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Es ist jedoch als sicher anzunehmen, daß aus dem etwas höher gelegenen Maifelde Kelten ansässig waren, wie aus dem alten Namen dieses Bezirkes ^NoFinoeampu», NoFmovolt" hervorgeht, der sich wol nur aus dein keltischen Worte „HIaF" ein Gemeinde- Verband, das sich ja auch in den alten Städtenamen ItiFoinazu», ^ovomüFus u. s, w. wiederfindet, herzuleiten ist. Auch die Ortsnamen Pollich (Sumpf) und Mendig (Steinbruch) follen ganz der keltischen Sprache angehören.*) Von den Maiversammlungen der Franken kann der Name Maifeld nicht herrühren, da die Landschaft bereits Hle^iiwvolt hieß, als die Franken noch im März ihre große Volksversammlungen hielten. Von der Stadt Mayen ist der Name auch nicht herzuleiten, da diese jetzt so schön aufblühende Stadt im 12. Jahrhunderte ein sehr unbedeutender Ort war. Den Namen Mayens und des Maifeldes aber von dem Maienbaum abzuleiten, wie ein anderer Geschichtsforscher will, zeigt von Unkenntnis? der örtlichen Verhältnisse. Das erste grüne Buchen- oder Birkenlanb heißt Mai; sobald aber alle Bäume grün sind, wenn die Uebergangsperiode der Bäume in die Belaubung vorüber gegangen ist, dann hört auch der Name „Mai" für das erste Laub auf. Einen Maibaum aber kennt man nicht. — Auch eine große Menge anderer Ortsnamen können nur auf teltifche Deutung zurückgeführt werden.
I. G. Kohl in feinem öfters fehr oberflächlichen, jedoch in Bezug auf das Becken von Neuwied ziemlich eingehenden Werke „Der Rhein. Leipzig 1851" hat die oben ausgesprochene Ansicht über die spätere Bewohnbarkeit des Thaies auch behandelt und spricht sich darüber in folgender Weise aus: „Der eigentliche Tiefboden dieses Beckens ist wahrscheinlich erst später bewohnt und bebaut worden, als eine gekräftigte Cultur die Natur mehr bewältigte, die Sümpfe austrocknete, und wir haben die ältesten Bewohner und Ortschaften an den erhöhten Rändern, an den Endpunkten des Beckens und oben in den Thälern der kleinen Nebenflüsse des Bassins zu suchen. An der Wied, an der Sayn, an der Nette, am oberen und unteren Mittelrhein, so wie an der
*) D. V. verdankt diese Andeutungen dem Herrn Hofrath vi. C. F. Meyer, ehemaligen Vorleser des Prinzen Albert von England, einem sehr gründlichen Kenner de« keltischen AlterthumZ.
