich waren sie die eigentlichen Grafen des Engersgaucs. Zu ihren rechtsrheinischen Besitzungen gehörig finden wir in den ältesten Zeiten die Kirchspiele Altwied, Neuerburg, Neustadt, Aisbach, Nreitbach, Dattenberg, die Ortschaften Wiedhain, Sechtern, Gils- dorf, Nheinhelden, Steegen, die Hälfte des Kirchspiels Wiesen mit zwei Höfen, ferner die Höfe zu Beide, Diedersheim, Birkheim, Wippe, Stecklenbach, Windes, Nheinbcrg, Lupsdorf, Asbach, Vil- stein, Nheindorf, so wie den größten Theil der späteren Besitzungen des Deutschordenshauses zu Vreitbach, die Vogtei zu Erpel u. s. w. Auf der linken Nheinfeite gehörte zu diesen Besitzungen Kempenich, ein Theil von Münstcr-Maifeld, Vassenheim und die Herrschaft Ol- brück mit vielen Zubehörden.
Blicken wir i» die Geschichte weiter zurück, so finden wir Dynasten von gleichen Namen und znm Theil im Besitze der bezeichneten Landstriche, die man allgemein als die Ahnen der vorhin genannten Grafen ansieht. So erscheint 860 Metfried, Graf im Bliesgau, und 060 finden wir die Brüder Eberhard und Matfried, Grafen in Lothringen, 922 Richwin, Graf in Niederlothringen; des letzteren Sohn Nichwiu II. erscheint 963. Im Jahr 992 wird wieder ei» Eifelgraf Richwin genannt. So mochte
