III. Zur Geschichte.
Aelttlt Geschichte de« Coblely-Neuwiedtt Wecken«.
Da das Becken in früheren Jahrtausenden mit Wasser angefüllt, ein Landsee, war, so ist der Boden desselben sicher bis in die ersten geschichtlichen Zeiten noch sumpfig gewesen. Ja selbst bis in die neuere Zeit, bis in den Anfang dieses Jahrhunderts, waren noch viele Sümpfe vorhanden: fo in dein Felde zwischen Neuwied, Engers und Nommersdorf, bei Kärlich und Mühlheim, Wischen Vubeuheim und Metternich (das Pollfeld, erst 1i^6 cultiuirt) u. a. O. Selbst die Flüsse besaßen noch anderen Lauf. Die St. Castorkirche zu Coblenz, 836 erbaut, lag auf einer Insel; zu Moselweiß lebte ein Nitterge- fchlecht auf der „insula ^Visa"; zu Andernach konnte man zur Ieit der Merouüiger aus den Fenstern ihres Palastes im Rheine lachen. An manchen Stellen steigen die Flüsse noch bei hohem Wasserstande in alte verlassene Arme: so die Mosel in dasRauen- lhnl oberhalb Coblenz; so der Rhein in die Felder hinter Neuendorf und Wallersheim und in das Engerser Feld, Legen dessen Andrang sich Neuwied durch zwei Dämme geschützt hat.
Es ist daher leicht anzunehmen, daß in den früheren Zeiten unser Thalkessel unbewohnt gewesen ist und daß erst durch die Römer die Castelle Ooniluoute» und ^.ntenaoum (Coblenz und Andernach) gegründet worden sind. Zwar wohnten zu den Zeiten Julius Cäsars auf der rechten Rheinseite Ubier, auf der linken Trevirer (Hüberer und Drüberer, erklärte einst ein sprachenforschender Gelehrter); es wird jedoch zunächst kein Wohnplatz der Ubier, und nur ^reviii» (Trier) als Hauptstadt der Trevirer genannt.
