Aus dem Leben denkwürdiger Neuwieder.

Johann Daplift von Mcrlini,

Bischof der Brüdergemeinde,

I. B. von Albertini ist einer aus der nicht geringen Zahl von Männern, welche zu Neuwied im Schooße der Brüder­gemeinde geboren oder in derselben wirksam gewesen sind nnd später zu hoher Auszeichnung gelangten. Zu den erstereu gehören fast sämmtliche Glieder der Familie Röntgen, der Professor I. F. T. Plitt u. A., zu den letzteren Crantz, der Verfasser der grönländischen Historie, Curie und Breutel, diebedeutenden Botaniker, I. M. Nitschmann, Bischof der Arüoerkirche u, A.

Älbertiui war den 17. Februar 1769 in Neuwied ge­boren, wohin seine Eltern, Iac. Ulrich v. A. und seine Mutter, geb. von Planta, aus Graubünden gezogen waren. Seine erste Bildung erhielt er in der Knabenanstalt der Brüdergemeinde zu Neuwied. Im Jahre 1782 wurde er dem Pädagogium zu Nieskn und 1785 dem Seminarium zu Barbn übergeben. In seiner Studienzeit war der nachher als Theolog und Kanzelredner aus­gezeichnete Echleiermacher, der sich später von der Brüderge­meinde trennte, sein Genosse und Jugendfreund. Im Jahre 1788 erhielt Älbertini seine erste Stelle an der Erziehungsanstalt zu Niesky und zog im folgenden Jahre als Lehrer mit dem Päda­gogium nach Barby; 1796 ward er als Lehrer an das Seminar "ach Niest« berufen, wo er zwanzig Jahre lang, mit großer Anerkennung, wirksam war, von 1804 an als Prediger und- spector, anfangs mit dem gründlichen Studium der Wissenschaften beschäftigt, später ganz der Religion lebend. Am 8. August 1796