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ernannte. Inzwischen berichtete Friedrich Karl über seine Auf­hebung der Lcmdesprocesse an das Neichskammergcricht in einer von ihm selbst verfaßten Schrift, die feiner Gelehrfamkeit und Darstellungsgabe Ehre machte. Er wurde jedoch auf Alexanders Verfügungen und auf feineu Nevers zurückgewiesen und den fürst­lichen Gewährsmännern zur Unterstützung noch der König von Preußen, als Herzog von Eleve, ersucht.

Indessen schlugen die Wogen der französischen Revolution auch über Neuwied hin, die goldne Zeit der Emigration mit ihren Abenteuern, und der fränkisch-österreichische Krieg mit seinen Schreck­nissen. Die Fürstin mit ihren Kindern entfloh zu mehrmalen diesen Zuständen; der Fürst kämpfte mit allen Mitteln zu Negensburg und zu Wien für fein Recht, theilweise unterstützt von der Stadt Neuwied und fämmtlichen Kirchspielen. Endlich, 1?!)8, entschied der Neichshofrath in Wien zu seineu Gunsten uud sprach ihm die Regierung vollkommen zu.

So kehrte der Fürst in seine Heimath zurück, aber in der verderblichen Begleitung eines Emigranten, des Comte de la Ville für Illon, dem er unbedingtes Vertrauen schenkte und der auf ihn einen großen, aber höchst schädliche» Einfluß ausübte. Der Fürst ging in seinen Gewaltthätigkeiten gegen seine Familie so weit, daß die Fürstin aus dein Schlosse flüchtete und die Bürger von Neuwied, an ihrer Spitze der Stadtschultheis Greis und der Consistorialrath Winz, Partei gegen den Fürsten ergriffen, so daß es 1801 zu gewaltsamen Auftritten kam, gegen welche der Fürst die Hülfe der französischen Verwaltung in Coblenz anrief.

Endlich kam der Fürst selbst zu der Ueberzeugung, daß sein Haus und sein Land unter seiner Verwaltung uicht gewönne und entfernte sich, zuerst nach Vrüssel, dann nach Marseille und endlich nach Freiburg im Nreisgau, wo er bleibenden Wohnsitz wählte. Er entsagte am 20. September 1802 der Regierung uud bezog eine von ihm selbst bestimmte jährliche Summe, auf alle weiteren Forderun­gen verzichtend. Wissenschaftlichen Beschäftigungen sich hingebend, lebte er hier in stiller Znrüögczogenheit und starb am 9. März 1809.

Sogleich nach des Fürsten Entsagung ward die Scheidung von seiner Gemahlin ausgesprochen, die nun für den als Major im preußischen Heere sich befindenden Prinzen Johann August Karl die vormundschaftliche Regierung ergriff und bis l 804 führte.